Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herzkreislauferkrankungen bevor die Nieren versagen: Diabetiker intensiver untersuchen

26.09.2006
Drei von vier Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 haben Nierenschäden, die langsam fortschreitend zu Nierenversagen führen können. Nur Wenige erreichen jedoch das Endstadium mit regelmäßiger Blutwäsche (Dialyse) oder Organtransplantation.

Die meisten Erkrankten sterben vorher an Herzkreislauferkrankungen, die durch die Nierenschäden begünstigt werden. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Professor Dr. med. Wolfgang Pommer, Berlin, Beirat der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Niere der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Die hohe Zahl von Nierenschäden wurde bei Diabetikern festgestellt, die in der Region Nordrhein an einem "Disease-Management Programme" (DMP) teilnehmen. Das Programm soll die Versorgung der Diabetiker verbessern. Zur Betreuung gehören auch regelmäßige Nieren-Checks. Dabei fiel auf, dass 75 Prozent leichte oder mittelschwere Nierenschäden hatten. Schwere Nierenschäden waren dagegen mit 1,5 Prozent selten. Normalerweise würde man hier höhere Zahlen erwarten, da Nierenschäden bei Diabetikern in der Regel unaufhaltsam fortschreiten.

Doch bevor sie das Endstadium erreichen, sterben die meisten Patienten an Schlaganfall und Herzinfarkt, vermutet Professor Pommer: Die Nierenschwäche schädigt die Blutgefäße, beispielsweise weil Nierenkranke einen hohen Blutdruck haben. "Die Wahrscheinlichkeit für Diabetiker, ein fatales kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden, liegt zwölf Mal höher als die Wahrscheinlichkeit, das Terminalstadium einer Niereninsuffizienz zu erreichen", erläutert der Nierenexperte.

Er fordert deshalb, Diabetiker intensiver als bisher auf Nierenschäden hin zu untersuchen, etwa durch regelmäßige Harnuntersuchungen auf Eiweiß (Proteinurie). Ein positiver Test sei ein Alarmzeichen. Die Patienten benötigten dann eine intensive ärztliche Betreuung, weniger mit Blick auf die Niere, sondern fokussiert auf Hochdruck und Diabetes, um Schlaganfall oder Herzinfarkt zu vermeiden. Die AG Diabetes und Niere ist eine von 17 Arbeitsgemeinschaften der Fachgesellschaft. Zahlreiche Mitglieder sind außerdem in acht Ausschüssen, drei Kommissionen und 15 Landesgruppen aktiv, um Therapiemöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen des Diabetes mellitus zu erforschen.

Ihr Kontakt für Rückfragen:
Pressestelle DDG
Beate Schweizer
Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931 295, Fax: 0711 8931 167
Schweizer@medizinkommunikation.org

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org
http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de

Weitere Berichte zu: Diabetes Diabetiker Herzkreislauferkrankung Niere Nierenschaden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz
18.07.2018 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Antikörper verringern Nebenwirkungen von Antibiotika in der Lunge
18.07.2018 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics