Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie lässt sich die Überlebensrate von Schwerverletzten erhöhen?

08.09.2006
Das deutsche Gesundheitswesen steht vor schwerwiegenden Einschnitten und Reformen: Das betrifft auch viele Krankenhäuser. Experten schätzten das von etwa 2.000 Krankenhäusern bis zum Jahr 2020 nur etwa 1.500 Einrichtungen bestehen bleiben. Deshalb müssen Ressourcen noch sorgfältiger geplant werden.

Diese Entwicklungen haben auch großen Einfluss auf die Versorgung von Schwerverletzen: Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) arbeitet aus diesem Grund weiter daran die Spitzenposition, die Deutschland im internationalen Vergleich einnimmt, zu verbessern und zum Wohle der Patienten noch auszubauen. Wie das gelingen kann, hat die Fachgesellschaft im Weißbuch Schwerverletzten-Versorgung erarbeitet, das sie im Rahmen einer Pressekonferenz am 13. September 2006 in Berlin vorstellt.

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie will sicherstellen, dass jeder Schwerverletzte innerhalb von rund 30 Minuten vom Unfallort in den Behandlungsraum eines geeigneten Krankenhauses transportiert werden kann. "Dieses anspruchsvolle Ziel gilt für alle Wetterbedingungen, für Tag oder Nacht, in dünn besiedelten Gebieten und Ballungszentren", erklärt Professor Dr. med. Bertil Bouillon vom Klinikum Köln-Merheim im Vorfeld der Weißbuch-Pressekonferenz in Berlin. "Leicht wird diese Aufgabe nicht werden, denn die Rahmenbedingungen haben sich deutlich verschlechtert.

Durch die Fallpauschalen (DRG) zum Beispiel verlieren Kliniken pro Schwerverletztenbehandlung schätzungsweise 2.000 bis 3.500 Euro", erläutert der stellvertretende Leiter der Arbeitsgruppe Polytrauma bei der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. In einer Klinik der Schwerpunkt- oder Maximalversorgung entstehen pro Jahr dadurch, so Experten der Fachgesellschaft, Verluste von 500.000 Euro und mehr. Um zu sparen, würden viele Kliniken Personal abbauen, vor allem im Bereitschaftsdienst. Wenn dann außerhalb der regulären Dienstzeiten ein Schwerverletzter eintreffe, fehle es an qualifizierten Ärzten. Damit Versorgungsengpässe zukünftig vermieden werden, so die Experten der Fachgesellschaft, müssten Kliniken je nach Lage und Ausstattung klar definierte Versorgungsaufträge haben. Ziel sei es, dass die Patienten vom Unfallort ohne Umwege direkt in eine geeignete Klinik transportiert werden.

In ihrem "Weißbuch Schwerverletzten-Versorgung " erläutert die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie ihre Empfehlungen für die dafür notwendigen Standards bei Ausrüstung und Personal. Begleitend wurden Ausbildungsoffensiven für Notärzte und Klinikärzte gestartet. Auch ein Instrument zur Qualitätskontrolle gibt es: Über das Traumaregister erhalten die teilnehmenden Kliniken jedes Jahr eine Rückmeldung über ihre Leistungen. Professor Bouillon: "So können Schwachstellen schnell identifiziert und neue Konzepte überprüft werden. Die Initiativen der Fachgesellschaft können sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen. "Mit mehr als 20.000 dokumentierten schwerverletzten Patienten ist das Traumaregister weltweit das größte seiner Art."

| idw
Weitere Informationen:
http://awmf.org
http://www.dgu-online.de
http://www.dgu-online.de/de/traumanetzwerk/index.jsp

Weitere Berichte zu: Schwerverletzten-Versorgung Unfallchirurgie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gangmessdaten visualisieren und analysieren
16.07.2018 | Fachhochschule St. Pölten

nachricht „Small meets smaller“ – Nanopartikel beeinflussen Schimmelpilzinfektion der Atemwege
05.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics