Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transfusionen zur Bekämpfung von Vogelgrippe-Pandemie

30.08.2006
Daten der Spanischen Grippe-Pandemie 1918 - 1920 analysiert

Infusionen mit Blutprodukten soll die Anzahl der Todesfälle bei einer zukünftigen Grippe-Pandemie verringern. Die U.S. Navy, die Uniformed Services University of the Health Sciences und das Pharmaunternehmen Protein Potential LLC haben die Aufzeichnungen der Spanische Grippe-Pandemie aus den Jahren 1918 - 1920 analysiert, der weltweit rund 100 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Es zeigte sich, dass Transfusionen des Blutes von wieder gesundeten Patienten den Zustand von anderen Betroffenen verbessert haben könnten. Die Ergebnisse der Studie sind in dem Fachmagazin Annals of Internal Medicine http://www.annals.org erschienen.

Experten fürchten, dass das Vogelgrippe-Virus H5N1 eine Mutation durchmachen wird, die eine leichte Übertragung von einem Menschen auf den anderen ermöglichen wird. Tritt dieser Fall ein, könnte das Leben von Millionen Menschen weltweit in Gefahr sein. Die aktuelle Studie legt nahe, dass Bluttransfusionen eine effektive Ergänzung von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten sein könnten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein einzelner sich erholender Patient genug Blutplasma spenden könnte um viele andere zu behandeln. Das für die Spanische Grippe verantwortliche Virus wurde untersucht, da es sich dabei um einen nahen "Cousin" von H5N1 handelt. Die Forscher räumten laut BBC jedoch ein, dass das zur Verfügung stehende Datenmaterial eingeschränkt sei.

Die Anzahl der Patienten war klein. Die durchgeführten Studien wurden wissenschaftlich nicht streng überwacht und die verabreichten Dosierungen waren nicht standardisiert. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges machte das Führen von Aufzeichnungen wahrscheinlich sehr schwer. Die Zensur könnte die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen verhindert haben. Das Team fordert Experten auf, das Potenzial dieser Plasma-Therapie im Detail zu untersuchen. Es sei zu überlegen, Richtlinien für den Einsatz der so genannten Serum-Therapie zu erstellen.

John Treanor, Experte für Infektionskrankheiten an der University of Rochester http://www.rochester.edu schreibt in der gleichen Ausgabe der Annals of Internal Medicine, dass ein ähnlicher Ansatz bereits zur Behandlung anderer Viruserkrankungen eingesetzt wurde. Treanor argumentiert, dass die Umsetzung der Plasma-Therapie zu logistischen Schwierigkeiten führen kann. Zu den möglichen Problemen gehören die Gewinnung, Klassifizierung und Bereitstellung von Blutprodukten während eines Ausbruches. Zusätzlich seien weitere Studien notwendig um die entsprechende Dosierung festzulegen. "Trotz vieler logistischer Schwierigkeiten, dürften kontrollierte klinische Studien im Falle des Ausbruches einer Pandemie entscheidende Vorteile bringen. Wir können, sollten und müssen diese Fragen jetzt im Vorfeld einer Pandemie klären."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.navy.mil
http://www.usuhs.mil
http://www.proteinpotential.com

Weitere Berichte zu: Grippe-Pandemie H5N1 Pandemie Transfusion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Neueste Entwicklungen in Forschung und Technik

25.06.2018 | Veranstaltungen

Wheat Initiative holt Weizenforscher aus aller Welt an einen Tisch

25.06.2018 | Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schnelle Wasserbildung in diffusen interstellaren Wolken

25.06.2018 | Physik Astronomie

Gleisgenaue Positionsbestimmung für automatisierte Bahnanwendungen

25.06.2018 | Informationstechnologie

Neueste Entwicklungen in Forschung und Technik

25.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics