Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Haben Sie "Musikgeschmack"? Sind Sie ein Synästhet?

28.08.2006
Franz Liszt und Wassily Kandinski konnten es: Töne sehen oder Farben hören. Frankfurter Wissenschaftler erforschen mit Synästhesie die Fähigkeit, verschiedene Wahrnehmungsformen miteinander zu verbinden und suchen Probanden.

Es gibt Menschen, die mit bestimmten Musikstücken einen Geschmack verbinden. Das bekannte da-da-da-daaa aus der Fünften Symphonie von Beethoven zum Beispiel könnte wie Schokolade schmecken. Andere nehmen beim Musikhören Farben wahr. Das Phänomen heißt Synästhesie und ist häufiger bei Frauen anzutreffen. Unter 500 Personen findet sich schätzungsweise ein Synästhetiker. Synästhesie kommt auch bei Assoziationen zwischen anderen Formen der Sinneswahrnehmung vor. So kann ein Wort oder ein Buchstabe einen bestimmten Geschmack oder Farbe erzeugen.

Forscher des Brain Imaging Centers der Johann Wolfgang Goethe-Universität und des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt untersuchen eine häufige Form des Phänomens Synästhesie. In einem Projekt, für das die Forscher Probanden suchen, geht es um den Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung eines Buchstabens oder einer Zahl, die mit einer bestimmten Farbe verbunden ist. Eine Synästhetikerin könnte beim Sehen des Buchstabens "A" die Farbe Rot erleben. Wobei Synästheten überhaupt keine Kontrolle über ihre Assoziation haben: eine bestimmte Farbe erscheint, sobald sie den Buchstaben erkennen. Die Größe des Buchstabens spielt dabei keine Rolle. Schon allein der Gedanke löst stets dieselbe Farbassoziation aus.

Synästhesie ist keine Erkrankung. Synästhetiker sind sehr oft Künstler, von den bekannten sind der Komponist Franz von Liszt und der Maler Wassily Kandinsky zu nennen. Es ist wahrscheinlich, dass die ausgefallenen Assoziationen des Synästhetikers auch ausgefallene Formen von Kunst ermöglichen.

... mehr zu:
»Hirnforschung »Synästhesie

Zweck des Forschungsprojektes ist es zu untersuchen, ob Unterschiede in der Hirnanatomie zwischen Synästheten und Nicht-Synästheten bestehen. So könnten zusätzliche Verbindungen zwischen den verschiedenen Hirnarealen das Phänomen Synästhesie auslösen. "Es wäre allerdings wichtig zu zeigen, ob diese Hypothese stimmt", erklären Dr. Danko Nikoli? vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung und Dr. Corinna Haenschel von der Forschergruppe des Frankfurter Uniklinikums. Diese Hypothese wird mit modernster Kernspintomographie-Technik am Brain Imaging Center in Frankfurt getestet. Das Zentrum für Psychiatrie des Frankfurter Universitätsklinikums und das Max-Planck-Institut für Hirnforschung suchen für ihr Projekt Synästheten, die sich für diese Forschung interessieren und über das Phänomen lernen möchten.

Kontakt:
Dr. Corinna Haenschel, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, Telefon: (069) 63 01 - 71 81, E-Mail: haenschel@mpih-frankfurt.mpg.de, oder

Dr. Danko Nikoli?, Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main, Telefon: (096) 96769 736, E-Mail: danko@mpih-frankfurt.mpg.de

Für weitere Informationen:

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (0 69) 63 01 - 77 64
Fax (0 69) 63 01 - 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Dr. Corinna Haenschel
Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (0 69) 63 01 - 71 81
E-Mail haenschel@mpih-frankfurt.mpg.de
Dr. Danko Nikoli
Max-Planck-Institut für Hirnforschung
Frankfurt am Main
Fon (096) 96769 736
E-Mail danko@mpih-frankfurt.mpg.de

Ricarda Wessinghage | idw
Weitere Informationen:
http://www.kgu.de

Weitere Berichte zu: Hirnforschung Synästhesie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Modernste Diagnostik eröffnet neue Perspektiven für eine "personalisierte“ Medizin
14.08.2018 | Universitätsklinikum Magdeburg

nachricht Ist Salz besser als sein Ruf?
10.08.2018 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Im Focus: Der Roboter als „Tankwart“: TU Graz entwickelt robotergesteuertes Schnellladesystem für E-Fahrzeuge

Eine Weltneuheit präsentieren Forschende der TU Graz gemeinsam mit Industriepartnern: Den Prototypen eines robotergesteuerten CCS-Schnellladesystems für Elektrofahrzeuge, das erstmals auch das serielle Laden von Fahrzeugen in unterschiedlichen Parkpositionen ermöglicht.

Für elektrisch angetriebene Fahrzeuge werden weltweit hohe Wachstumsraten prognostiziert: 2025, so die Prognosen, wird es jährlich bereits 25 Millionen...

Im Focus: Robots as 'pump attendants': TU Graz develops robot-controlled rapid charging system for e-vehicles

Researchers from TU Graz and their industry partners have unveiled a world first: the prototype of a robot-controlled, high-speed combined charging system (CCS) for electric vehicles that enables series charging of cars in various parking positions.

Global demand for electric vehicles is forecast to rise sharply: by 2025, the number of new vehicle registrations is expected to reach 25 million per year....

Im Focus: Der „TRiC” bei der Aktinfaltung

Damit Proteine ihre Aufgaben in Zellen wahrnehmen können, müssen sie richtig gefaltet sein. Molekulare Assistenten, sogenannte Chaperone, unterstützen Proteine dabei, sich in ihre funktionsfähige, dreidimensionale Struktur zu falten. Während die meisten Proteine sich bis zu einem bestimmten Grad ohne Hilfe falten können, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Biochemie nun gezeigt, dass Aktin komplett von den Chaperonen abhängig ist. Aktin ist das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen. Das Chaperon TRiC wendet einen bislang noch nicht beschriebenen Mechanismus für die Proteinfaltung an. Die Studie wurde im Fachfachjournal Cell publiziert.

Bei Aktin handelt es sich um das am häufigsten vorkommende Protein in höher entwickelten Zellen, das bei Prozessen wie Zellstabilisation, Zellteilung und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

EEA-ESEM Konferenz findet an der Uni Köln statt

13.08.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung in der chemischen Industrie

09.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kleine Helfer bei der Zellreinigung

14.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Oberflächeneigenschaften für holzbasierte Werkstoffe

14.08.2018 | Materialwissenschaften

Fraunhofer IPT unterstützt Zweitplatzierten bei SpaceX-Wettbewerb

14.08.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics