Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Konzepte für Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen des Verdauungstraktes

10.01.2002


Prof. Dr. Joachim Mössner


Dr. Caca am Endoskop


Privatdozent Dr. med. Carel Caca, Endoskopie-Experte der Medizinischen Klinik II, widmet sich in seinem Vortrag neuen Methoden, mit der Krebs im Frühstadien besser von gutartiger Entzündung unterschieden werden kann. Über Sprühkatheter wird über das Endoskop das verdächtige Gewebe mit eigens dafür entwickelten Farbstoffen gefärbt. Das Krebsgewebe hebt sich besser ab. Der Arzt kann eine eindeutigere Diagnose stellen und zwar in einem sehr frühen Stadium. In Frühstadien ist of auch noch eine endoskopische Entfernung des Tumors ohne großen operativen Eingriff möglich.

Prof. Dr. med. Joachim Mössner, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II der Universität Leipzig, stellt im 9. Gastroenterologischen Seminar am 12. Januar 2002, neue Konzepte vor, die für Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen des Verdauungstraktes entwickelt wurden. Kompetente Wissenschaftler des Universitätsklinikums und namhafte auswärtige Referenten sind mit Beiträgen vertreten.

Krebs des Magen-Darm-Traktes ist relativ häufig. Dickdarmkrebs z.B. ist in Deutschland nach Brustkrebs bei Frauen und Lungenkrebs bei Männern die zweithäufigste Krebsart. Magenkrebs folgt auf Platz vier; ansteigend ist das Vorkommen von Speiseröhrenkrebs. Weltweit gesehen liegt Leberzellkrebs auf Platz eins, da insbesondere in den Entwicklungsländern vorangehende entzündliche Lebererkrankungen sehr verbreitet sind. Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nicht ganz so häufig, nimmt aber den 5. Platz bei den Todesursachen durch Krebs ein. Im Gegensatz zum Darmkrebs, bei dem die Betroffenen gute Heilungschancen haben (bis zu 50 % der Patienten können geheilt werden!), wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs meist erst zu spät erkannt. Früherkennung und schnellstmögliche Behandlung sind aber nach wie vor Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung von bösartigen Tumoren.

Privatdozent Dr. med. Carel Caca, Endoskopie-Experte der Medizinischen Klinik II, widmet sich in seinem Vortrag neuen Methoden, mit der Krebs im Frühstadium besser von gutartiger Entzündung unterschieden werden kann. Über Sprühkatheter wird über das Endoskop das verdächtige Gewebe mit eigens dafür entwickelten Farbstoffen gefärbt. Das Krebsgewebe hebt sich besser ab. Der Arzt kann eine eindeutigere Diagnose stellen und zwar in einem sehr frühen Stadium. In Frühstadien ist of auch noch eine endoskopische Entfernung des Tumors ohne großen operativen Eingriff möglich. So können endoskopisch mit Hilfe spezieller Schlingen Tumoren im Frühstadien im Bereich der Speiseröhre, des Magens und des Dickdarms abtragen werden. Über endoskopisch applizierten Ultraschall kann ferner festgestellt werden, ob das Tumorgewebe vollständig erfasst worden ist. Die Bestätigung erfolgt aber immer zusätzlich durch die feingewebliche Untersuchung des Resektats durch den Pathologen. Insgesamt erhöhen hochauflösende neue Videoendoskope, die bessere Detailaufnahmen ermöglichen, bis hin zur Lupenendoskopie, wesentlich die diagnostische und therapeutische Sicherheit.

Aber auch in der Palliativmedizin von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes sind Fortschritte zu verzeichnen. U. a. wurde von Leipziger Wissenschaftlern unter Leitung von Prof. Dr. med. Frieder Berr, eine endoskopische Methode zur Behandlung von Gallengangskrebs mittels Laser weiter entwickelt, mit dem die Betroffenen bei guter Lebensqualität einige Jahre Lebenszeit gewinnen können. Wir hatten vor einiger Zeit darüber berichtet. Bei anderen Krebsarten, z. B. Dickdarmkrebs, gibt es inzwischen besser wirksame Chemotherapien, die helfen, noch längere Zeit ein sinnerfülltes Leben zu führen. Ein Anliegen Prof. Mössners ist es in diesem Zusammenhang, Krebspatienten die Angst vor Schmerzen zu nehmen: "Heutzutage muss niemand mehr Angst vor dem Krebsschmerz haben. Es gibt eine Reihe von Medikamenten, mit denen man den Schmerz wirksam bekämpfen kann."

Besonders wichtig aber ist es ihm, noch einmal darauf hinzuweisen, dass jeder die Möglichkeiten der Früherkennung von bösartigen Tumoren nutzen sollte. Insbesondere Risikopatienten, z. B. jene, bei denen Krebs in der Familie gehäuft vorkommt und natürlich alle Patienten mit Alarmsymptomen wie Gewichtsverlust, Schmerzen, Bluterbrechen, Blut im Stuhl, sollten sich untersuchen lassen: "Eine Endoskopie ist vielleicht unangenehm, wenn eine bösartige Geschwulst aber zu spät erkannt wird, kann das tödlich sein! Eine Dickdarmspiegelung ab dem 50igsten Lebensjahr bei jedem alle 10 Jahre, auch bei dem, der keinerlei Symptomatik oder familiäres Risiko hat, würde die Sterblichkeit an diesem zweithäufigsten bösartigen Tumor drastisch senken!

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/~medkl2/

Weitere Berichte zu: Krebserkrankung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Im Focus: Neue interaktive Software: Maschinelles Lernen macht Autodesigns aerodynamischer

Neue Software verwendet erstmals maschinelles Lernen um Strömungsfelder um interaktiv designbare 3D-Objekte zu berechnen. Methode wird auf der renommierten SIGGRAPH-Konferenz vorgestellt

Wollen Ingenieure oder Designer die aerodynamischen Eigenschaften eines neu gestalteten Autos, eines Flugzeugs oder anderer Objekte testen, lassen sie den...

Im Focus: New interactive machine learning tool makes car designs more aerodynamic

Scientists develop first tool to use machine learning methods to compute flow around interactively designable 3D objects. Tool will be presented at this year’s prestigious SIGGRAPH conference.

When engineers or designers want to test the aerodynamic properties of the newly designed shape of a car, airplane, or other object, they would normally model...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

Das Architekturmodell in Zeiten der Digitalen Transformation

14.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schatzkammer Datenbank: Digitalisierte Schwingfestigkeitskennwerte sparen Entwicklungszeit

16.08.2018 | Informationstechnologie

Interaktive Software erleichtert Design komplexer Gussformen

16.08.2018 | Informationstechnologie

Fraunhofer HHI entwickelt Quantenkommunikation für jedermann im EU-Projekt UNIQORN

16.08.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics