Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blutwäsche stärkt das geschwächte Herz

24.07.2006
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg bietet innovatives Verfahren der Immunadsorption an / Schädliche Antikörper werden entfernt

Patienten, die an einer bestimmten Form der Herzschwäche, der "Dilatativen Kardiomyopathie" (DCP), leiden, können von einer Blutwäsche profitieren. Dabei werden Antikörper aus dem Blut entfernt, die den Herzmuskel angreifen und zerstören. Die innovative Therapie der "Immunadsorption" bietet jetzt auch die Medizinische Universitätsklinik Heidelberg an. Sie verbessert die Pumpleistung des geschwächten Herzens, und die Patienten fühlen sich leistungsfähiger.

"Erst seit wenigen Jahren wissen wir, dass Antikörper eine wichtige Rolle bei dieser Form der Herzschwäche spielen", erklärt Professor Dr. Hugo Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie im Universitätsklinikum Heidelberg. "Die Immunadsorption ist deshalb eine wesentliche Erweiterung des Behandlungsspektrums, deren Wirksamkeit in klinischen Studien erwiesen ist."

Wenn Medikamente nicht mehr helfen, bleibt nur noch die Herztransplantation

Rund 500.000 Menschen in Deutschland leiden an der chronischen Herzmuskelschwäche DCP, bei der das Herz seine Pumpkraft einbüßt und das Herz extrem dünn und weit werden kann. "Auch mit Medikamenten kann diesen Patienten oft nicht mehr geholfen werden", sagt Professor Dr. Thomas Dengler, Oberarzt und Leiter des Kardiologisch-immunologischen Labors in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Dann bleiben nur noch die Implantation eines "Kunstherz", um das geschwächte Herz zu unterstützen, oder die Herztransplantation.

Werden bei den Patienten Autoantikörper gegen das eigene Herz nachgewiesen, so ist die Immunadsorption eine weitere Option. Der Patient wird stationär aufgenommen und unterzieht sich an fünf aufeinander folgenden Tagen einer Blutwäsche von jeweils 4 - 5 Stunden. Wie bei einer herkömmlichen Blutwäsche (Dialyse) wird das Blut in feste und flüssige Bestandteile getrennt und über einen Filter geleitet. Er ist mit einem speziellen Protein beschichtet, das die Antikörper und Immunkomplexe bindet. Das gereinigte Blutplasma und die Blutzellen werden dem Patienten anschließend wieder zugeführt.

Herzinsuffizienz-Ambulanz der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg:
Telefon: 06221 / 56 - 8692
Information zur Behandlung der Herzschwäche in Heidelberg:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Kardiomyopathien-Herzinsuffizienz.3301.0.html
Bei Rückfragen:
Professor Dr. Thomas Dengler
Tel: 06221 / 56-8692
E-Mail: Thomas.Dengler@med.uni-heidelberg.de
Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Kardiomyopathien-Herzinsuffizienz.3301.0.html

Weitere Berichte zu: Antikörper Blutwäsche DCP Immunadsorption

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue CBMC-Geräteschutzschaltervarianten

22.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

ISO-27001-Zertifikat für die GFOS mbH und die GFOS Technologieberatung GmbH

21.09.2018 | Unternehmensmeldung

Kundenindividuelle Steckverbinder online konfigurieren und bestellen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics