Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit BodyScan dem Hautkrebs auf der Spur

05.12.2001


Die neue Bildauswertungs-Software zeigt neue Muttermale und markante Hautveränderungen an. Sie hilft dem Dermatologen, Hautkrebs schneller und zuverlässiger zu erkennen.
© Fraunhofer IBMT


Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 100 000 Menschen neu an Hautkrebs. Bei rechtzeitiger Früherkennung sind die Heilungschancen groß. Eine Bildauswertungs-Software hilft dem Arzt, bösartige Hautveränderungen schnell und zuverlässig zu erkennen.

... mehr zu:
»Hautkrebs

Lange Ferien in südlichen Regionen, häufige Besuche im Solarium, ausgiebige Sonnenbäder und die Abnahme der schützenden Ozon-Schicht fordern zunehmend ihren Tribut: Nicht nur in Australien und Neuseeland, sondern auch in Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Hautkrebs. Jährlich werden allein in der Bundesrepublik etwa 100 000 bösartige Hautveränderungen festgestellt. Tendenz steigend: Innerhalb der nächsten zehn Jahre - so die düstere Prognose der Experten - wird sich die Zahl sogar verdoppeln. Doch im Vergleich zu anderen Krebsarten kann der Hautkrebs früh erkannt werden. Denn er entwickelt sich äußerlich sichtbar. Je früher der Tumor diagnostiziert und behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Daher empfiehlt es sich, regelmäßig zum Hautarzt zu gehen und die Male untersuchen zu lassen. Der Dermatologe überprüft, ob sich Muttermale, Sommersprossen und Leberflecke krankhaft verändert haben, und ob neue Hautflecken hinzugekommen sind. Keine einfache Aufgabe für den Hautarzt - insbesondere bei Patienten mit sehr vielen Muttermalen. Bislang musste er sich allein auf sein trainiertes Auge und die Lupe verlassen - zusätzliche Hilfsmittel gab es nicht.


Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT in St. Ingbert haben nun eine neue Software zur Bildauswertung entwickelt, die den Hautarzt bei der Untersuchung unterstützt. Der Dermatologe macht per Digital- oder Videokamera Aufnahmen von der Haut des Patienten. Beim nächsten Arztbesuch werden erneut Bilder angefertigt und mit alten Fotografien verglichen. Die Auswertung übernimmt die ausgeklügelte Bildauswertungs-Software. Sie erkennt, ob neue Muttermale hinzugekommen sind oder ob sich Leberflecke krankhaft verändert haben. Durch Überblendungen der aktuellen und der letzen Aufnahme kann der Mediziner die Entstehung neuer Male sofort am Monitor feststellen. Markante Hautveränderungen werden auf seinen Wunsch entweder farbig, blinkend oder mit einem Leuchtring markiert angezeigt. So kann der Mediziner schnell und zuverlässig bösartige Hauttumore erkennen.


Bei der Entwicklung der Software mussten die Fraunhofer-Forscher vor allem zwei Probleme berücksichtigen. In der Zeit zwischen den Aufnahmen verändert sich die Haut des Patienten. Außerdem ist es kaum möglich, den Betroffenen in exakt derselben Position und bei gleichen Lichtverhältnissen zu fotografieren. »Daher muss das Programm die bei unterschiedlichen Aufnahmebedingungen gewonnenen Bilder automatisch korrigieren, bevor sie miteinander verglichen werden«, erläutert Dr. Frank Volke, Leiter der Arbeitsgruppe Magnetische Resonanz am IBMT die Herausforderung. Dies gelingt mit Hilfe eines komplexen mathematischen Algorithmus, der von dem Fraunhofer-Forscher Stefan Schreiner entwickelt wurde.


Das hilfreiche Bildauswertungsprogramm ist bereits auf dem Markt erhältlich. Das Unternehmen Teach Screen Software GmbH vermarktet die Software unter dem Namen BodyScan®. Das System wurde schon in verschiedene europäische Länder, die USA und Brasilien verkauft.

Dr. Frank Volke | Fraunhofer Gesellschaft

Weitere Berichte zu: Hautkrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit körpereigenem Protein Herpes bekämpfen
13.11.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Mit Lichtimpulsen Herzzellen abschalten
06.11.2018 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics