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Immunsystem und Alzheimer

27.11.2001


Im Rahmen eines Projekts der Niederländischen Forschungsorganisation NWO haben Utrechter Wissenschaftler herausgefunden, welche Rolle die in der Nähe absterbender Gedächtniszellen befindlichen Hirnzellen des Immunsystems spielen. Die Studie ist ein Beitrag zur Enträtselung der Ursachen der Alzheimer-Krankheit.

Bei Alzheimer-Patienten sterben die Hirnzellen ab. Das Zugrundegehen dieser Neuronen vollzieht sich vor allem in der Umgebung der so genannten Plaques, den Knäueln des Proteins Beta-Amyloid.
Die NWO-Studie wies nach, dass das Beta-Amyloid der Plaques die angrenzenden Zellen zur Produktion so genannter CC-Chemokine stimuliert. In Laborversuchen zogen diese Stoffe weitere benachbarte Zellen an.
An den Plaques befinden sich zwei Arten von Hirnzellen. Die eine Art sind die Hirn-Makrophagen. Diese Zellen sind Bestandteil des Immunsystems des Hirns und beseitigen normalerweise Bakterien und Abfallprodukte. Aus der Utrechter Studie geht hervor, dass das Protein Beta-Amyloid der Plaques die Hirn-Makrophagen zur Produktion toxischer Stoffe anregt. Bei diesen Giftstoffen handelt es sich um Sauerstoffradikale und entzündungsfördernde Verbindungen, die für das Absterben der Hirnzellen sorgen.
Die andere Art benachbarter Hirnzellen sind die Astrozyten. Diese sternförmigen Zellen sind normalerweise für den Zusammenhalt der Hirnstruktur mitverantwortlich. Die Rolle der Astrozyten bei der Alzheimer-Krankheit ist noch unklar. Laborversuche haben gezeigt, dass Astrozyten keine toxischen Stoffe erzeugen, sondern sogar die Aktivität der Makrophagen hemmen.
Ungefähr 180.000 Niederländer leiden an irgendeiner Form der Demenz. Davon sind 130.000 Alzheimer-Patienten. Man schätzt, dass ihre Anzahl um das Jahr 2050 die 300.000 überschreiten dürfte. Dann wäre ein Sechzigstel der niederländischen Bevölkerung betroffen.
Bei der Alzheimer-Krankheit handelt es sich um einen völligen Schwund des Hirngewebes. Am Anfang nimmt das Kurzzeitgedächtnis ab. Dann entwickeln sich Verhaltensstörungen wie Umherwandern und motorische Unruhe. Später können die Patienten nicht mehr sprechen und ihre Mitmenschen nicht mehr erkennen. Letztendlich werden sie zu Vollpflegefällen.
Nähere Informationen:
Hessel Smits (Universitätszentrum Utrecht, Eijkman-Winkler-Institut, Sektion Neuroimmunologie)
T +31 30 250 6534
F +31 30 254 1770
E-Mail: h.a.smits@lab.azu.nl
oder Kopromotor Dr. Hans Nottet
E-Mail: h.s.l.m.nottet@lab.azu.nl

Msc Michel Philippens | idw

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