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Gesichtsfelddefekte sind doch therapierbar

22.11.2001


zu 1.) Ist-Zustand nach Schädigung der Neuronen: Zwischen den defekten und den intakten Bereichen existieren teilgeschädigte Übergangsbereiche. Deren Erregung reicht jedoch nicht aus, um Sinneseindrücke zu erzeugen.

zu 2.) Modell 1: Neuronen in teilgeschädigten Übergangsbereichen können durch gezielte Stimulation wieder reaktiviert werden.

zu 3.) Modell 2a: Gesichtsfeldvergrößerung ergibt sich dadurch, dass intakte Neuronen im Randbereich durch perzeptuelles Lernen via horizontaler Interneuronen Informationen aus dem teilgeschädigten Bereich mit verarbeiten. Dadurch dehnen diese Neuronen ihre rezeptiven Felder in den blinden Bereich aus.

zu 4.) Modell 2b: Zwischen Neuronen in teilgeschädigten Bereichen können sich Verbindungen verfestigen. Es wird so eine überschwellige Reizung erreicht


Gesichtsfeldeinschränkungen wie Hemianopsie, Skotome, Quadrantenanopsie, "Tunnelblick" sind die häufigsten visuellen Wahrnehmungsstörungen infolge einer zerebralen Verursachung. Bisher galten Gesichtsfelddefekte dieser Art als nicht therapierbar. Mittels eines erstmals von NovaVision (Magdeburg) entwickelten computergestützten Trainingsprogramms erzielen 95 Prozent der Patienten einen Zugewinn an Sehfähigkeit.

NovaVision entwickelte ein weltweit innovatives computergestütztes Trainingsprogramm, mit dem eine Gesichtsfelderweiterung mittels des Visuellen Restitutionstrainings (VRT) möglich ist. Die Therapie mit dem VRT ist patientenindividuell an einem Computermonitor durchzuführen. Das Gesichtsfeldtraining durch Lichtstimulation wird von Patienten rund sechs Monate, zweimal eine halbe Stunde täglich, am Computermonitor zu Hause durchgeführt.

Teilblindheit nach einer Schädigung des Gehirns, als Gesichtsfeldeinschränkung fassbar, wurde lange Zeit als nicht therapierbar angesehen. Neuere Erkenntnisse von der "Veränderlichkeit des Gehirns" (die sogenannte Plastizität) überholen diese Ansicht grundlegend.

Das VRT nutzt die Neuroplastizität des visuellen Systems (s. Abbildung), indem es überlebende Neuronen in teilgeschädigten Übergangsbereichen des visuellen Systems aktiviert. Erst durch die systematische Stimulation durch Lichtpunkte können die teilweise lädierten Neuronen wieder soweit aktiviert werden, dass an der Grenze zwischen aktivem und geschädigtem Gesichtsfeld nach einiger Zeit Wahrnehmung wieder möglich wird.

Für Kliniken und Praxen, die daran interessiert sind, ihren Patienten die Visuelle Restitutionstherapie vor Ort anzubieten, bietet NovaVision interessante Kooperationsmöglichkeiten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei NovaVision AG, Dr. med. Gereon Boos, Tel. 0391 / 63 600 50.

Joanna Ploch | PRESSEMELDUNG

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