Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Schlüssellochmedizin" als Chance für Osteoporose-Patienten

24.05.2006


Die Radiologie macht es möglich: Wo früher operiert werden musste, reicht heute ein kleiner Nadelstich. Denn Radiologen können mithilfe Bild gebender Verfahren während der Behandlung "live" ins Innere der Patienten schauen. Eine Methode dieser "Schlüssellochmedizin" ist die Vertebroplastie - ein Verfahren, das schnelle Schmerzlinderung für Osteoporosepatienten bietet. Dabei werden gebrochene Wirbelkörper mit medizinischem Zement stabilisiert. Eingebracht wird der Zement durch eine kleine Nadel. Im Computertomographen (CT) kontrollieren Radiologen die Ausbreitung des Stoffes im Knochen. Aktuelle Studienergebnisse werden derzeit auf dem 87. Deutschen Röntgenkongress in Berlin vorgestellt.



Besonders häufig sind ältere Frauen von Osteoporose betroffen. Ist der Knochen zu stark angegriffen, brechen die Wirbel unter der Last des Körpers zusammen. Abhilfe schafft hier die Vertebroplastie: Mit CT-Bildern erkennen Radiologen dreidimensional das genaue Ausmaß der Krankheit. Mit medizinischem Zement stabilisieren sie dann die beschädigten Wirbel. Damit der Zement nicht in das umliegende Gewebe gelangt, muss der Verlauf ständig am Bildschirm überprüft werden. Der Zement härtet nach wenigen Minuten aus und ist sogar belastbarer als der Knochen selbst. Der Eingriff dauert maximal 60 Minuten und findet unter lokaler Betäubung statt. Nach wenigen Stunden Ruhezeit ist der Patient wieder auf den Beinen und kann nach ein bis zwei Tagen die Klinik verlassen. Teilweise wird die Behandlung sogar ambulant durchgeführt.

... mehr zu:
»Radiologie »Vertebroplastie


"Die Patienten schildern eine deutliche Schmerzlinderung schon direkt nach der Behandlung", so Dr. Ralf-Thorsten Hoffmann, Leiter des Funktionsbereichs Angiographie und Interventionelle Radiologie am Klinikum der Universität München. "Wir können damit den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgeben." Denn die beschädigten Knochen verursachen starke Schmerzen und schränken die Patienten gravierend in ihrer Bewegungsfreiheit ein. Fehlende Bewegung aber verschlimmert die Krankheit noch. Diesen Teufelskreis können Ärzte mit der Vertebroplastie durchbrechen.

Radiologen greifen heute immer mehr in Therapieverfahren ein. Ihre Tätigkeit ist nicht mehr nur auf die Diagnose von Krankheiten beschränkt. "Interventionelle Radiologie" nennen die Fachleute das. Der Blick in den Körper macht Operationen häufig überflüssig, die Körperoberfläche wird stattdessen nur noch durch einen Nadelstich verletzt. Methoden der "Schlüssellochmedizin" - wie die Vertebroplastie - erfolgen zudem meistens bei örtlicher Betäubung.

Pressekontakt:
Katrin Thormeier & Silke Stark
ipse Communication
Tel.: 030 288846-14 bzw. -11
Fax: 030 288846-46
Mail: k.thormeier@ipse.de bzw. s.stark@ipse.de

Silke Stark | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipse.de/RoeKo2006/index.php
http://www.roentgenkongress.de

Weitere Berichte zu: Radiologie Vertebroplastie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Genaue Entschlüsselung von Brustkrebszellen könnte neue Therapie eröffnen
16.04.2019 | Universität Zürich

nachricht Dauerstress stört die Frakturheilung Überreaktionen des Immunsystems behindern Knochenneubildung
08.04.2019 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Explosion on Jupiter-sized star 10 times more powerful than ever seen on our sun

A stellar flare 10 times more powerful than anything seen on our sun has burst from an ultracool star almost the same size as Jupiter

  • Coolest and smallest star to produce a superflare found
  • Star is a tenth of the radius of our Sun
  • Researchers led by University of Warwick could only see...

Im Focus: Neues „Baustein-Konzept“ für die additive Fertigung

Volkswagenstiftung fördert Wissenschaftler aus dem IPF Dresden bei der Erkundung eines innovativen neuen Ansatzes im 3D-Druck

Im Rahmen Ihrer Initiative „Experiment! - Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“
fördert die VolkswagenStiftung ein Projekt, das von Herrn Dr. Julian...

Im Focus: Vergangenheit trifft Zukunft

autartec®-Haus am Fuß der F60 fertiggestellt

Der Hafen des Bergheider Sees beherbergt seinen ersten Bewohner. Das schwimmende autartec®-Haus – entstanden im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung...

Im Focus: Hybrid-Neuronen-Netzwerke mit 3D-Lithografie möglich

Netzwerken aus wenigen Neuronenzellen können gezielt künstliche dreidimensionale Strukturen vorgegeben werden. Sie werden dafür elektronisch verschaltet. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, Fehler in neuralen Netzwerken besser zu verstehen und technische Anwendungen mit lebenden Zellen gezielter zu steuern. Dies stellt ein Team aus Forschenden aus Greifswald und Hamburg in einer Publikation in der Fachzeitschrift „Advanced Biosystems“ vor.

Eine der zentralen Fragen der Lebenswissenschaften ist, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen. Komplexe Abläufe im Gehirn ermöglichen uns, schnell Muster...

Im Focus: Was geschieht im Körper von ALS-Patienten?

Wissenschaftler der TU Dresden finden Wege, um das Absterben von Nervenzellen zu verringern und erforschen Therapieansätze zur Behandlung von ALS

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine unheilbare Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nicht selten verläuft ALS nach der Diagnose innerhalb...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Irdischer Schutz für außerirdisches Metall

18.04.2019 | Verfahrenstechnologie

Erster astrophysikalischer Nachweis des Heliumhydrid-Ions

18.04.2019 | Physik Astronomie

Radioteleskop LOFAR blickt tief in den Blitz

18.04.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics