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Neue Ära für die Interventionelle Kardiologie durch medikamentenbeschichtete Stents

16.11.2001


Während der internationalen Kardiologentagung in Frankfurt am 30. November und 1. Dezember 2001 wird eine völlig neue Generation von Koronarstents vorgestellt, mit der es möglich ist, die Wiederverengung von Herzkranzarterien durch Gewebewucherung nach zuvor durchgeführter Kathetererweiterung und Stent-Implantation (Einpflanzung einer metallischen Gefäßstütze) zu unterdrücken.

Die neuartigen Stents werden mit Substanzen beschichtet, die auch in der Krebsbehandlung zur Verhinderung von Gewebewucherung eingesetzt werden und für einige Tage von der Stent-Oberfläche in die Wand der Herzkranzschlagader abgegeben werden.

Die Einführung dieser neuen Stent-Generation bedeutet den Beginn einer neuen Ära für das Fachgebiet der interventionellen Kardiologie, da zu erwarten ist, dass das jahrzehntealte therapeutische Problem der Wiederverengung minimal-invasiv geweiteter Herzkranzarterien damit eliminiert wird.

Viele Patienten, für die bisher noch eine chirurgische Behandlung des Herzens mit Bypass-Operation erforderlich war, werden dadurch in Zukunft mit der minimal-invasiven Herzkathetertechnik behandelt werden können.

Die Wissenschaftler berichten ausserdem über die ebenfalls minimal-invasive Einpflanzung von Stents in die Gehirnarterien zur Verhütung von Schlaganfällen und über die Einpflanzung von Stents in die Bauchschlagader, wenn diese durch krankhafte Aussackung von einer todbringenden Zerreissung bedroht ist.

Neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Sofortbehandlung von Herzinfarktpatienten durch Implantation eines Stents in Verbindung mit der Gabe hochwirksamer Medikamente zur Hemmung der Blutplättchen werden ebenfalls vorgestellt.

Auf der internationalen Kardiologentagung, die vom Kardiologischen Centrum ausgerichtet und von Priv.-Doz. Dr. Dr. Jürgen Haase wissenschaftlich geleitet wird, werden über 500 Herzspezialisten aus aller Welt erwartet.

Die Teilnehmer können schwierige Eingriffe am Herzen mit Hilfe einer Live-Fernsehübertragung aus den Operationssälen direkt verfolgen.

PD Dr. Dr. J. Haase | idw

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