Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Jahrzehnt der Knochen und Gelenke

15.11.2001


MHH-Unfallchirurg stellt deutsche Daten zu Unfällen und Verletzungen zusammen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat von 2000 bis 2010 das Jahrzehnt der Knochen und Gelenke ausgerufen, die "Bone and Joint Decade". Damit möchte sie und die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen der rapide steigenden Motorisierung darstellen sowie die Forschung auf diesem Gebiet stärken. Das Bundesgesundheitsministerium hat deshalb einen Sonderreport zu muskuloskelettalen Erkrankungen initiiert und bundesweit ausgeschrieben. Für das Kapitel "Unfälle und Verletzungen" zeichnet Professor Dr. Hans-Christoph Pape, Unfallchirurgische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), verantwortlich. Heute stellt er das Projekt in Berlin auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie vor.

Zunächst ist ein Überblick über die derzeitige Situation in Deutschland geplant: Wie viele Menschen sind von Unfällen und Verletzungen betroffen, welche Folgekosten entstehen durch Rehabilitation und Arbeitsunfähigkeit? Um die Daten zusammenzustellen, wird Professor Pape auf mehrere Quellen zurückgreifen, unter anderem das Statistische Bundesamt, die Berufsgenossenschaften und Versicherungen. Wichtige Zahlen liefert auch die Verkehrsunfallforschung der MHH, die bundesweit über die größte Datenbank mit mehr als 20.000 untersuchten Fällen verfügt. Professor Pape wirkt zudem mit beim Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie; dort werden seit 1992 Informationen zur Traumabehandlung aus mittlerweile 72 Kliniken zusammengetragen und analysiert. Einige grundsätzliche Aussagen lassen sich schon jetzt treffen:

  • Als Grund für eine Arbeitsunfähigkeit stehen mit großem Abstand Erkrankungen des Skeletts, der Muskeln, des Bindegewebes an erster Stelle. Es folgen Verletzungen, Erkrankungen der Atmungsorgane und des Herz-Kreislauf-Systems. (Quelle: AOK)
  • Bei Unfällen im Straßenverkehr konnte im Vergleich zu den 70er Jahren die Zahl der Schwerverletzten durch Verbesserungen der Fahrzeuge deutlich reduziert werden. Insbesondere bei Unfällen, die mit einer Geschwindigkeit unter 70 Kilometern pro Stunde erfolgten, traten weniger schwere Verletzungen auf - eine Tatsache, die unmittelbar auf die verbesserte passive Sicherheit zurückzuführen ist. Ab einer Geschwindigkeit von mehr als 70 Kilometern pro Stunde ist die Anzahl der Schwerverletzten damals wie heute gleich hoch. (Quelle: Verkehrsunfallforschung MHH).
  • Bei derart schweren Verletzungen verstarben in den 70er Jahren im Mittel 37 Prozent der Patienten, in den 80er Jahren 22 Prozent und 2001 im Mittel 14,5 Prozent (Quelle: Unfallchirurgische Klinik der MHH). Darin spiegelt sich eine bessere medizinische Behandlung wider. Dies hat seinen Preis:
  • Im Vergleich zum Jahr 1988 haben sich 1999 die Folgekosten für Schwerverletzte (medizinische Versorgung, Rehabilitation, Arbeitsunfähigkeit) versechsfacht. (Quelle: Hannover Rück)

Weitere Informationen gibt gern Professor Pape, Telefon: (0511) 532-2050, E-Mail:  Pape.Hans-Christoph@mh-hannover.de

Christa Möller | idw

Weitere Berichte zu: MHH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Digitaler Zwilling für personalisierte Medizin - Schick den Avatar zum Arzt
12.07.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Umfangreiche genetische Studie klärt Transformation von Vorleukämie zur vollständigen Leukämie auf
12.07.2019 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Im Focus: First-ever visualizations of electrical gating effects on electronic structure

Scientists have visualised the electronic structure in a microelectronic device for the first time, opening up opportunities for finely-tuned high performance electronic devices.

Physicists from the University of Warwick and the University of Washington have developed a technique to measure the energy and momentum of electrons in...

Im Focus: Neues Verfahren für den Kampf gegen Viren

Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft in Sulzbach und Regensburg arbeiten im Projekt ViroSens gemeinsam mit Industriepartnern an einem neuartigen Analyseverfahren, um die Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Methode kombiniert elektrochemische Sensorik und Biotechnologie und ermöglicht erstmals eine komplett automatisierte Analyse des Infektionszustands von Testzellen.

Die Meisten sehen Impfungen als einen Segen der modernen Medizin, da sie vor gefährlichen Viruserkrankungen schützen. Doch bevor es ein Impfstoff in die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielfältiger einsetzbare Materialien

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Regulation des Wurzelwachstums aus der Ferne

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

19.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics