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Ausbildungsprogramm Gesundheitswissenschaften an der Universität Bielefeld komplett

13.11.2001


Gestuftes Programm Bachelor - Master - Doctor nach internationalem Vorbild

Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld hat von Wissenschaftsministerin Gabriele Behler grünes Licht für die Vervollständigung ihres Ausbildungsprogramms erhalten. Das Ministerium folgte dem Antrag der Fakultät, vom kommenden Jahr an einen neuen grundständigen Studiengang für Abiturienten in den Gesundheitswissenschaften einzuführen, der nach drei Jahren mit einem international anerkannten Bachelor-Abschluss endet.

Zuvor hatte das Ministerium schon zugestimmt, den bisherigen Aufbau-Studiengang in einen Studiengang mit dem international üblichen Abschluss Master of Public Health umzuwandeln. Eine Möglichkeit zur Promotion und zum Erwerb des Titels "Doctor of Public Health" existiert bereits seit fünf Jahren, ebenfalls ein Fernstudiengang für berufstätige Fachleute in den Gesundheitsberufen. "Das Ausbildungsprogramm der Fakultät ist damit komplett", so die neu gewählte Dekanin, Professor Dr. Maria Blettner, und der für die Studiengangsentwicklung zuständige Vorsitzende der Lehr- und Prüfungskommission, Professor Dr. Klaus Hurrelmann. "Wir sind damit die erste Ausbildungseinrichtung im deutschen Sprachraum, die ein dreigestuftes Programm für die Gesundheitswissenschaften anbietet. Auch innerhalb der Universität Bielefeld gehören wir zu den ersten Fakultäten, die dieses europa- und weltweit geltende Ausbildungskonzept umsetzen.

Die Fakultätskonferenz der Gesundheitswissenschaften hatte im Frühjahr die Konzeption für den Bache-lor-Studiengang einstimmig beschlossen. In einer dreijährigen Ausbildung soll er Abiturientinnen und Abiturienten aufnehmen und ihnen eine Qualifikation in fünf Bereichen vermitteln, die einen Bezug zu modernen Strategien der Kommunikation, des Managements und der Datenverarbeitung haben. Dazu gehören Gesundheitsinformation, Gesundheitstelematik, Gesundheitserziehung, Gesundheitsplanung, Gesundheitsorganisation und Gesundheitsberichterstattung. Anwendungsgebiete sind Patienten-Informationssysteme bei Gesundheitsstörungen und Krankheiten, Beratungsdienste im Internet, Berichte in den Massenmedien, Gesundheitsjournalismus, Internet-Portale und moderne Formen von Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement. Untersuchungen der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und der deutschen Dachverbände für Public Health hatten gezeigt, dass ein großer Bedarf für qualifizierte Fachleute in diesen Bereichen besteht.

Die Absolventen des Bachelor-Studienganges können nach drei Jahren Ausbildung, in die intensive praktische Qualifikationen und Praxisaufenthalte in den Kooperationseinrichtungen der Fakultät für Gesundheitswissenschaften eingegliedert sind, direkt in den Beruf gehen oder aufbauend den Studiengang "Master of Public Health" absolvieren, der bereits seit 13 Jahren in Bielefeld angeboten wird und seit einem Jahr in einen Master-Studiengang umgewandelt wurde. Dieser Studiengang setzt die Qualifikationen aus dem grundlegenden Studium fort und bietet professionelle Spezialisierungen in Bevölkerungsmedizin, Gesundheitsforschung, Gesundheitsförderung, Rehabilitation, Epidemiologie, Prävention, Gesundheitsmanagement, Versorgung und Pflege an. Aus diesem Studiengang sind bereits 280 Absolventinnen und Absolventen hervorgegangen. Viele von ihnen gehen in das sich anschließende Promotionsprogramm über, das mit dem "Doctor of Public Health" endet.

Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften betreibt außer dem dreistufigen Ausbildungsprogramm noch ein erfolgreiches Fernstudium für Angehörige aus medizinischen und anderen Berufsgruppen, die parallel zu ihrer Tätigkeit als Arzt, Pflegekraft, Krankenkassenmanager und Gesundheitsberater ein Zertifikat in Gesundheitswissenschaften erwerben wollen.

Als Modellprojekt des Bundeswissenschaftsministeriums läuft an der Fakultät in diesem Semester auch der neue Studiengang mit dem Abschluss Master of Science in Epidemiology an, der zusammen mit den Universitäten München und Technische Universität Berlin betrieben wird.

Dr. Gerhard Trott | idw

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