Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erhebliche Zunahme der Syphilis-Meldungen in Berlin, Hessen und Baden-Württemberg.

09.11.2001


Eine erste Analyse der bis zum August des Jahres im Robert Koch-Institut eingegangenen Syphilis-Erkrankungsmeldungen lässt in Berlin, Hessen, aber auch in Baden-Württemberg eine deutliche aktuelle Zunahme der gemeldeten Syphilis erkennen.
Die vorliegenden Daten und Informationen belegen, dass insbesondere homosexuelle Männer in den Großstädten betroffen sind. Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts, appelliert daher an die Ärzte in den betroffenen Regionen, "verstärkt auf verdächtige Symptome bei Patienten zu achten und bei den diagnostischen Überlegungen an die Möglichkeit einer Syphilis zu denken". Die Meldezahlen nach Bundesländern, Stand Ende August 2001, veröffentlicht das Robert Koch-Institut im wöchentlich herausgegebenen Epidemiologischen Bulletin, Ausgabe 45/2001 vom 9. November 2001.

Aufgrund der mit dem Infektionsschutzgesetz im Jahr 2001 erfolgten Umstellung des Meldesystems (jetzt anonyme Meldungen aus den diagnostizierenden Laboratorien, vorher Meldungen der behandelnden Ärzte) sind die Meldezahlen der Vorjahre nur bedingt mit den aktuellen Daten vergleichbar. Ein Teil der in diesem Jahr bundesweit zu erwartenden Zunahme könnte auf eine verbesserte Erfassung der Syphilis-Fälle zurückzuführen sein. Die hier besonders hervorgehobene Zunahme bei homosexuellen Männern in bestimmten Regionen - insbesondere sind die großstädtischen Regionen Berlin und Frankfurt am Main betroffen - dürfte indessen in erster Linie auf eine tatsächlich gestiegene Zahl von Infektionen zurückzuführen sein. Dies ergibt die Auswertung der Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsrisiko, die seit Beginn dieses Jahres mit den Meldungen erhoben werden und wird durch Berichte von behandelnden Ärzten aus den betroffenen Regionen bestätigt.

Gefährdete Personen sollten über die Symptome einer Infektion aufgeklärt werden und bei verdächtigen Symptomen einen Arzt aufsuchen. Wenige Tage nach Infektion entwickelt sich ein meist schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle des Erregers, meist an den Genitalien, im Analbereich oder im Mund, und nach einigen Wochen treten Hauterscheinungen auf, oft an Hand- und Fußinnenseite. Eine unbehandelte Syphilis kann bei den Betroffenen noch Jahre später zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen verursachen.

Syphilis erhöht auch deutlich das Risiko, sich mit HIV zu infizieren und das Risiko, eine HIV-Infektion weiterzugeben. Die rechtzeitige Erkennung und Behandlung einer Syphilis ist daher auch eine wichtige Maßnahme, um die Ausbreitung von HIV einzudämmen. Es wird daher in diesem Zusammenhang nachdrücklich daran erinnert, dass die konsequente Verwendung von Kondomen nicht nur das Risiko einer HIV-Übertragung vermindert, sondern auch das Risiko, an Syphilis oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion zu erkranken.

Obwohl in anderen Großstädten und Ballungsräumen wie Köln, Düsseldorf,
Ruhrgebiet, Hannover, München und Leipzig bislang keine auffällige Zunahme
von Erkrankungen zu beobachten ist, gelten die Empfehlungen auch für diese Regionen, da ein Übergreifen des Ausbruchs nicht auszuschließen ist. Bereits in den Jahren 1998 bis 2000 war es zu einem lokalen Syphilis-Ausbruch unter homosexuellen Männern im Raum Hamburg gekommen.

Heidrun Wothe | idw
Weitere Informationen:
http://www.rki.de/INFEKT/EPIBULL/EPI.HTM

Weitere Berichte zu: HIV Infektion Syphilis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Graphen Nanoflocken: ein neues Instrument für die Präzisionsmedizin
19.08.2019 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

nachricht Sind die Darmbakterien die eigentlichen Manager beim Zu- und Abnehmen?
19.08.2019 | Universität Greifswald

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: "Qutrit": Komplexe Quantenteleportation erstmals gelungen

Wissenschaftlern der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Wien ist es gemeinsam mit chinesischen Forschern erstmals gelungen, dreidimensionale Quantenzustände zu übertragen. Höherdimensionale Teleportation könnte eine wichtige Rolle in künftigen Quantencomputern spielen.

Was bislang nur eine theoretische Möglichkeit war, haben Forscher der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien nun erstmals...

Im Focus: Laser für durchdringende Wellen: Forscherteam entwickelt neues Prinzip zur Erzeugung von Terahertz-Strahlung

Der „Landau-Niveau-Laser“ ist ein spannendes Konzept für eine ungewöhnliche Strahlungsquelle. Er hat das Zeug, höchst effizient sogenannte Terahertz-Wellen zu erzeugen, die sich zum Durchleuchten von Materialen und für die künftige Datenübertragung nutzen ließen. Bislang jedoch scheiterten nahezu alle Versuche, einen solchen Laser in die Tat umzusetzen. Auf dem Weg dorthin ist einem internationalen Forscherteam nun ein wichtiger Schritt gelungen: Im Fachmagazin Nature Photonics stellen sie ein Material vor, das Terahertz-Wellen durch das simple Anlegen eines elektrischen Stroms erzeugt. Physiker des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) waren maßgeblich an den Arbeiten beteiligt.

Ebenso wie Licht zählen Terahertz-Wellen zur elektromagnetischen Strahlung. Ihre Frequenzen liegen zwischen denen von Mikrowellen und Infrarotstrahlung. Sowohl...

Im Focus: A miniature stretchable pump for the next generation of soft robots

Soft robots have a distinct advantage over their rigid forebears: they can adapt to complex environments, handle fragile objects and interact safely with humans. Made from silicone, rubber or other stretchable polymers, they are ideal for use in rehabilitation exoskeletons and robotic clothing. Soft bio-inspired robots could one day be deployed to explore remote or dangerous environments.

Most soft robots are actuated by rigid, noisy pumps that push fluids into the machines' moving parts. Because they are connected to these bulky pumps by tubes,...

Im Focus: Crispr-Methode revolutioniert

Forschende der ETH Zürich entwickelten die bekannte Crispr/Cas-Methode weiter. Es ist nun erstmals möglich, Dutzende, wenn nicht Hunderte von Genen in einer Zelle gleichzeitig zu verändern.

Crispr/Cas ist in aller Munde. Mit dieser biotechnologischen Methode lassen sich in Zellen verhältnismässig einfach und schnell einzelne Gene präzise...

Im Focus: Wie schwingen Atome in Graphen-Nanostrukturen?

Innovative neue Technik verschiebt die Grenzen der Nanospektrometrie für Materialdesign

Um das Verhalten von modernen Materialien wie Graphen zu verstehen und für Bauelemente der Nano-, Opto- und Quantentechnologie zu optimieren, ist es...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Gedanken rasen zum Erfolg: CYBATHLON BCI Series 2019

16.08.2019 | Veranstaltungen

Impfen – Kleiner Piks mit großer Wirkung

15.08.2019 | Veranstaltungen

Internationale Tagung zur Katalyseforschung in Aachen

14.08.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wie synthetische Zellen schädliche Bakterien bekämpfen

19.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Neuartiger Ventiltrieb spart 20% Treibstoff

19.08.2019 | Energie und Elektrotechnik

Deutschlandweit einziges Chinatron an der Uni Ulm: Wegbereiter des bionischen Baumstamms

19.08.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics