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Studie belegt Wirksamkeit von Interferon bei schwerem Asthma

12.05.2006


Promotionsarbeit am Uniklinikum Jena zur Asthma-Therapie erhält Förderpreis der Pneumologen



Der Förderpreis für die beste klinische Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie geht in diesem Jahr an eine Medizinerin des Universitätsklinikums Jena. Dr. Nicole Bergmann erhielt jetzt den mit 10.000 Euro dotierten Preis auf dem diesjährigen Kongress der Lungenfachgesellschaft in Nürnberg für die im Rahmen ihrer Promotion erstellte Studie zur Therapie schweren Asthmas durch Interferon. Darin kann Nicole Bergmann belegen, dass bei einer mehrmonatigen Gabe von Interferon die Symptome eines schwersten Asthmas fast vollständig beseitigt werden können. Gleichzeitig zeigen ihre Ergebnisse, dass bei dieser Therapieform die Behandlung der Asthmapatienten mit Kortisontabletten beendet werden kann.

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Die Ärztin untersuchte in der Studie 9 Patienten mit schwerem Asthma bronchiale, die mindesten 12 Monate mit dem Medikament Interferon behandelt wurden. Im Zentrum der Studie stand die Wirkung des Interferons sowohl auf die Beschwerden als auch auf die Entzündungsvorgänge. Die Behandlung erfolgte in diesem Zeitraum dreimal wöchentlich. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche, bisher mit anderen Mitteln nicht erreichte Besserung der Symptome. "Die Studie von Dr. Bergmann belegt, dass Interferon wie kein anderes Medikament bei schwerem Asthma helfen kann", fasst Prof. Dr. Dr. Claus Krögel, Pneumologe am Jenaer Uniklinikum und Betreuer der preisgekrönten Arbeit, die Ergebnisse zusammen. "Die Symptome und Anfälle verschwinden, die Patienten sind wieder fast normal belastbar und können zum Teil ihren Beruf wieder aufnehmen", so Krögel zu den konkreten Auswirkungen. "Zudem verbessert sich die Lungenfunktion und wir können sogar die Behandlung mit Kortison, die meist seit Jahren erfolgte, beenden."

Anhand dieser Ergebnisse konnte Nicole Bergmann in ihrer Arbeit erstmals anhand einer Untersuchung über 12 Monate die Wirksamkeit des Interferon bei schwerstem Asthma zeigen. Dieses Medikament wird seit wenigen Jahren bei der Behandlung von Asthmatikern eingesetzt. Bis dahin waren die Ärzte faktisch nicht in der Lage, schwerstes Asthma wirkungsvoll zu lindern. "Die Situation, in der wir uns vor dem Einsatz von Interferon befanden, kann mit einem Bild verdeutlicht werden: Der Patient ringt ständig verzweifelt nach Luft, während der Arzt eine immer höhere Kortisondosis verabreicht, ohne dass eine echte Besserung eintritt", beschreibt Prof. Krögel die Ausgangssituation.

Etwa fünf Millionen Deutsche leiden an Asthma. Den meisten kann mit den Mitteln der modernen Medizin und mit Einsatz von inhalativem Kortison gut geholfen werden. Allerdings sind die Ärzte in etwa fünf Prozent der Fälle, bei besonders schwerer Atemnot, hilflos. Inhalationen und Tabletten versagen hier ihren Dienst. Die Betroffenen leiden unter Luftnotanfällen und Husten, die bei geringsten alltäglichen Belastungen wie Treppensteigen oder Ankleiden auftreten. Oft erfordern diese Anfälle Notarztbehandlungen und Krankenhausaufenthalte. Drei Viertel aller Asthma-bedingten Todesfälle in Deutschland gehen auf diese schwerste Form des Asthmas zurück.

Die bisherige Therapie erreichte in diesen Fällen keine wesentlichen Verbesserungen, verursachte aber oft erhebliche Nebenwirkungen wie massive Gewichtszunahme, Osteoporose, Diabetes und Augenerkrankungen. Wie die preisgekrönte Arbeit von Dr. Bergmann belegt, gibt es für Patienten mit schwerstem Kortison-abhängigem Asthma nun eine reelle Chance, ein normales Leben zu führen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Dr. Claus Krögel
Pneumologie & Allergologie, Klinik für Innere Medizin I, Universitätsklinikum Jena
Tel.: 03641/939131
E-Mail: Claus.Kroegel@med-uni-jena.de

Helena Reinhardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

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