Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher züchten Blähungsfreie Bohnen

27.04.2006


Neues Volksnahrungsmittel ist billig und nährstoffreich



Bohnen sind aufgrund ihrer Nährstoffe ein ideales Nahrungsmittel vor allem auch in ärmeren Ländern. Allerdings haben sie einen entscheidenden Nachteil: Sie führen zu Blähungen. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, haben Wissenschaftler der Simon Bolivar Universität in Caracas eine nicht-blähende Bohnenart gezüchtet, berichtet das Wissenschaftsmagazin Journal of the Science of Food.

... mehr zu:
»Bakterium »Pektin


Das venezolanische Forscherteam unter der Leitung von Marisela Granito hat entdeckt, dass eine Fermentierung der Bohnen mit speziellen Bakterien die Blähstoffe deutlich reduzieren kann. Zusätzlich dazu erhöht sich auch der Nährwert der Hülsenfrüchte. Die Blähungen werden nämlich durch Bakterien verursacht, die Teile der Nahrungsmittel erst weiter unten im Darm zersetzen. Werden jetzt Bakterien wie Lactobacillus casei hinzugefügt, kommt es zu einer deutlichen Verringerung der blähenden Substanzen.

"Die Blähungen sind der Hauptgrund dafür, weshalb die Menschen weniger von diesem wichtigen Gemüse verzehren", so Granito. Daher sei die Entdeckung der Forscher ein wichtiger Schritt. "Außerdem wird der Nährwert der Bohnen erhöht", meint die Wissenschaftlerin. Bohnen, vor allem Schwarze Bohnen zählen wegen ihrer Reichhaltigkeit an Stärke und Protein zu den Grundnahrungsmitteln in Mittel- und Südamerika. Die Hülsenfrüchte, die auch die Mineralstoffe Kalzium, Kalium, Magnesium und Eisen sowie die Vitamine B2, B6, C, E, Betacarotin und Folsäure enthalten, sind allerdings nur nach dem Garen geniessbar. "Hier werden bereits einige der blähenden Substanzen zerstört", so Judith Blachfelner vom Institut für Ernährungswissenschaft an der Universität Wien im pressetext-Interview.

"Die blähungsverursachenden Substanzen in Hülsenfrüchten sind die Ballaststoffe - vor allem die wasserlöslichen -, also jene Stoffe die von unseren körpereigenen Enzymen nicht abgebaut werden können. Diese werden allerdings von den Darmbakterien teilweise fermentiert, wobei kurzkettige Fettsäuren entstehen, die als Gase entweichen", führt die Wissenschaftlerin aus. "Zu den Ballaststoffen zählen Cellulose, Hemicellulose, Lignin und Pektin sowie Oligosaccharide. Blähungen verursachen also vor allem die löslichen Ballaststoffe: Oligosaccharide, Inulin, Pektin, Guar, Gummi arabicum, Agar Agar, verschiedene Hemicellulosen." Wissenschaftler suchen bereits seit längerem nach Möglichkeiten, die blähenden Substanzen zu reduzieren, erklärt die Forscherin abschließend.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.usb.ve
http://www.soci.org/SCI/publications/jsfa.jsp
http://www.univie.ac.at

Weitere Berichte zu: Bakterium Pektin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics