Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europaweit erstes Behandlungsprogramm für Cannabisabhängige von Psychologenteam der TU Dresden entwickelt

19.04.2006


Bisher existieren weder in Deutschland noch in anderen europäischen Ländern Cannabisentwöhnungskonzepte mit nachgewiesener Wirksamkeit. Einzelne empirisch überprüfte Konzepte zur Behandlung von Cannabisabhängigkeit wurden lediglich in den USA und Australien veröffentlicht.



Um diese Lücke zu schließen, entwickelt und erprobt ein Psychologenteam der TUD im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung das modulare Entwöhnungsprogramm "CANDIS", das Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Ausstieg aus dem Cannabiskonsum erleichtern soll. Das Entwöhnungsprogramm setzt sich aus einer dreistufigen Therapie zusammen:

... mehr zu:
»Entwöhnungsprogramm


1.) Zunächst wird die Veränderungsmotivation der Teilnehmer gefördert. In den ersten Sitzungen werden Vor- und Nachteile des Cannabiskonsums diskutiert. Gleichzeitig wird geklärt, wie die Abhängigkeit individuell entstanden ist.

2.) Im Rahmen einer Verhaltenstherapie werden Fertigkeiten eingeübt, um den Cannabiskonsum aufzugeben. Darunter fallen z.B. Strategien zur Rückfallprophylaxe oder Bewältigungstechniken bei starkem Verlangen nach Cannabis.

3.) Fragestellungen und Anliegen aus unterschiedlichen Lebensbereichen der Patienten werden mittels eines Problemlösetrainings angegangen.

CANDIS wird von speziell ausgebildeten Psychologen am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der TU Dresden angeboten. Vorgesehen sind zehn kostenlose Einzelgespräche mit je zwei Sitzungen pro Woche (Dauer: acht Wochen). Teilnehmen können bis Ende 2006 alle Personen ab 16 Jahren, die ihren Cannabiskonsum verändern möchten. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt.

Cannabis ist die am weitesten verbreitete illegale Droge der westlichen Welt. Epidemiologische Studien zeigen, dass auch in Deutschland noch nie so viele Personen Haschisch oder Marihuana konsumiert haben, wie zurzeit. Fakt ist, dass über 40% der Jugendlichen bereits einmal Erfahrungen mit Cannabis gesammelt hat - Tendenz steigend!

Obwohl die "weiche" Droge Cannabis lange Zeit als nicht körperlich abhängig machend galt, erfüllen etwa 6 % aller Deutschen die diagnostischen Kriterien für Cannabismissbrauch, 2 % die Kriterien einer Cannabisabhängigkeit. Neben körperlichen und psychischen Problemen berichten zahlreiche Konsumenten auch von sozialen oder rechtlichen Schwierigkeiten. Diese Entwicklung mag dazu beitragen, dass die Zahl der Behandlungen wegen cannabisbezogener Störungen besorgniserregend steigt. Laut der "Sächsischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren e.V." wurden im Jahr 2005 in den Suchtberatungsstellen des Bundeslandes Sachsen mehr als 2200 Klienten mit Primärproblem Cannabis geführt. Davon sind allein im Regierungsbezirk Dresden fast 900 Personen registriert.

Kontaktdaten und weitere Informationen: Dr. Eva Hoch oder Dipl. Psych. René Noack, Institut für klinische Psychologie und Psychotherapie, Chemnitzer Str. 46, 01187 Dresden, Tel. 0351 463-36592, Fax. 0351 463-36984, E-Mail: candis@psychologie.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.candis-projekt.de
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: Entwöhnungsprogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics