Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interdisziplinäre Bilddiagnostik am Monitor bringt Notfallpatienten schneller in den OP

06.04.2006


In eine Optimierung der Patienten-Versorgung investiert Asklepios für ihre Krankenhäuser in Hamburg. Ein neues Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem (PACS) ermöglicht eine zeitsynchrone Bilddiagnostik und interdisziplinäre Therapieabstimmung. Angeschlossen sind nicht nur die medizinischen Fachabteilungen vor Ort, sondern auch andere LBK-Häuser in Hamburg. Die stadtweite PACS-Vernetzung von mehreren Kliniken ist bislang einmalig in Deutschland. Realisiert wurde das zukunftsorientierte Konzept mit Philips Medizin Systeme.



"Die Medizin wird sich mehr und mehr vernetzen, um Patienten optimale Kompetenz und Erfahrung schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen", erläutert Dr. Jörg Weidenhammer, Mitglied der Geschäftsführung der LBK Hamburg GmbH. Mit einem Investitionsbudget von rund sieben Millionen Euro zählt das Projekt zu den aktuell größten PACS-Installationen in Europa. Dr. Weidenhammer: "Die Abstimmung von Diagnostik und Therapie eines Patienten erfordert die zeitgleiche Verfügbarkeit aller grundlegenden Daten und Befunde sowohl für die behandelnden Ärzte als auch für gegebenenfalls hinzuzuziehende Spezialisten in anderen Abteilungen oder Häusern. Bei den bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computer- und Kernspintomographien sowie Ultraschall ist dies angesichts der Datenfülle technisch ungleich aufwändiger als bei Laborwerten und Arztbriefen. Deshalb legen wir auch großen Wert darauf, unsere Kliniken für die fortschreitende Vernetzung fit zu machen."

... mehr zu:
»Medizintechnik


Angeschlossen am neuen PACS-Netzwerk (PACS steht für Picture Archiving and Communication Systems) sind bereits die vier Asklepios Kliniken Altona, Barmbek, Nord und Wandsbek; in der nächsten Stufe kommen die AK Harburg und die AK St. Georg hinzu. Mit einer Aufnahme von weit über 75.000 stationären und über 100.00 ambulanten Patienten haben die sechs Häuser den Löwenanteil in der Notfallmedizin im Großraum Hamburg.

"Insgesamt liegt die wachsende Zahl aller radiologischen Untersuchungen in den sieben Häusern bei insgesamt 400.000 im Jahr", berichtet Prof. Dr. Gerd Witte, Chefarzt der Radiologie in Wandsbek und medizinischer Projektleiter des mit Philips realisierten PACS-Verbundes. Es verbindet 65 Befundungsstationen für Radiologie und ermöglicht eine synchrone Betrachtung für über 700 verschiedene Nutzer. Das Datenvolumen erreicht jährlich acht Terabyte.

Der große Nutzen der übergreifenden Informationstechnologie zeigt sich im medizinischen Alltag. Prof. Witte: "Wenn ein Unfallpatient mit schweren Kopfverletzungen bei uns eingeliefert und untersucht wird, haben unsere Kollegen von der Neurochirurgie in Nord und Altona quasi zeitgleich die elektronisch generierten Bilder am Monitor. Das spart wertvolle Zeit bei der Befundung, da wir nicht mehr die Aufnahmen per Boten transportieren müssen. Sofern ein neurochirurgischer Eingriff erforderlich ist, kann der Patient nunmehr wesentlich schneller verlegt und operiert werden. In der Praxis können das mehrere Stunden sein."

Analog der Hamburger Asklepios-Zentren für Notfallmedizin im Norden, Westen und Süden deckt die Klinik AK Wandsbek das östliche Stadtgebiet ab. Im Vorjahr sind hier rund 27.000 Notfall-Patienten ambulant und stationär medizinisch versorgt worden. Bei fast 50 Prozent waren operative Eingriffe erforderlich. Das Haus ist unter anderem auch ein Kompetenzzentrum für Hand- und Plastische Chirurgie.

Die Asklepios Kliniken sind mit 35.000 Mitarbeitern, knapp 100 Einrichtungen und rund 2 Mrd. Euro Umsatz die größte Klinikkette Deutschlands. In Hamburg bilden die acht Asklepios Krankenhäuser in der LBK Hamburg GmbH mit circa 12.000 Mitarbeitern den größten Arbeitgeber der Hansestadt, in der Asklepios von der medizinischen Grundversorgung vor Ort bis zur überregionalen Spitzenmedizin all die Vorteile bietet, die ein großes Krankenhausnetzwerk auszeichnen. Allein in Hamburg vertrauen jedes Jahr mehr als 400.000 Menschen der Kompetenz von Asklepios.

Philips ist eines der weltweit führenden Unternehmen in der Medizintechnik mit einer außerordentlich starken Position in den Segmenten bildgebende Diagnostik, Patientenüberwachung, medizinische IT und Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Die Medizintechnik bildet auch einen Schwerpunkt der Aktivitäten von Philips in Deutschland. 2004 wurden 27 Prozent des Umsatzes in diesem Segment erzielt. Während in Hamburg Röntgensysteme, Röntgenröhren und -generatoren für den Weltmarkt entwickelt und gefertigt werden, zeichnet das Entwicklungs- und Produktionszentrum Böblingen für die Patienten-überwachungssysteme von Philips verantwortlich. Zudem ist die Medizintechnik ein Schwerpunkt der Arbeit in den deutschen Forschungszentren in Aachen und Hamburg, wo mehr als 350 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Weitere Informationen:

Jens O. Bonnet, ZD Presse und Kommunikation, LBK Hamburg GmbH,
Tel: 040-1818-842008
presse@lbk-hh.de

Michel Rodzynek, Pressesprecher Philips Medizin Systeme,
Tel: 040-50872867
michel.rodzynek@philips.com

Jens Oliver Bonnet | idw
Weitere Informationen:
http://www.ak-wandsbek.de
http://www.lbk-hh.de
http://www.medical.philips.com/de/

Weitere Berichte zu: Medizintechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Zwischen Erregung und Hemmung
06.12.2019 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Wenn der Rücken vom vielen Sitzen schmerzt
05.12.2019 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Im Focus: Bis zu 30 Prozent mehr Kapazität für Lithium-Ionen-Akkus

Durch Untersuchungen struktureller Veränderungen während der Synthese von Kathodenmaterialen für zukünftige Hochenergie-Lithium-Ionen-Akkus haben Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und kooperierender Einrichtungen neue und wesentliche Erkenntnisse über Degradationsmechanismen gewonnen. Diese könnten zur Entwicklung von Akkus mit deutlich erhöhter Kapazität beitragen, die etwa bei Elektrofahrzeugen eine größere Reichweite möglich machen. Über die Ergebnisse berichtet das Team in der Zeitschrift Nature Communications. (DOI 10.1038/s41467-019-13240-z)

Ein Durchbruch der Elektromobilität wird bislang unter anderem durch ungenügende Reichweiten der Fahrzeuge behindert. Helfen könnten Lithium-Ionen-Akkus mit...

Im Focus: Neue Klimadaten dank kompaktem Alexandritlaser

Höhere Atmosphärenschichten werden für Klimaforscher immer interessanter. Bereiche oberhalb von 40 km sind allerdings nur mit Höhenforschungsraketen direkt zugänglich. Ein LIDAR-System (Light Detection and Ranging) mit einem diodengepumpten Alexandritlaser schafft jetzt neue Möglichkeiten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik (IAP) und des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickeln ein System, das leicht zu transportieren ist und autark arbeitet. Damit kann in Zukunft ein LIDAR-Netzwerk kontinuierlich und weiträumig Daten aus der Atmosphäre liefern.

Der Klimawandel ist in diesen Tagen ein heißes Thema. Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage zum Verständnis der Phänomene sind valide Modelle zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

RNA-Modifikation - Umbau unter Druck

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Der Versteppung vorbeugen

06.12.2019 | Geowissenschaften

Verstopfung in Abwehrzellen löst Entzündung aus

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics