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Harnblasen aus dem Labor bei Patienten erfolgreich eingesetzt

04.04.2006


Beschädigung des Darmes wird überflüssig



Harnblasen, die im Labor aus den Zellen von Patienten geschaffen und anschließend implantiert wurden, haben ihren ersten klinischen Test erfolgreich abgeschlossen. Diese Leistung gelang dem Team um Anthony Atala von der Wake Forest University Medical School. Atala erklärte, dass die Wissenschafter damit erstmals ein eigenständiges und komplexes Organ gezüchtet und implantiert hätten. Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer Idee, die das Team vor 16 Jahren zu erforschen begann. Atala fügte laut New Scientist hinzu, dass die Wissenschafter derzeit an der Herstellung von Herzen und Bauchspeicheldrüsen arbeiten. Die Ergebnisse der Tests wurden in dem Fachmagazin The Lancet veröffentlicht.

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Für die Schaffung der neuen Harnblasen wurden Biopsien von Patienten verwendet deren Organe aufgrund einer vererbten Erkrankung des Nervensystems nur schlecht funktionierten. Das Team platzierte in der Folge Muskelzellen und Zellen von der Innenwand der Harnblase auf einem biologisch abbaubaren Gerüst in der Form einer entsprechenden Form und lies die Zellen in der Folge rund zwei Monate lang wachsen. Die Gerüste bestanden aus Collagen. In einigen Fällen wurde PGA-Polymer für chirurgische Nähte angebracht. Das Team transplantierte die neuen Harnblasen anschließend den Patienten. Zwei der Patienten lieferten keine Informationen. Die Fortschritte von sieben Patienten im Alter von vier und 19 Jahren konnten jedoch durchschnittlich fast vier Jahre lang beobachtet werden.

Die Patienten mit den neu geschaffenen Harnblasen erreichten eine bessere Kontrolle über ihren Harn. Diese Verbesserungen entsprachen in etwa jenen, die durch einen standardisierten chirurgischen Eingriff erreicht werden können. Das neue Verfahren erfordert jedoch anders als das herkömmliche Verfahren keine Beschädigung des Darmes. Steve Chung vom Advanced Urology Institute of Illinois betonte in seinem in The Lancet erschienenen Kommentar, dass Atala gemeinsam mit seinen Kollegen einen Meilenstein in der medizinischen Forschung erreicht habe. Es seien jedoch weitere Studien erforderlich, bis das neue Verfahren den Einsatz von Darmgewebe ersetzen könne. Erkrankungen der Blase führen nicht nur zu Harnproblemen, sie können auch eine Schädigung der Niere verursachen. Heute wird vielfach Wiederherstellungschirurgie zur Behandlung schwerer Blasenerkrankungen eingesetzt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www1.wfubmc.edu/school
http://www.thelancet.com

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