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Marathonlaufen gefährlich für das Herz

23.10.2001


Marathonlaufen erhöht das Risiko für Herzerkrankungen. Dies berichtet der amerikanische Forscher Arthur J. Siegel im "American Journal of Cardiology".


Die Wissenschaftler des McLean Hospital in Belmont, Massachusetts, hatten Läufer mittleren Alters untersucht, die zwischen 1996 und 2001 am jährlichen Marathon in Boston teilnahmen. In verschiedenen Studien konnten sie den Anstieg spezifischer Eiweiße nachweisen, die auf Herzerkrankungen hinweisen.

So belegte eine Studie aus den Jahren 1996 und 1997, dass sich die Konzentrationen von zwei Proteinen bei 55 Zielläufern nach dem Wettkampf im Vergleich zu den Ausgangswerten verdoppelt hatten. Es handelte sich dabei um zwei Markerproteine, die mit Herzerkrankungen bzw. mit Herzinfarkten in Verbindung gebracht werden.


Untersuchungen aus den Jahren 1998 bis 2000 zeigten zudem, dass die Konzentrationen verschiedener Markerproteine nach den Läufen anstiegen, die zur Diagnose von Herzschäden

herangezogen werden. So erhöhte sich beispielsweise bei 51 Sportlern innerhalb von vier bis vierundzwanzig Stunden nach den Wettkämpfen der Wert des Cardio-Troponin I um das 6,5fache. Trotz der dramatischen Zunahme lag die Konzentration aber noch im normalen Bereich. Dies wird als Indiz für nur leichte Herzschädigungen interpretiert.

„Unabhängig von den Blutwerten, stellten wir bei den untersuchten Sportlern aber weder ernsthafte Erkrankungssymptome fest, noch trat im Untersuchungszeitraum bei einem der Läufer ein Herzinfarkt auf," erläuterte Siegel. „Unsere Beobachtungen sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Trotzdem sollten Mitglieder von Risikogruppen, etwa Bluthochdruckpatienten oder Zuckerkranke, vor dem Marathonlaufen gewarnt werden. Und auch gesunde Personen sollten sich über die verborgenen Risiken des Sportes im Klaren sein, zu mindest wenn sie mit großem Ehrgeiz zu Werke gehen."

| Bild der Wissenschaft

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