Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Malariaverlauf steckt in den Genen

16.02.2006


Forscher entdecken genetische Varianten, die das Risiko einer schweren Malaria erhöhen



Genmutationen erhöhen das Risiko für eine schwere oder sogar tödliche Malaria bei Kindern im tropischen Afrika anscheinend deutlich. In der renommierten Fachzeitschrift PNAS berichten Dr. Frank P. Mockenhaupt und Prof. Ralf R. Schumann von der Charité darüber, welche Varianten im angeborenen Immunsystem für dieses erhöhte Risiko verantwortlich sind.

... mehr zu:
»Malaria »Rezeptor »TLR-2 »TLR-4


Die gefundenen Abweichungen betreffen den Rezeptor "Toll-like receptor 4" (TLR-4). Diese Rezeptoren können bestimmte Erreger erkennen, wenn beide quasi wie Schlüssel und Schloss zusammenpassen. Sie geben dann das Signal, dass die Zellen Abwehrstoffe und schließlich Antikörper produzieren und so diese Erreger bekämpfen. Vor kurzem hat man herausgefunden, dass TLR-4 wie der verwandte Rezeptor TLR-2 auf Plasmodium falciparum, den bedrohlichsten von vier Malariaerregern, reagiert. Schon eine einzige Aminosäure, die im Aufbau des Rezeptors abweicht, kann aber dessen Struktur so verändern, dass der Erreger nicht mehr genau ins Schloss des Rezeptors passt. Die Folge: Der Rezeptor erkennt den Erreger schlechter; der Körper kann ihn daher weniger wirksam bekämpfen. Die in Ghana durchgeführte Studie hat nun gezeigt, dass die untersuchten Kinder ein deutlich höheres Risiko für eine schwere Malaria tragen, wenn die Wissenschaftler zwei bestimmte Varianten von TLR-4 nachweisen konnten. TLR-2 Rezeptorvarianten, die in Europa häufig sind, fehlen bei den afrikanischen Kindern hingegen völlig, was auf eine Selektion hindeutet: Träger von TLR-2 Varianten könnten in Malariagebieten vermutlich nicht überleben.

Von jährlich 500 Millionen infizierten Menschen erkranken ein bis drei Millionen an einer schweren Malaria und versterben. In Teilen südlich der Sahara, in denen die TLR-4 Varianten häufig vorkommen, nimmt die Zahl der Betroffenen zu. Ist der TLR-4 Rezeptor verändert, könnte das auch Auswirkungen auf Malaria-Impfstoffe haben. Die Impfstoffe regen normalerweise, genauso wie die Erreger, die Antikörperproduktion an, in dem sie an die Rezeptoren andocken und sie so aktivieren. Bei Rezeptorvarianten ist die Aktivierung durch Impfstoffe wahrscheinlich reduziert. Die gewünschte Antikörperproduktion wird verringert, der Impfschutz ist eingeschränkt oder bleibt sogar aus.

Kerstin Ullrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.charite.de/mediamed

Weitere Berichte zu: Malaria Rezeptor TLR-2 TLR-4

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Biologicals bei chronischer Sinusitis mit Polyposis nasi – Erster therapeutischer Antikörper zugelassen
13.11.2019 | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

nachricht Warum Beta-Blocker Hautentzündungen verursachen
31.10.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch in der Malariaforschung

Eine internationale Forschungsgruppe um den Zellbiologen Volker Heussler von der Universität Bern hat hunderte genetische Schwachstellen des Malaria-Parasiten Plasmodium identifiziert. Diese sind in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung dringend erforderlich, um die Krankheit dereinst ausrotten zu können.

Trotz grosser Anstrengungen in Medizin und Wissenschaft, sterben weltweit immer noch mehr als 400'000 Menschen an Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch...

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Im Focus: Neue Möglichkeiten des Additive Manufacturing erschlossen

Fraunhofer IFAM Dresden demonstriert Fertigung von Kupferbau

Am Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden ist es gelungen, mittels Selektivem Elektronenstrahlschmelzen...

Im Focus: New opportunities in additive manufacturing presented

Fraunhofer IFAM Dresden demonstrates manufacturing of copper components

The Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and Advanced Materials IFAM in Dresden has succeeded in using Selective Electron Beam Melting (SEBM) to...

Im Focus: New Pitt research finds carbon nanotubes show a love/hate relationship with water

Carbon nanotubes (CNTs) are valuable for a wide variety of applications. Made of graphene sheets rolled into tubes 10,000 times smaller than a human hair, CNTs have an exceptional strength-to-mass ratio and excellent thermal and electrical properties. These features make them ideal for a range of applications, including supercapacitors, interconnects, adhesives, particle trapping and structural color.

New research reveals even more potential for CNTs: as a coating, they can both repel and hold water in place, a useful property for applications like printing,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

Kopfsprung aus 80 km Höhe

15.11.2019 | Veranstaltungen

4. Innovation and Networking Days: Smart City, Energie und intelligente Prozesse

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Kopfsprung aus 80 km Höhe

15.11.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Was unser Gang verbirgt: Die Zukunft der Hirnstrommessung am Hanse-Wissenschaftskolleg

15.11.2019 | Seminare Workshops

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics