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Neue Hornhaut mit optimaler Passform

17.01.2006


Ultraschneller Laser schneidet präzise und schont das Augengewebe / Neue Technologie an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg


Hornhauttransplantation nach Laserbehandlung. Künftig kann möglicherweise auf die feinen Nähte verzichtet werden. Foto: Universitäts-Augenklinik Heidelberg



Ultragenau und schonend: Als erste Klinik in Deutschland setzt die Universitäts-Augenklinik Heidelberg ein neues Lasergerät für die Hornhaut-Transplantation ein. Der "Femtosekundenlaser" sorgt dafür, dass der Patient eine passgerechte neue Hornhaut bekommt. Das Augengewebe wird geschont, da beim Herausschneiden mit dem Laser keine Wärme erzeugt wird: Der Laserpuls beschießt die Hornhaut rasend schnell im Bereich von Femtosekunden (10 -15 oder 0, 000 000 000 000 001 Sekunden !).



"Der Laser ist seit mehr als einem Jahr auch an anderen deutschen Augenkliniken im Einsatz, allerdings nur bei der Behandlung von Fehlsichtigkeiten", berichtet Professor Dr. Gerd Auffarth, Leitender Oberarzt der Universitäts-Augenklinik Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hans Eberhard Völcker). Dabei wird der Laser benutzt, um eine Hornhautlamelle für die LASIK Operation zu schneiden.

Die präzise Maßarbeit soll nun auch Patienten zugute kommen, die wegen einer getrübten Hornhaut zu erblinden drohen. In Deutschland warten derzeit mehrere tausend Patienten auf eine Spenderhornhaut; derzeit werden ca. 3.000 Übertragungen bundesweit im Jahr vorgenommen.

Künftig keine Nähte bei der Hornhaut-Transplantation mehr nötig?

Die Hornhäute zur Transplantation stammen von Verstorbenen, die zu Lebzeiten oder deren Angehörige stellvertretend nach dem Tode einer Spende zugestimmt haben. Herkömmlicherweise wird zur Entnahme der Hornhaut eine Messerstanze verwendet; die Spender-Hornhaut wird mit feinen Nähten beim Empfänger eingenäht, dessen Hornhaut zuvor entfernt wurde.

Die Heidelberger Augenärzte erwarten, dass die präzise Maßarbeit mit dem Laser von Vorteil für die Patienten ist, da die Spender-Hornhaut in jeder Form geschnitten werden kann, so dass sie genau auf das Auge des Empfängers passt. Auch die Entfernung der getrübten Empfängerhornhaut wird mit dem Femtosekundenlaser vorgenommen.

"Falls erforderlich, können auch Schichten der Hornhaut abgetragen und übertragen werden", erklärt Professor Auffarth. Die Heidelberger Ärzte hoffen zudem, dass künftig auf Nähte verzichtet werden kann, da die passgerechte Hornhaut möglicherweise ohne weitere Unterstützung einheilt.

Dass der Laser genauer schneidet als jegliches mikrochirurgische OP-Messer, wurde bereits in Studien nachgewiesen. Das Hornhautgewebe kann mit einer Passgenauigkeit von 10 bis 15 Mikrometer (1.000stel Millimeter) geschnitten werden. Nun untersuchen die Heidelberger Wissenschaftler in einer klinischen Studie, welche klinischen Vorteile der Einsatz des Femtosekundenlasers bei der Hornhaut-Transplantation für den Patienten bringen kann.

Mehr Information über Hornhaut-Transplantation und den Einsatz des Femtosekundenlasers an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg in der TV-Sendung des SWR 3 "Praxis Dr. Weiss", 19. Januar 2006, 18:15 Uhr

Ansprechpartner:
Professor Dr. Gerd Auffarth
Tel: 06221 / 56 6695 oder 8359 (Sekretariat)

Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-heidelberg.de/
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/augenklinik

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