Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vitamin-A-Säure schützt vor frühzeitiger Hautalterung

11.10.2001


UV-Licht schädigt das Bindegewebe und verursacht so eine vorzeitige Hautalterung. Die Sonnenstrahlung hemmt die Bildung von Kollagenen und verstärkt gleichzeitig den Abbau von Kollagenfasern und elastischen im Bindegewebe. Wird die Haut mit Vitamin-A-Säure vorbehandelt, schützt dies vor beiden schädlichen Prozessen, berichten Experten auf dem 10. Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie in München.



UV-Licht, UVB- und UVA-Strahlung, schädigt die Haut und verursacht eine frühzeitige Hautalterung. Die Haut wird trockener, rauher, faltiger, und mit dunkleren Pigmenten gesprenkelt. "Bereits ein einziges Sonnenbad verursacht einen erheblichen Verlust von Pro-Kollagenen I und III während der folgenden 24 Stunden", warnt Professor John J. Voorhees von der University of Mitchigan in Ann Arbor (USA) anlässlich des 10. Kongresses der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie in München.

... mehr zu:
»Bestrahlung »Hautalterung »Kollagen


In zahlreichen Studien analysierten Voorhees und seine Mitarbeiter wie das Sonnenlicht sein vernichtendes Werk vollbringt. Bei einer Studie an 45 hellhäutigen Menschen wollten die Forscher herausfinden, welche Wirkung die UV-Strahlung auf die Kollagen-Produktion und die Kollagenfasern hat, und ob Vitamin-A-Säure die zerstörerische Wirkung der Strahlung verhindern kann.

Hautregionen der Probanden wurden mit UVB-Licht bestrahlt. Von jedem Teilnehmer wurden danach bestrahlte und nicht bestrahlte Hautproben entnommen. Acht beziehungsweise 48 Stunden vor der Bestrahlung brachten die Forscher bei einem Teil der Probanden auf die Haut Vitamin-A-Säure auf, sogenannte all-trans-Retinsäure. Anschließend maßen sie den Pro-Kollagen-Gehalt in den Hautproben und isolierten den genetischen Botenstoff (m-RNA), der die "Bauanleitung" für diese Eiweißstoffe zu den "Eiweißfabriken" (Ribosomen) der Zellen transportiert.

In unbestrahlter Haut konnten die Forscher Botenstoffe für die Pro-Kollagene I und III nachweisen. Innerhalb acht Stunden nach einer einzigen Bestrahlung war deren Produktion in der oberen Hautschicht erheblich eingeschränkt, nach 24 Stunden konnte die Wissenschaftler überhaupt keine m-RNA mehr nachweisen. In den darauf folgenden 24 Stunden erreichten die gemessenen Werte wieder das Ausgangsniveau.

Die Forscher wollten darüber hinaus wissen, ab welcher Strahlendosis die Synthese der Pro-Kollagene beeinträchtigt wird. Resultat: Die Produktion dieser Eiweißstoffe war bereits erheblich verringert, noch bevor eine Hautrötung eintrat. Die Hälfte der Dosis, die zu einer leichten Hautrötung führt, beeinträchtigte bereits die Synthese.

Ein neuer Mosaikstein: Das c-Jun Protein

In den bestrahlten Hautproben entdeckte das Team von Voorhees erhöhte Mengen eines bestimmten Proteins, des so genannten c-Jun-Proteins. An Kulturen menschlicher Bindegewebszellen prüften die Forscher die Bildung von Pro-Kollagenen und c-Jun-Proteinen unter UV-Bestrahlung. Ergebnis: die c-Jun-Proteine verfünffachten sich innerhalb von vier Stunden, blieben über acht Stunden erhöht und sanken nach 16 Stunden auf das Ausgangsniveau zurück. "Die Daten sprechen dafür, dass UV-induzierte c-Jun-Proteine dazu beitragen, die Bildung von Pro-Kollagen I zu hemmen", erklärt Voorhees.

Eine Studie der US-amerikanischen Forschergruppe zeigte, dass die Vorbehandlung der Haut mit 0,1prozentiger Vitamin-A-Säure die UV-bedingte Synthese von c-Jun-Proteinen verhindert. Folglich müsste der Wirkstoff zugleich vor der Hemmung der Pro-Kollagensynthese schützen. Die Forscher behandelten die Haut 24 Stunden vor der Bestrahlung mit Vitamin-A-Säure. Die Hautproben wurden 24 Stunden nach der Bestrahlung entnommen und analysiert. Die Ausgangsthese bestätigte sich: die Produktion sowohl des Botenstoffes m-RNA als auch jene des Pro-Kollagens selbst war in nur bestrahlten Hautproben signifikant verringert. In vorbehandelten Hautproben konnte diese Produktionshemmung indes nicht festgestellt werden.

Vitamin-A-Säure hemmt die Bildung von Metalloproteinasen

Das Typ-I Kollagen in der Haut ist einem ständigen Wandel unterworfen. Ständig wird Kollagen auf- und abgebaut. Dabei spielen bestimmte Enzyme, so genannte Matrix-Metalloproteinasen eine Rolle: Sie bauen das Kollagen im Bindegewebe ab. Ultraviolette Strahlung fördert deren Produktion. Voorhees konnte zeigen, dass eine Vorbehandlung mit Vitamin-A-Säure auch die UV-bedingte Überproduktion dieser Metalloproteinasen hemmt. "Dadurch verhindert der Wirkstoff den Kollagenabbau", erklärt der Dermatologe.

Pressekontakt:
Barbara Ritzert und Valerie Girstenbrey
Während der Tagung: Internationales Congress Centrum München (Messegelände)
Raum 2.156, Tel.: 089-94 97 9-415
Tel.: 089-94 97 9-445 Fax.: 089-94 97 9-852,
E-Mail: ritzert@proscientia.de

Barbara Ritzert und Valerie Girstenbrey, ProScientia GmbH, Andechser Weg 17, 82343 Pöcking
Telefon (08157) 9397-0, Telefax (08157) 9397-97, E-Mail: ritzert@proscientia.de

Dipl. Biol. Barbara Ritzert | idw

Weitere Berichte zu: Bestrahlung Hautalterung Kollagen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Gegen multiresistente Tuberkulose-Erreger: Mit künstlicher Intelligenz neuen Wirkstoffkombinationen auf der Spur
27.02.2020 | Klinikum der Universität München

nachricht Seeschnecken-Roboter erwacht durch Licht zum Leben
27.02.2020 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten aktuellen Stand der Anwendung des Maschinenlernens bei Forschung an aktiven Materialien

Verfahren des Maschinenlernens haben durch die Verfügbarkeit von enormen Datenmengen in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an Anwendungen in vielen Gebieten erfahren: vom Klassifizieren von Objekten, über die Analyse von Zeitreihen bis hin zur Kontrolle von Computerspielen und Fahrzeugen. In einem aktuellen Review in der Zeitschrift „Nature Machine Intelligence“ beleuchten Autoren der Universitäten Leipzig und Göteborg den aktuellen Stand der Anwendung und Anwendungsmöglichkeiten des Maschinenlernens im Bereich der Forschung an aktiven Materialien.

Als aktive Materialien bezeichnet man Systeme, die durch die Umwandlung von Energie angetrieben werden. Bestes Beispiel für aktive Materialien sind biologische...

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Riesiger 3D-Drucker soll tonnenschwere Getriebeteile aus Stahl fertigen

27.02.2020 | Maschinenbau

Immunologie - Rachenmandeln als Test-Labor

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Pestizide erhöhen Risiko für Tropenkrankheit Schistosomiasis / Belastete Gewässer fördern Zwischenwirt des Erregers

27.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics