Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsgemeinschaft fördert Strahlenklinik - Neues Gerät gegen Krebs

20.12.2005


Erstmals kann in Deutschland im nächsten Jahr eine neue Technik bei der strahlentherapeutischen Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) stattet vier Universitätskliniken mit den dafür notwendigen "Tomotherapiegeräten" aus. Eines davon erhält das Essener Universitätsklinikum.


3,5 Millionen Euro kostet das Großgerät, mit dessen Installation der Direktor der Universitätsklinik und -poliklinik für Strahlentherapie, Professor Dr. Martin Stuschke, und die Leitende Medizinphysikerin der Einrichtung, Dr. Sabine Levegrün, im Juni nächsten Jahres rechnen. "Die DFG erkennt an", freut sich Stuschke, "dass die Weiterentwicklung der Spitzenmedizin in Deutschland eine starke Förderung braucht und dass mehr für die klinische Forschung getan werden muss". So komme das neue Gerät unmittelbar in der Tumortherapie zum Einsatz. Aber die Einführung in die klinische Praxis und der Nachweis der Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Methoden bedürften eines hohen Einsatzes an Begleitforschung.

Ziele sind die Weiterentwicklung und Optimierung der Strahlentherapie insbesondere für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren und thorakalen (Brustkorb-)Tumoren sowie für Patienten, die eine Knochenmarktransplantation benötigen. Die Tomotherapie könne, davon geht die DFG aus, bei bestimmten Tumoren die Risiken von Nebenwirkungen deutlich mindern und bei anderen eine Höherdosierung und dadurch Verbesserung der Heilungschancen erlauben.


In Deutschland erkranken jährlich 400 000 Menschen an Krebs. Etwa 60 Prozent werden strahlentherapeutisch behandelt - in der Regel mit Photonen, hochenergetischen Röntgenstrahlen. Die Tomotherapiegeräte eines US-amerikanischen Herstellers repräsentieren eine neue Generation von Strahlentherapiegeräten. Sie vereinigen in sich einen Linearbeschleuniger und einen Computertomographen (CT). Der Linearbeschleuniger läuft ähnlich wie die Röntgenröhre in einem CT um den Patienten herum und wird hier zusätzlich für die medizinische Bildgebung genutzt. Damit können Bilder des Patienten zur präzisen Kontrolle und Korrektur seiner Lage auf dem Behandlungstisch aufgenommen werden. Danach werden sehr komplexe Dosisverteilungen mit hoher Genauigkeit und Geschwindigkeit appliziert. Durch diese Technik soll eine weitere Reduzierung der Nebenwirkungen erzielt werden, also eine Zerstörung des Tumors bei besserer Schonung des ihn umgebenden gesunden Gewebes und der in seiner Nähe liegenden Organe.

Mit den Geräten will die DFG den Wissenschaftlern an den vier Kliniken - neben Essen die Charité in Berlin, die Universitätsklinik Heidelberg und das Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München - die Möglichkeit geben, sich im internationalen Maßstab an der Evaluierung der Möglichkeiten und Grenzen der neuen Therapieform zu beteiligen und wesentliche Forschungsbeiträge zu ihrem Einsatz aus medizinischer, medizin-physikalischer und radiobiologischer Sicht zu leisten.

Eine international besetzte Gutachtergruppe hat die Förderanträge der vier Klinken und ihre Forschungsprogramme geprüft und der DFG zur Annahme empfohlen. Die Zentren müssen nun im Rahmen aufeinander abgestimmter Forschungsprogramme die Frage beantworten, welchen Stellenwert die Tomotherapie im Gesamtspektrum der Strahlentherapie in Zukunft haben wird.

Redaktion: Monika Rögge, Tel.: (0201) 183-2085
Weitere Informationen: Prof. Dr. Martin Stuschke, Tel. : (0201) 723-2320;
E-Mail: martin.stuschke@uni-essen.de

Monika Roegge | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-essen.de/
http://www.uni-duisburg.de/
http://www.uni-duisburg-essen.de/

Weitere Berichte zu: DFG Linearbeschleuniger Strahlentherapie Tomotherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Hirntumoren aus der Petrischale
15.02.2019 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Mechanismus zur Körperabwehr gegen Bakterien und zur Regulation des Mikrobioms entdeckt
12.02.2019 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Im Focus: Regensburg physicists watch electron transfer in a single molecule

For the first time, an international team of scientists based in Regensburg, Germany, has recorded the orbitals of single molecules in different charge states in a novel type of microscopy. The research findings are published under the title “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunneling microscopy on insulators” in the prestigious journal “Nature”.

The building blocks of matter surrounding us are atoms and molecules. The properties of that matter, however, are often not set by these building blocks...

Im Focus: Universität Konstanz gewinnt neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Immunsystems

Wissenschaftler der Universität Konstanz identifizieren Wettstreit zwischen menschlichem Immunsystem und bakteriellen Krankheitserregern

Zellbiologen der Universität Konstanz publizieren in der Fachzeitschrift „Current Biology“ neue Erkenntnisse über die rasante evolutionäre Anpassung des...

Im Focus: University of Konstanz gains new insights into the recent development of the human immune system

Scientists at the University of Konstanz identify fierce competition between the human immune system and bacterial pathogens

Cell biologists from the University of Konstanz shed light on a recent evolutionary process in the human immune system and publish their findings in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

FfE-Energietage 2019 - Die Energiewelt heute und morgen vom 1. bis 4. April 2019 in München

15.02.2019 | Veranstaltungen

Deutscher Fachkongress für kommunales Energiemanagement: Fokus Energie – Architektur – BauKultur

13.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Katalysatoren - Fluktuationen machen den Weg frei

15.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Berührungsgeschützt, kompakt, einfach: Rittal erweitert Board-Technologie

15.02.2019 | Energie und Elektrotechnik

Wie kann digitales Lernen gelingen? Lern-Prototypen werden auf der didacta vorgestellt

15.02.2019 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics