Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Bakterien-Detektiv: Rasche Diagnose mit DNS-Analyse

08.10.2001


Schwere Infektionen behandeln Ärzte oft mit Antibiotika, die gegen mehrere Bakterienarten wirken - möglicherweise aber nicht gegen den tatsächlichen Erreger. Der Einsatz des bestmöglichen Medikaments ist nur dann möglich, wenn der Arzt weiß, welches Bakterium hinter den Symptomen steckt. Dazu muss eine Kultur im Labor angelegt werden, was mehrere Tage dauert. Bei einer Blasen- oder Lungenentzündung ist indes rasche Hilfe gefragt. Mit einem völlig neuartigen Untersuchungsgerät kann der Arzt künftig schon in der Praxis feststellen, welches Bakterium Ursache des Übels ist und gezielt einen Wirkstoff einsetzen.



Siemens und das Erlanger Biotechnologieunternehmen november entwickeln jetzt gemeinsam ein System, das die Diagnose nicht nur bakterieller Infektionen revolutionieren und die Kosten im Gesundheitswesen drastisch senken könnte. Die Partner setzen dabei auf molekulare Medizin: Das Gerät erkennt Krankheitserreger an ihrer Erbsubstanz DNS. Es besteht aus einer kompakten Detektoreinheit und einer austauschbaren Kassette, um nacheinander verschiedene Analysen zu ermöglichen. In der Kassette befinden sich beispielsweise auf einer Platte verteilt DNS-Fängermoleküle von rund 20 verschiedenen Bakterien. Als Probe genügt eine geringe Menge Urin oder Blut, die der Patient beim Eintreffen in der Praxis abgibt. Wenn die DNS des Erregers zu einem auf der Kassette gespeicherten DNS-Fragment passt, meldet das System einen Treffer. Für das Ergebnis braucht es keine Untersuchung im Großlabor.

... mehr zu:
»DNS


Wenn der Patient ins Sprechzimmer kommt, weiß der Arzt oft schon, um welche Bakterien es sich handelt. Im Gegensatz zu optischen Detektoren beim DNS-Nachweis identifiziert das System die Proben über deren elektrochemisches Verhalten. Der Vorteil: Die Produktion der Einmal-Kassetten ist einfach, das verwendete Material billig, die Technik wenig anfällig. Bisherige DNS-Analysegeräte für die Forschung kosten größtenteils über 100.000 Mark oder sind in der Handhabung extrem aufwändig. Deshalb sind sie für Arztpraxen ungeeignet. Auch die Probenträger sind teuer, so dass eine breite Anwendung unmöglich ist.

Das Gerät von Siemens und november soll dagegen für Arztpraxen erschwinglich sein. Im Jahr 2003 soll die Technologie verfügbar sein. Teure Untersuchungen im Großlabor werden dann überflüssig. Der Einsatz ist nicht nur auf Bakterien beschränkt. Mit anders gestalteten Kassetten können auch Viren erkannt werden. Eine vielversprechende Anwendung ist zudem die Untersuchung von Krebs. Denn Tumorzellen haben charakteristische DNS-Profile, die sie von gesunden Zellen unterscheiden. Künftig könnte die Erkrankung früher nachgewiesen werden; auch die Kontrolle nach einer Therapie wäre einfacher.

Neben der Kooperation mit november entwickelt Siemens mit dem Leipziger Biotechunternehmen PeS diagnosesysteme ein System zur Erkennung von Eiweißen - eine wichtige Ergänzung für die medizinische Diagnostik.

Für mehr Information: rufen Sie uns an!


| Siemens

Weitere Berichte zu: DNS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore
19.07.2018 | Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz
18.07.2018 | Universitätsklinikum Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics