Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gezielte Forschung bei der Immuntherapie gegen Viren- und Tumorerkrankungen

13.12.2005


BioProfil fördert Forschung zu neuen Therapien gegen Infektions- und Krebserkrankungen


In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover entwickelt die Cytonet GmbH neue Behandlungsmethoden gegen die Infektions- und Tumorkrankungen. Im Mittelpunkt steht die Herstellung hoch spezialisierter T- Lymphzyten zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr. Diese Zellen des Immunsystems sollen bestimmte Antigene von Viren und Tumoren erkennen und deren Trägerzellen zerstören. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erteilte nun den Förderbescheid über 125.000 Euro. Das menschliche Immunsystem besteht aus einem komplexen Netzwerk von Molekülen und Zellen, das zwischen "eigen" und "fremd" unterscheidet.

Zum Schutz des Organismus bekämpft es Mikroorganismen und bösartige körpereigene Zellen, die durch genetische Veränderungen als fremd erkannt werden. Eine besondere Rolle in der Abwehr gegen Viren und Tumoren spielt eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die T-Lymphozyten. Darunter gibt es auch echte "Killer-Typen": Sie erkennen virusinfizierte oder Tumorzellen und zerstören sie. Andere Immunzellen helfen, indem sie fremde Antigene - quasi auf dem Präsentierteller- zeigen und die "Killer" stimulieren. Hoch spezialisiert und gezielt gehen diese T-Lymphozyten dann gegen fremde Eindringlinge vor. "Antigenspezifische T-Zellen erfüllen zentrale Aufgaben in Immunreaktionen gegen Infektionserreger und in der Kontrolle von Tumorerkrankungen", erklärt Carsten Griesel, Projektleiter bei der Cytonet Hannover GmbH. Als therapeutisches Mittel konnten sie bisher wegen der komplizierten Herstellungsprozesse jedoch nur begrenzt eingesetzt werden.


In dem Projekt will Cytonet die professionelle Produktion antigenspezifischer T-Zellen zur Therapie von Infektions- und Tumorerkrankungen nun etablieren. "Wir verfügen heute erstmals über Technologien zur gezielten Anreicherung dieser Zellpopulationen", sagt Carsten Griesel, Projektleiter bei Cytonet. Diese Technologien seien der Isolation von blutbildenden Stammzellen ähnlich. Erster Ansatzpunkt des Projektes soll zunächst die Herstellung von T-Zellen sein, die spezifisch auf die Antigene des Cytomegalie-Virus reagieren. Während eine Infektion mit diesem Erreger für Gesunde nahezu ungefährlich ist, stellt sie bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem eine lebensbedrohliche Erkrankung dar. Zu den Gefährdeten gehören z.B. Leukämiepatienten nach einer Knochentransplantation. Gerade bei ihnen zeigte sich die Wirksamkeit von spezifischen T-Zellen in der Behandlung von Cytomegalie-Infektionen."Die Attraktivität des Projektes besteht darin, dass sich diese Technologie mit Modifikationen auch auf andere Einsatzgebiete anwenden lässt", schildert Projektleiter Griesel die Aussichten.

Die gezielte Forschung auf dem Gebiet der antigenspezifischer T-Zellen zur Therapie von Infektions- und Tumorerkrankungen", so Cytonet-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Rüdinger, "gibt der Cytonet GmbH & Co. KG mittelfristig die Chance, auch international eine martführende Position auf dem Gebiet der Immuntherapie einzunehmen."

Volker Heitkamp | idw
Weitere Informationen:
http://www.bioregion.de
http://www.cytonet.de
http://www.mh-hannover.de

Weitere Berichte zu: Antigen Cytonet Immunsystem Immuntherapie T-Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Wie das Gehirn Ereignisse vorhersagt
17.01.2020 | Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik

nachricht Erstes robustes Zellkulturmodell für das Hepatitis-E-Virus
13.01.2020 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

Styropor oder Kupfer – beide Materialien weisen stark unterschiedliche Eigenschaften auf, was ihre Fähigkeit betrifft, Wärme zu leiten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz und der Universität Bayreuth haben nun gemeinsam ein neuartiges, extrem dünnes und transparentes Material entwickelt und charakterisiert, welches richtungsabhängig unterschiedliche Wärmeleiteigenschaften aufweist. Während es in einer Richtung extrem gut Wärme leiten kann, zeigt es in der anderen Richtung gute Wärmeisolation.

Wärmeisolation und Wärmeleitung spielen in unserem Alltag eine entscheidende Rolle – angefangen von Computerprozessoren, bei denen es wichtig ist, Wärme...

Im Focus: Miniature double glazing: Material developed which is heat-insulating and heat-conducting at the same time

Styrofoam or copper - both materials have very different properties with regard to their ability to conduct heat. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz and the University of Bayreuth have now jointly developed and characterized a novel, extremely thin and transparent material that has different thermal conduction properties depending on the direction. While it can conduct heat extremely well in one direction, it shows good thermal insulation in the other direction.

Thermal insulation and thermal conduction play a crucial role in our everyday lives - from computer processors, where it is important to dissipate heat as...

Im Focus: Fraunhofer IAF errichtet ein Applikationslabor für Quantensensorik

Um den Transfer von Forschungsentwicklungen aus dem Bereich der Quantensensorik in industrielle Anwendungen voranzubringen, entsteht am Fraunhofer IAF ein Applikationslabor. Damit sollen interessierte Unternehmen und insbesondere regionale KMU sowie Start-ups die Möglichkeit erhalten, das Innovationspotenzial von Quantensensoren für ihre spezifischen Anforderungen zu evaluieren. Sowohl das Land Baden-Württemberg als auch die Fraunhofer-Gesellschaft fördern das auf vier Jahre angelegte Vorhaben mit jeweils einer Million Euro.

Das Applikationslabor wird im Rahmen des Fraunhofer-Leitprojekts »QMag«, kurz für Quantenmagnetometrie, errichtet. In dem Projekt entwickeln Forschende von...

Im Focus: Fraunhofer IAF establishes an application laboratory for quantum sensors

In order to advance the transfer of research developments from the field of quantum sensor technology into industrial applications, an application laboratory is being established at Fraunhofer IAF. This will enable interested companies and especially regional SMEs and start-ups to evaluate the innovation potential of quantum sensors for their specific requirements. Both the state of Baden-Württemberg and the Fraunhofer-Gesellschaft are supporting the four-year project with one million euros each.

The application laboratory is being set up as part of the Fraunhofer lighthouse project »QMag«, short for quantum magnetometry. In this project, researchers...

Im Focus: Wie Zellen ihr Skelett bilden

Wissenschaftler erforschen die Entstehung sogenannter Mikrotubuli

Zellen benötigen für viele wichtige Prozesse wie Zellteilung und zelluläre Transportvorgänge strukturgebende Filamente, sogenannte Mikrotubuli.

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

11. Tagung Kraftwerk Batterie - Advanced Battery Power Conference am 24-25. März 2020 in Münster/Germany

16.01.2020 | Veranstaltungen

Leben auf dem Mars: Woher kommt das Methan?

16.01.2020 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2020

16.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Chemiker lassen Bor-Atome wandern

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Infektiöse Proteine bei Alzheimer

17.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Miniatur-Doppelverglasung: Wärmeisolierendes und gleichzeitig wärmeleitendes Material entwickelt

17.01.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics