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Bluterkranke müssen keine Infektionsrisiken eingehen

07.12.2005


Bluterkranke befinden sich in einem Dilemma. Einerseits sind sie fortwährend auf die Gabe von Blutprodukten angewiesen. Andererseits steigt mit der Zahl der verabreichten Blutplasma-Präparate auch das Infektionsrisiko. Bei der Lösung dieses Problems die Bluterkranken zu unterstützen, hat sich jetzt das "Bündnis zur Förderung der Sicherheit von Hämophilen e.V." vorgenommen. Ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Therapiesicherheit besteht dabei in der Anwendung von Konzentraten aus rekombinanten Gerinnungsfaktoren. Das betonte der Sprecher des neu gegründeten Vereins, Prof. Dr. Helmi Storch, Erfurt, auf einer Pressekonferenz in Berlin.

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Weltweit leiden über 400.000, in Deutschland ca. 8.000 Menschen an Hämophilie. Bei ihnen ist die Blutgerinnung gestört, was meist auf einen vererbten Defekt des Gerinnungsfaktors VIII oder auch IX zurückzuführen ist. Etwa die Hälfte der Patienten sind dauerhaft auf die Gabe von Gerinnungsfaktoren angewiesen. Zwei von drei Bluterkranken bleiben allerdings ohne Diagnose. "Die Erkrankung verläuft in der Regel keineswegs so spektakulär wie von vielen angenommen", hob Storch hervor. Seinen Ausführungen nach sind es meist unscheinbare Verletzungen, die zu Blutungen führen. Und diese müssen nicht einmal auffallen. Orthopädische Schäden, zum Beispiel nach Einblutungen in Gelenke, und Behinderung können die Folge sein.

Obwohl die Sicherheit der Plasmapräparate von menschlichen Blut- und Plasmaspendern enorm gesteigert werden konnte, bleibt ein Restrisiko. Rekombinante Präparate dagegen stammen aus Zellkulturen. Bei ihrem Einsatz ist eine Übertragung von Krankheitserregern, wie sie bei Spendern vorkommen, vollkommen ausgeschlossen. Dass derzeit nur knapp die Hälfte der Bluterkranken in Deutschland in den Genuss dieser sicheren Therapie kommt, hielt Storch für einen unhaltbaren Zustand und sagte wörtlich: "Wir werden dafür sorgen, dass Deutschland in der Sicherheit der Hämophilenversorgung nicht den Anschluss an die internationale Entwicklung verliert."

Martin Wiehl | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.bfsh.info

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