Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Baby-Simulator: Ärzte trainieren Säuglingsnotfälle in Göttingen

28.11.2005


Deutschlandweit erster universitärer Kurs für Zwischenfallmanagement in Anästhesie und Notfallmedizin mit dem neuen Säuglingssimulator "SimBaby" in Göttingen: Anästhesisten und Notärzte aus dem Bundesgebiet trainieren den Umgang mit Säuglingsnotfällen.


Das Göttinger "SimBaby" im Einsatz Foto: ukg



Der bundesweit erste universitäre Kursus für Zwischenfallmanagement in Anästhesie und Notfallmedizin mit einem Baby-Simulator findet Ende November 2005 am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen statt. Zwölf Anästhesisten und Notärzte trainieren an der neuen, interaktiven Baby-Simulationspuppe "SimBaby" medizinische Notfälle mit Säuglingen. Veranstalter ist das Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin (ZARI).



Nur etwa zwei von hundert Operationen mit Narkose werden an kleinen Kindern durchgeführt. Die Erfahrungen von Anästhesisten und Notärzten im Umgang mit Säuglingsnotfällen und -narkosen sind daher häufig gering. Kenntnisse über den erwachsenen Patienten lassen sich nicht einfach auf Säuglinge übertragen: Die kleinen Patienten sind anders proportioniert, Medikamente müssen anders dosiert werden. Zudem neigen Säuglinge zu sehr speziellen Notfällen. "Man kann einem Patienten nicht zumuten, dass an ihm Notfälle geübt werden. Deshalb sind die Simulatoren so wichtig. Jeder approbierte Arzt sollte regelmäßig lebensbedrohliche Fälle an Simulatoren trainieren", sagt Prof. Dr. Bernhard Graf, Direktor der Abteilung Anaesthesiologie I des Bereichs Humanmedizin Göttingen. Graf hat das 35.000 Euro teure SimBaby an das Universitätsklinikum geholt.

Im ZARI Göttingen trainieren Anästhesisten und Studierende schon seit Jahren Zwischen- und Notfälle an interaktiven Puppen. Drei integrierte Erwachsenensimulatoren namens "Eagle", "SimMan" und "METI" hat das Universitätsklinikum Göttingen bereits im Einsatz. "Das neue "SimBaby" bereichert unsere Göttinger Simulatorenfamilie. Wir haben einen hohen Ausbildungsbedarf und eine große Nachfrage nach unseren Kursen", sagt Dr. Christoph Eich vom ZARI. Bis zu sechs zweitägige Simulationskurse pro Jahr für externe Teilnehmer bietet das Göttinger Lehr- und Simulationszentrum bereits an - neben den laufenden Kursen für die über 3.000 Studierenden der Medizin im Bereich Humanmedizin. "Mit seinen Räumlichkeiten, seiner hochwertigen Ausstattung und vor allem seinem professionellen Team besitzt das Uniklinikum Göttingen eines der größten und innovativsten Simulationszentren Deutschlands", sagt Dr. Eich.

Der Ablauf eines simulierten Szenarios kann etwa so aussehen: Das Team wird zu einem Notfall gerufen. Ein Säugling bekommt schlecht Luft. Eine Trainerin spielt die völlig verzweifelte Mutter. Das Baby wimmert. Jetzt heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Über einen Computer steuert ein zweiter Trainer die Körperfunktionen und die Reaktionen des Babys auf die Maßnahmen des Teams. Der Teamleiter muss jetzt schnelle Entscheidungen treffen und seinen Kollegen klare Anweisungen geben.

Das gesamte Szenario wird gefilmt und aufgezeichnet. Auf dem Computer sind der Zustand des Kindes und die Erfolge der medizinischen Eingriffe gespeichert. Im Anschluss an das Szenario folgt die ausführliche Nachbesprechung: Was ist gut gelaufen, was hätte besser sein können? Hätte eine Kollegin die Mutter beruhigen sollen? Wurde das Kind richtig behandelt?

"Wir kombinieren die medizinische Simulation bewusst mit Rollenspielen, um die Authentizität zu fördern. Zusätzlich bauen wir belastende Störfaktoren ein. Der Simulator steht dann nicht mehr alleine im Mittelpunkt", sagt Dr. Eich. "Das Training im Team schweißt dieses zusammen und schafft Vertrauen untereinander."

Weitere Informationen:

Bereich Humanmedizin - Universität Göttingen
Zentrum Anaesthesiologie, Rettungs- und Intensivmedizin
Dr. Christoph Eich, DEAA
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel. 0551/39 - 2995
E-Mail: CEich@t-online.de

Bereich Humanmedizin - Georg-August-Universität Göttingen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Stefan Weller
Robert-Koch-Str. 42 - 37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 99 59 - Fax: 0551/39 - 99 57
E-Mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.humanmedizin-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Anaesthesiologie Baby-Simulator ZARI

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Hirntumoren aus der Petrischale
15.02.2019 | Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

nachricht Mechanismus zur Körperabwehr gegen Bakterien und zur Regulation des Mikrobioms entdeckt
12.02.2019 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Grüne Spintronik: Mit Spannung Superferromagnetismus erzeugen

Ein HZB-Team hat zusammen mit internationalen Partnern an der Lichtquelle BESSY II ein neues Phänomen in Eisen-Nanokörnern auf einem ferroelektrischen Substrat beobachtet: Die magnetischen Momente der Eisenkörner richten sich superferromagnetisch aus, sobald eine elektrische Spannung anliegt. Der Effekt funktioniert bei Raumtemperatur und könnte zu neuen Materialien für IT-Bauelemente und Datenspeicher führen, die weniger Energie verbrauchen.

In heutigen Datenspeichern müssen magnetische Domänen mit Hilfe eines externen Magnetfeld umgeschaltet werden, welches durch elektrischen Strom erzeugt wird....

Im Focus: Regensburger Physiker beobachten, wie es sich Elektronen gemütlich machen

Und können dadurch mit ihrer neu entwickelten Mikroskopiemethode Orbitale einzelner Moleküle in verschiedenen Ladungszuständen abbilden. Die internationale Forschergruppe der Universität Regensburg berichtet über ihre Ergebnisse unter dem Titel “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunnelling microscopy on insulators” in der weltweit angesehenen Fachzeitschrift ,,Nature‘‘.

Sie sind die Grundbausteine der uns umgebenden Materie - Atome und Moleküle. Die Eigenschaften der Materie sind oftmals jedoch nicht durch diese Bausteine...

Im Focus: Regensburg physicists watch electron transfer in a single molecule

For the first time, an international team of scientists based in Regensburg, Germany, has recorded the orbitals of single molecules in different charge states in a novel type of microscopy. The research findings are published under the title “Mapping orbital changes upon electron transfer with tunneling microscopy on insulators” in the prestigious journal “Nature”.

The building blocks of matter surrounding us are atoms and molecules. The properties of that matter, however, are often not set by these building blocks...

Im Focus: Universität Konstanz gewinnt neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Immunsystems

Wissenschaftler der Universität Konstanz identifizieren Wettstreit zwischen menschlichem Immunsystem und bakteriellen Krankheitserregern

Zellbiologen der Universität Konstanz publizieren in der Fachzeitschrift „Current Biology“ neue Erkenntnisse über die rasante evolutionäre Anpassung des...

Im Focus: University of Konstanz gains new insights into the recent development of the human immune system

Scientists at the University of Konstanz identify fierce competition between the human immune system and bacterial pathogens

Cell biologists from the University of Konstanz shed light on a recent evolutionary process in the human immune system and publish their findings in the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Thema Desinformation in Online-Medien

15.02.2019 | Veranstaltungen

FfE-Energietage 2019 - Die Energiewelt heute und morgen vom 1. bis 4. April 2019 in München

15.02.2019 | Veranstaltungen

Deutscher Fachkongress für kommunales Energiemanagement: Fokus Energie – Architektur – BauKultur

13.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Katalysatoren - Fluktuationen machen den Weg frei

15.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Berührungsgeschützt, kompakt, einfach: Rittal erweitert Board-Technologie

15.02.2019 | Energie und Elektrotechnik

Wie kann digitales Lernen gelingen? Lern-Prototypen werden auf der didacta vorgestellt

15.02.2019 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics