Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen für die Herz-Kreislauf-Forschung

23.11.2005


Die Herz- und Kreislauf-Forschung an der Universität Würzburg wird weiter gestärkt: Rund 1,7 Millionen Euro pro Jahr lässt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hier ab 1. Januar in einen neuen Sonderforschungsbereich fließen. Sprecher der Einrichtung ist Professor Ulrich Walter, Chef des Instituts für Klinische Biochemie und Pathobiochemie.



Damit sind an der Uni Würzburg ab Beginn 2006 insgesamt acht Sonderforschungsbereiche angesiedelt. Ein Expertengremium hatte den Antrag der Universität auf einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) im Juli begutachtet und für ausgezeichnet befunden. Das Thema des jüngsten Würzburger SFB, den die Forschungsgemeinschaft für zunächst vier Jahre bewilligt hat, heißt "Mechanismen und Bildgebung von Zell-Zell-Wechselwirkungen im kardiovaskulären System".



Den Wechselwirkungen zwischen den Zellen des Herz-Kreislauf-Systems kommt eine entscheidende Bedeutung für die Organdurchblutung, aber auch für Entzündungs-, Heilungs- und Anpassungsprozesse zu, wie Professor Walter erklärt. Ein drohender Herzinfarkt zum Beispiel lasse sich als Störung des sehr dynamischen und strikt regulierten Kontakts von Blutzellen mit Zellen der Blutgefäßwand definieren. Dagegen werde der Schaden, der durch eine mangelnde Durchblutung von Herz oder Gehirn entsteht, stark durch weiße Blutkörperchen mitbestimmt.

Trotz des vorhandenen Wissens seien die Grundlagen solcher Zell-Zell-Wechselwirkungen noch nicht ausreichend erforscht, teilt die DFG mit. Diese Lücke solle der Würzburger Sonderforschungsbereich schließen. Zu dessen Zielen gehört es vor allem, neue diagnostische und therapeutische Ansätze, etwa gegen Herzinfarkte oder Schlaganfälle, zu finden.

Dieser Aufgabe widmen sich Forscher aus vier Fakultäten. Zum einen wollen sie die Grundlagen und Mechanismen von Zell-Zell-Wechselwirkungen im Herz-Kreislauf-System erforschen, zum anderen aber auch die molekulare und funktionelle Bildgebung auf diesem Feld weiter voranbringen.

Erfolge auf diesem Gebiet konnten die Würzburger Wissenschaftler erst jüngst vorweisen. Arbeitsgruppen aus dem Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie, dem Rudolf-Virchow-Zentrum/DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin, der Medizinischen Klinik I, der Neurologischen Klinik und der Neuroradiologie konnten nämlich zeigen: Mäuse, denen der Hagemann-Faktor (Faktor XII) der Blutgerinnung fehlt, sind vor der Entwicklung und den Auswirkungen einer Thrombose und vor weiteren Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall geschützt.

"Die interdisziplinäre Kooperation von Physik, Chemie und Bioinformatik mit Zellbiologie, Physiologie, Pharmakologie, Klinischer Biochemie sowie Kardiologie und Neurologie ist ohne Zweifel ein herausragendes Merkmal des neuen Sonderforschungsbereichs", so Walter. Charakteristisch sei zudem die Beteiligung vieler Nachwuchswissenschaftler an den Projektgruppen des SFB.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Ulrich Walter, T (0931) 201-45144, Fax (0931) 201-45153, E-Mail: uwalter@klin-biochem.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Biochemie Herzinfarkt Pathobiochemie Schlaganfall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht MHH-Forscher entdeckt: Ein Muskelprotein hilft bei der Eizellteilung
14.10.2019 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Forscher entschlüsseln Wirkung von Ebola-Impfstoff - Virologen der Uniklinik Köln identifizieren neue Antikörper
08.10.2019 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics