Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Ergebnisse gegen das Auftreten eines Parkinsonsyndroms

21.11.2005


Eine multizentrische Forschungsinitiative der Neurologischen Universitätskliniken in Kiel, Lübeck und Hamburg-Eppendorf, die in einer aktuellen Ausgabe der Forschungszeitschrift "Brain" veröffentlicht wurde, hat neue Ergebnisse erbracht, wie es das Gehirn schafft, sich gegen das Auftreten eines Parkinsonsyndroms zu wehren.



Mit Hilfe eines modernen Schnittbildverfahrens, der so genannten funktionellen Magnetresonanztomographie, erfassten die Forscher die Gehirnaktivierung bei bestimmten Fingerbewegungen. Dabei verglichen sie gesunde Probanden mit denjenigen, die eine Mutation in einem bestimmten Gen, dem Parkin-Gen aufwiesen. Diese Personen haben ein erhöhtes genetisches Risiko, im Laufe ihres Lebens an Parkinson zu erkranken.



Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigten, dass bestimmte Fingerbewegungen von beiden Gruppen gleich gut ausgeführt werden konnten. Allerdings konnten die Forscher bei den Risiko-Probanden eine Überaktivierung im motorischen System des Gehirns feststellen. Diese Überaktivierung belegt eine vermehrte "Anstrengung" einzelner Komponenten des motorischen Systems, um die zugrunde liegende noch verborgene Funktionsstörung zu überwinden. Diese Ergebnisse unterstreichen nach Aussage der Forscher eindrucksvoll die Fähigkeit des Gehirns, solche Funktionsstörungen zu kompensieren. Ein besseres Verständnis dieser Kompensationsmechanismen ist daher eine wichtige Grundlage für vorbeugende Therapieansätze, die darauf abzielen, den Ausbruch der Parkinson´schen Erkrankung zu verzögern.

Die Parkinson´sche Erkrankung entsteht durch einen allmählich fortschreitenden Untergang von Nervenzellen im Mittelhirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Das Absterben dieser Nervenzellen beeinträchtigt die Informationsverarbeitung bei der Steuerung von Bewegungen. Schreitet der Untergang dieser dopaminhaltigen Nervenzellen fort, kann die Funktionsstörung nicht mehr kompensiert werden. Die Patienten entwickeln ein Parkinsonsyndrom mit einer deutlichen Bewegungsverlangsamung, Steifigkeit oder Zittern.

Das Gehirn besitzt jedoch ein beträchtliches Potential, diese Funktionsstörung und so den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern. So dauert es mehrere Jahre, bis es zu einem fassbaren Funktionsverlust kommt. Erst wenn 70-80% der dopaminergen Nervenendigungen in den Basalganglien abgestorben sind, entwickeln sich ein Parkinsonsyndrom. Wie es das menschliche Gehirn schafft, trotz der Nervenzelluntergangs über Jahre eine normale Funktion aufrecht zu erhalten, ist bislang noch völlig unklar.

Für Rückfragen steht zur Verfügung:
Prof. Dr. med. Hartwig R. Siebner,
Klinik für Neurologie
Leiter der Arbeitsgruppe "Bildgebung der Bewegungsstörungen"
h.siebner@neurologie.uni-kiel.de

Dr. Anja Aldenhoff-Zöllner | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: Nervenzelle Parkinson Parkinsonsyndrom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

nachricht Mikrobiota im Darm befeuert Tumorwachstum
18.09.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Der Truck der Zukunft

19.09.2018 | Verkehr Logistik

Fehlersuche in der Quantenwelt

19.09.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics