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Einfacher Test zur Diagnose von Blasenkrebs entwickelt

26.10.2005


Entscheidend ist die Menge des Enzyms Telomerase im Urin



Wissenschafter des Morgagni-Pierantoni Ospedale haben einen einfachen Test zur Diagnose von Blasenkrebs entwickelt. Für ein gültiges Ergebnis muss nur die Menge des Enzyms Telomerase im Urin festgestellt werden. Die italienischen Wissenschafter gehen davon aus, dass ihr Verfahren eine Testgenauigkeit von rund 90 Prozent ermöglicht. Sie schreiben im Journal of the American Medical Association, dass ihr Test häufiger bei Raucher und anderen Risikogruppen eingesetzt werden sollte. Blasenkrebs gehört zum Beispiel in Großbritannien zur vierthäufigsten Form dieser Erkrankung und gilt als die zehnthäufigste bei Frauen. Jährlich kommt es laut BBC zu mehr als 10.700 neuen Erkrankungen, die in der Folge zu rund 4.900 Todesfällen führen.

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Wird Blasenkrebs in einem frühen Stadium diagnostiziert und behandelt, stehen die Überlebenschancen gut. Die meisten bestehenden Diagnoseverfahren sind jedoch entweder invasiv und kostenintensiv oder verfügen nur über eine beschränkte Empfindlichkeit. Die Wissenschafter analysierten die Daten von 218 Männern. Bei 134 der Teilnehmer wurde Blasenkrebs diagnostiziert. Sie untersuchten den Urin der Männer auf die Werte des Enzyms Telomerase, das in fast allen menschlichen Krebszellen vorhanden ist. In gesunden Zellen kommt dieses Enzym nur sehr selten vor. Die Krebsdiagnose basierte auf Tests von Gewebeproben und der Untersuchung der Harnwege. Der Enzymtest wurde mit den Ergebnissen der Suche nach Krebszellen im Urin verglichen. Die Wissenschafter meinen jedoch, dass dieses Verfahren nur über eine eingeschränkte Empfindlichkeit verfügt. Davon seien vor allem weniger schwere Erkrankungen betroffen.

Der Enzymtest wies eine Genauigkeit von 90 Prozent bei der Identifizierung von Personen auf, die an Krebs erkrankt waren. Bei Patienten, die vorher über keine derartige Diagnose verfügten, lag die Genauigkeit bei 88 Prozent. Es zeigte sich, dass der Test bei weniger schweren Erkrankungen gleich genaue Ergebnisse lieferte wie bei Patienten mit negativen Zytologieergebnissen. Die leitende Wissenschafterin Maria Aurora Sanchini erklärte im JAMA, dass der neue Test trotz aller offensichtlichen Vorteile nur für Risikogruppen eingesetzt werden sollte, da Erkrankungen allgemein eher selten seien. Vor allem Raucher verfügten über ein um das Dreifache erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://jama.ama-assn.org

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