Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tödliche Eiweiß-Kaskade

30.09.2005


Das Komplementsystem vernichtet Erreger und spielt eine Rolle bei Krebs und Autoimmunerkrankungen / Heidelberger Immunologin Professor Dr. Ursula Rother für ihr Lebenswerk ausgezeichnet



Das Immunsystem hält uns gesund. Einen wesentlichen Anteil daran hat ein komplexes System von mehr als einem Dutzend sich gegenseitig aktivierenden Eiweiß-Stoffen im Blut, das so genannte "Komplement-System", das Bakterien, Viren oder Würmer abtöten kann.



Seit Jahrzehnten haben Wissenschaftler des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg entscheidend zu seiner Entschlüsselung beigetragen. Jetzt wurde bei einem großen internationalen Kongress die Heidelberger Immunologin Frau Professor Dr. Ursula Rother für ihr Lebenswerk auf diesem Forschungsgebiet mit der Goldmedaille des "European Complement Network" ausgezeichnet.

Internationale Tagung im September 2005 in Heidelberg

Wird das Immunsystem durch einen Erreger oder anderen Fremdkörper provoziert, werden die Enzyme des Komplementsystems in einer Kettenreaktion aktiv, die letztlich zur Zerstörung der äußeren Membran und damit zum Tod von Bakterien, Würmern oder zur Auflösung von Viren führt. Die Erreger wehren sich gegen den Angriff: Ein Schwerpunktthema der Tagung vom 9. bis 13. September 2005 in Heidelberg waren die raffinierten Strategien der Krankheitserreger, den Angriff abzuwehren und Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

"Auch bei der Krebsabwehr spielt das Komplementsystem eine Rolle", erklärt Professor Dr. Michael Kirschfink, der die Tagung in Heidelberg organisiert hat. Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Frage: Wie verhindern Krebszellen den Komplement-Angriff? Wie kann man diesen Schutzschild durchbrechen, um eine erfolgreiche Immuntherapie von Tumoren zu entwickeln?

Bei unerwünschten Immunreaktionen, z.B. Autoimmunerkrankungen der Niere, werden Wege gesucht, wie das Komplement-System blockiert werden kann. Auch die Abstoßung von Spenderorganen wird durch das Komplement-System gefördert. Hier möchten die Wissenschaftler wissen: Wie kann ein Transplantat vor der Abstoßung durch das Immunsystem bewahrt werden?

Weitere Information im Internet: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=2830#4189

Bei Rückfragen:
Professor Dr. Michael Kirschfink
Im Neuenheimer Feld 305
69120 Heidelberg
Telefon: 06221 / 56 40 76
E-Mail: Michael.Kirschfink@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=2830#4189

Weitere Berichte zu: Bakterium Immunsystem Komplementsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics