Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissensoffensive gegen den Herztod

12.09.2001


Das Lern-Informationssystem "Koronare Herzkrankheit" soll Online-Aufklärung bieten.

In den westlichen Industrieländern ist sie Todesursache Nummer 1, in Deutschland fordert sie jedes Jahr 150.000 Opfer: Die koronare Herzkrankheit (KHK) mit ihrer dramatischsten Ausprägung, dem Herzinfarkt. Durch ein BMBF-finanziertes multimediales Lern- und Informationssystem wollen die Universitäten Düsseldorf, Dresden, Hamburg und Köln demnächst medizinische Grundlagen sowie neueste Forschungsergebnisse zur Volkskrankheit KHK vermitteln: Intranet- bzw. Internet-Präsentationen sollen die Aus- und Weiterbildung von Medizinstudenten und Ärzten unterstützen. Später sollen sich auch Patienten schnell und unkompliziert informieren können.


"Viele Aspekte der koronaren Herzkrankheit sind auch in Fachkreisen nur unzureichend bekannt", so Dr. Manfred Heydthausen vom Multimediazentrum der Universität Düsseldorf. "Dies gilt zum Beispiel für die Bedeutung und Möglichkeiten der Prävention als auch für aktuelle Therapieansätze." Diesem Mangel an Fachwissen soll nun abgeholfen werden: Zusammen mit dem Düsseldorfer Kardiologen Prof. Dr. Bodo-Eckhardt Strauer koordiniert Heydthausen die Entwicklung eines intranetbasierten Lern- und Erklärungssystems für die theoretische und klinische Kardiologie mit dem Leitthema "Koronare Herzkrankheit".

Das Ziel des Projektes: Unter der Federführung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf soll der Kenntnisstand zur Koronaren Herzkrankheit (KHK) in Zusammenarbeit mit den Universitäten, Köln, Dresden und Hamburg verbessert werden: Insgesamt elf Institute und Kliniken erstellen zur Zeit Multimedia-Lerneinheiten, sogenannte Module, die die koronare Herzkrankheit von ihren molekularen Grundlagen bis hin zu modernsten Operationstechniken abhandeln. Diese Module werden anschließend als zusammenhängendes Lernsystem ins Intranet/Internet gestellt - damit sind die Informationen kostengünstig überall und jederzeit frei verfügbar.

Als Nutzer dieses Lernsystems sind zunächst Studenten der Medizin, Pharmazie und Medizininformatik sowie Klinik- und Hausärzte gedacht, später aber auch KHK-Patienten und die interessierte Öffentlichkeit. Klar strukturierte Lerntexte, weiterführende Hintergrundinformationen sowie Computeranimationen, Videosequenzen und Audiopräsentationen - beispielsweise von krankhaft veränderten Herztönen und Herzgeräuschen - machen den Nutzern das behandelte Thema deutlich. Fragemodule, die sich an die Lernmodule anschließen, dienen zur Überprüfung des bereits Gelernten. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Behandlungsstrategien lassen sich als zusätzliche Lerneinheiten jederzeit einfügen, da das System beliebig zu erweitern ist.

Trotz des umfassenden Wissensangebotes können die Nutzer jederzeit den Überblick behalten: Eine in das Lernsystem integrierte Navigation nimmt sie quasi "an die Hand" und leitet sie zu den von ihnen gewünschten Themen - und zwar unter Berücksichtigung des individuellen Kenntnisstandes. Für jedes Modul existieren nämlich sogenannte Vorbedingungen, das heißt, ein bestimmtes Wissen, welches ein Nutzer besitzen muss, um Zugang zu erhalten. Der Einstieg in das System ist auch für medizinische Laien möglich: Erste Vorbedingung sind Schulkenntnisse der Biologie.

Sogenannte Nachbedingungen beschreiben den Zuwachs an Wissen nach Durcharbeiten eines Moduls - und erfüllen gleichzeitig die Vorbedingung des anschließenden Lernmoduls. Das Ergebnis der wissensbezogenen Navigation: Dem niedergelassenen Arzt vermittelt das System detaillierte Fachinformationen, dem KHK-Patienten allgemeinverständliche, auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Auskünfte.

Finanziert wird der Aufbau des Lernsystems aus dem Förderprogramm "Neue Medien in der Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) - insgesamt 4 Millionen Mark stehen zur Verfügung. Erste Ergebnisse werden bereits Mitte des nächsten Jahres erwartet, im Jahr 2003 soll das Projekt abgeschlossen sein und im Intranet der beteiligten Universitäten von Studenten und Ärzten getestet werden. Als weitere Ausbaustufe ist es möglich, das Lernsystem gezielt an das Informationsbedürfnis von Nicht-Medizinern anzupassen und dann "vollständig online" zu stellen, so dass es von jedermann genutzt werden kann - sei es im Internet-Café oder im heimischen Wohnzimmer.

... mehr zu:
»Herzkrankheit »KHK

Weitere Informationen erteilen Ihnen:

Dr. Manfred Heydthausen, Multimediazentrum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf,
Tel.: (0211) 81-19734, E-Mail: heydth@uni-duesseldorf.de

Ulrike Günther, Multimediazentrum Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf,
Tel. : (0211) 81-19732, E-Mail: Ulrike.Guenther@uni-duesseldorf.de

Rolf Willhardt | idw

Weitere Berichte zu: Herzkrankheit KHK

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen
20.06.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Überdosis Calcium
19.06.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics