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Neue Diagnose-Möglichkeiten für Herzkranke

25.08.2005


Gleich zwei neue Diagnose-Techniken werden seit kurzem in der Medizinischen Poliklinik am Standort Innenstadt des Klinikums der Universität München eingesetzt. Beide Verfahren geben Aufschluss über einen der Hauptrisikofaktoren für einen Herzinfarkt, die so genannte Arteriosklerose: Im Laufe eines Lebens bilden sich durch ererbte Faktoren, aber auch durch falsche Ernährung, hohen Blutdruck, mangelnde Bewegung und Rauchen an den Innenwänden von Blutgefäßen Ablagerungen, die plötzlich einreißen und zu einem kompletten Gefäßverschluss führen können. Passiert das an den Herzkranzgefäßen, kommt es zum Herzinfarkt.



Eines der neuen Verfahren ist die Optische Kohärenz Tomographie (OCT). Dabei wird ein nur 0,4mm dünner Lichtleiter in das Blutgefäß eingeführt und man kann mit Hilfe von Licht Strukturen im Inneren im Submilimeterbereich (Auflösung 10-20µm) in vivo untersuchen. Zugelassen ist dieses Gerät jetzt erstmals für die Anwendung in den Herzkranzgefäßen. "Mit diesem Gerät lassen sich mit der Histologie vergleichbare Querschnittsbilder von den Herzkranzarterien im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung machen", sagt Dr. Johannes Rieber von der Abteilung für Kardiologie. "Wir erhoffen uns davon einen entscheidenden Schritt zum Beispiel für die Erkennung von vulnerablen Plaques, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben aufzubrechen und dann einen Herzinfarkt auslösen können." Ebenfalls wird im Rahmen der engen Kooperation mit dem Institut für Klinische Radiologie auch der Einsatz in anderen Organbereichen wie etwa den Bronchien und den Harnwegen untersucht. Das Klinikum der Universität München ist eines der ersten Zentren in Europa, das dieses System au-ßerhalb von Studien einsetzen kann; auch in den USA ist dieses System bisher ausschließlich für Studien zugelassen.

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Eine ergänzende Methode zur OCT ist die zweite neue Technik, die Virtuelle Histologie. Dies ist ein Verfahren, bei dem die Rohdaten des intravaskulären Ultraschalls (den es schon über 10 Jahre gibt) dazu benutzt werden, die Plaque innerhalb der Gefäßwände detailliert zu klassifizieren. Bisher konnte man lediglich erkennen, dass Ablagerungen vorhanden sind, über den feingeweblichen Aufbau konnten jedoch nur sehr ungenaue Informationen erhalten werden. Mit der virtuellen Histologie ist es nun erstmals möglich, die Plaquezusammensetzung in vivo genauer zu analysieren und auch mögliche Veränderungen beispielsweise unter einer medikamentösen Therapie oder im Verlaufe der Zeit festzustellen. Die virtuelle Histologie steht seit Mitte diesen Jahres kommerziell zur Verfügung und ist in Deutschland bisher an zehn ausgewählten Zentren, in München nur am Klinikum der Universität München, installiert.

Weitere Informationen bei Dr. Johannes Rieber, Telefon 089/5160- 2177, eMail johannes.rieber@med.uni-muenchen.de

S. Nicole Bongard | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de

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