Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besorgnis über angebliche Übertragungsgefahr von vCJK durch Impfstoffe unbegründet

24.08.2001


Das Paul-Ehrlich-Institut widerspricht Berichten, dass mit bestimmten Impfstoffen der Erreger der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) übertragen werden könnte.

"In einer dänischen Veröffentlichung wird das als Stabilisator in einigen Impfstoffen eingesetzte Humanalbumin als möglicher Risikofaktor für eine solche Übertragung beschrieben", erläutert Prof. Johannes Löwer, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Diese Sorgen seien jedoch unbegründet, da zahlreiche Maßnahmen bei Zulassung und Chargenfreigabe sowie bei der Herstellung der Produkte die Sicherheit auch im Hinblick auf BSE und vCJK gewährleisteten.

"Bisher gibt es weltweit keinerlei Hinweise, dass vCJK durch Blut oder Blutprodukte übertragen worden sein könnte", führt Löwer aus. Trotzdem stamme das Blutplasma, aus dem Albumin wie auch andere Bestandteile gewonnen werden, nicht von Spendern, die einem Risiko ausgesetzt sind, selbst an vCJK zu erkranken. "Darüber hinaus haben Untersuchungen gezeigt, dass auf Grund des Herstellungsprozesses gerade in Albumin keine Infektiosität nachgewiesen werden kann, selbst wenn das Ausgangsmaterial für Studienzwecke mit großen Mengen Erreger versetzt wurde", betont Löwer. Im Paul-Ehrlich-Institut folge man jedoch dem Prinzip der Risikovorsorge. Das bedeute, dass im Zweifelsfall selbst dann, wenn kein greifbares Risiko zu erkennen ist, Maßnahmen getroffen werden, um auch ein hypothetisches Risiko auszuschließen. Da man insgesamt über die Erkrankung vCJK noch nicht genügend wisse, seien daher zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden:

  • Aus tierexperimentellen Untersuchungen gibt es Hinweise, dass Prionen, sofern sie in diesen Modellsystemen im Blut vorkommen, insbesondere mit den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) assoziiert sind. Plasma, das zur Herstellung von Albumin und anderen Blutprodukten verwendet wird, enthält kaum noch Blutzellen. Bei der Herstellung von Bluttransfusionen ist es vorgeschrieben, die Leukozyten zu entfernen.
  • Blut oder Plasma aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland, wo inzwischen mehr als 100 Fälle an vCJK bekannt geworden sind, darf nicht verwendet werden.
  • Wer sich zwischen 1980 und 1996 mindestens ein halbes Jahr in Großbritannien aufgehalten hat, wird nicht zur Spende zugelassen. In dieser Zeit bestand dort die größte Gefahr, sich über die Nahrung mit dem BSE-Erreger zu infizieren.
  • Personen mit Krankheitszeichen dürfen grundsätzlich kein Blut spenden. Sollte ein Spender im Nachhinein an vCJK erkranken, müssen alle Produkte, in die sein Blut oder Plasma eingegangen ist, zurückgerufen werden.

Zusätzliche Informationen zum Thema BSE-Sicherheit von Arzneimitteln bietet die Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts unter: http://www.pei.de/bse/bse_infos.htm

Unter anderem gibt es dort einen Übersichtsartikel zur Frage der Übertragung von vCJD durch Blut und andere Gewebe ( http://www.pei.de/bse/vcjd_blut_review.htm ). Ein ausführlicher Artikel zu diesem Thema ist als Beitrag im jüngst erschienenen Buch ’Prionen und Prionenkrankheiten’ (Herausgeber Hörnlimann, Riesner, Kretzschmar) veröffentlicht (Verlag de Gruyter).

Bereits im Jahr 1998 hat die Europäische Arzneimittelagentur EMEA ein Positionspapier zum Thema ’vCJK und Arzneimittel aus Blutplasma’ herausgegeben, dass als pdf-Datei auf der EMEA-Homepage zur Verfügung steht unter:
http://www.emea.eu.int/pdfs/human/press/pos/020198en.pdf

Dr. Susanne Stöcker | idw
Weitere Informationen:
http://www.pei.de/pm/2001/11_2001.htm

Weitere Berichte zu: Albumin Plasma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Digitaler Zwilling für personalisierte Medizin - Schick den Avatar zum Arzt
12.07.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Umfangreiche genetische Studie klärt Transformation von Vorleukämie zur vollständigen Leukämie auf
12.07.2019 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

Die Anpassung der Wärmeleitfähigkeit von Materialien ist eine aktuelle Herausforderung in den Nanowissenschaften. Forschende der Universität Basel haben mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und Spanien gezeigt, dass sich allein durch die Anordnung von Atomen in Nanodrähten atomare Vibrationen steuern lassen, welche die Wärmeleitfähigkeit bestimmen. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse kürzlich im Fachblatt «Nano Letters».

In der Elektronik- und Computerindustrie werden die Komponenten immer kleiner und leistungsfähiger. Problematisch ist dabei die Wärmeentwicklung, die durch...

Im Focus: Better thermal conductivity by adjusting the arrangement of atoms

Adjusting the thermal conductivity of materials is one of the challenges nanoscience is currently facing. Together with colleagues from the Netherlands and Spain, researchers from the University of Basel have shown that the atomic vibrations that determine heat generation in nanowires can be controlled through the arrangement of atoms alone. The scientists will publish the results shortly in the journal Nano Letters.

In the electronics and computer industry, components are becoming ever smaller and more powerful. However, there are problems with the heat generation. It is...

Im Focus: Nanopartikel mit neuartigen elektronischen Eigenschaften

Forscher der FAU haben Konzept zur Steuerung von Nanopartikeln entwickelt

Die optischen und elektronischen Eigenschaften von Aluminiumoxid-Nanopartikeln, die eigentlich elektronisch inert und optisch inaktiv sind, können gesteuert...

Im Focus: First-ever visualizations of electrical gating effects on electronic structure

Scientists have visualised the electronic structure in a microelectronic device for the first time, opening up opportunities for finely-tuned high performance electronic devices.

Physicists from the University of Warwick and the University of Washington have developed a technique to measure the energy and momentum of electrons in...

Im Focus: Neues Verfahren für den Kampf gegen Viren

Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft in Sulzbach und Regensburg arbeiten im Projekt ViroSens gemeinsam mit Industriepartnern an einem neuartigen Analyseverfahren, um die Wirksamkeitsprüfung von Impfstoffen effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Methode kombiniert elektrochemische Sensorik und Biotechnologie und ermöglicht erstmals eine komplett automatisierte Analyse des Infektionszustands von Testzellen.

Die Meisten sehen Impfungen als einen Segen der modernen Medizin, da sie vor gefährlichen Viruserkrankungen schützen. Doch bevor es ein Impfstoff in die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Testzone für die KI-gestützte Produktion

18.07.2019 | Veranstaltungen

„World Brain Day“ zum Thema Migräne: individualisierte Therapie statt Schmerzmittelübergebrauch

18.07.2019 | Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielfältiger einsetzbare Materialien

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Regulation des Wurzelwachstums aus der Ferne

19.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Bessere Wärmeleitfähigkeit durch geänderte Atomanordnung

19.07.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics