Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Standardisierte Bausteine machen Gesundheits-Überwachungs-Systeme kostengünstiger

27.07.2001


BMBF fördert "schnellen Draht zum Arzt" mit 6,5 Millionen Mark

Überwachungstechnik statt Krankenhaus: Klinikaufenthalte, die nur der Beobachtung des Patienten dienen, werden mit Hilfe von modernen auf Mikrosystemtechnik basierenden "Monitoringsystemen" zunehmend überflüssig. Ein winziger im oder am Körper angebrachter Sensor misst Blutdruck, Körpertemperatur oder Augeninnendruck und übermittelt die Daten über eine Telemetrieeinheit direkt an die Praxis des Hausarztes, an die Klinik oder den Rettungsdienst. Bei kritischen Veränderungen kann der Arzt sofort reagieren. Die ersten Monitoringsysteme sind bereits auf dem Markt. Über die Standardisierung von Schnittstellen und Bausteinen wollen Industrie und Wissenschaft jetzt dafür sorgen, dass die Entwicklung von weiteren Systemen - z. B. zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels - kostengünstiger und schneller möglich werden.

Am Freitag werden in Frankfurt/Main Fachleute aus Unternehmen der Bereiche Medizintechnik, Telemetrie, Sensorik sowie Aufbau- und Verbindungstechnik mit Wissenschaftlern aus Universitätskliniken und Forschungsinstituten die Inhalte des biomedizinischen Baukastens diskutieren. Für alle Bauteile eines Monitoringsystems werden Schnittstellen definiert und standardisiert. Zu ihnen zählen die im oder am Körper des Patienten angebrachten Mikrosensoren, die Informationsverarbeitung, die Telemetrie zur Versendung der Daten und der Monitor auf dem Schreibtisch des Arztes. Künftig können die Medizintechnik-Unternehmen miteinander kompatible Bausteine in ihre Neuentwicklungen integrieren und die eigentlichen Entwicklungsarbeiten auf einzelne innovative Module konzentrieren. Neue Monitoringsysteme können auf diese Weise wesentlich schneller und kostengünstiger angeboten werden. Insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird damit der Einstieg in die Mikrosystemtechnik erleichtert.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt diese Aktivitäten mit 6,5 Millionen Mark im Rahmen des Förderkonzeptes "Mikrosystemtechnik 2000+" und schafft somit die Voraussetzungen für zentrale Komponenten neuer Monitoringsysteme.

In der Bundesrepublik Deutschland nimmt der Anteil der älteren Menschen und die Zahl der Einpersonenhaushalte ständig zu. Die Gesundheitsfürsorge und Krankenpflege für alleinlebende Menschen ist kostenaufwendiger als in Familien mit mehreren Personen, weil der Einsatz von professionellem Pflegepersonal mit hohen Wege- und Personalkosten verbunden ist. Akut gesundheitlich gefährdete Menschen müssen deshalb häufig länger als notwendig in Kliniken untergebracht werden, weil zu Hause keine Betreuungsperson für eventuelle Notfälle zur Verfügung steht. Modernste Entwicklungen der Kommunikations-, Computer- und Medizintechnik erlauben es mittlerweile, die Sicherheit der außerklinischen medizinischen Fürsorge erheblich zu verbessern. Schon heute gibt es die ersten klinischen Monitoringsysteme, die eine automatische Aufzeichnung von Vitalparametern, wie Blutdruck, EKG, Sauerstoffsättigung, Pulsfrequenz, Körpertemperatur etc. vornehmen.

Seit 1995 fördert das BMBF Projekte zur telemetrischen Diagnostik, z. B. zur Kontrolle des Blutdrucks und des Augeninnendrucks. Bislang sind die gewonnenen Daten nur lokal verfügbar. Im Rahmen des Anfang Juli gestarteten Projektes "Personal Health Monitoring System mit innovativer mikrosystemtechnischer Sensorik" (PeHeaMon) wird sowohl die Sensorik als auch die Verbindung vom Patienten zum Arzt weiterentwickelt.

Nähere Informationen erteilt der Projektträger:

VDI/VDE-Technologiezentrum Informationstechnik GmbH
Christine Weiß
Telefon: 03328/435-184
weiss@vdivde-it.de

Pressereferat (LS 13) | BMBF-Pressedienst

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

1,6 Millionen Euro für den Aufbau einer Forschungsgruppe zu Quantentechnologien

20.08.2018 | Förderungen Preise

IHP-Technologie darf in den Weltraum fliegen

20.08.2018 | Energie und Elektrotechnik

Eröffnung des neuen Produktionsgebäudes bei Heraeus Medical in Wehrheim

20.08.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics