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Forscherteam beweist Existenz des "Sechsten Sinns"

18.02.2005


Emotionales Frühwarnsystem schützt vor Irrtümern und Gefahren



Die Existenz des sechsten Sinns konnten nunmehr amerikanische Wissenschafter beweisen. Ein US-amerikanisches Forscherteam der Washington University von St. Louis konnte in der äußeren Hirnrinde, im Bereich zwischen den beiden Hemisphären des Gehirns, den Ort dieses Entscheidungszentrum eruieren. "Es ist uns gelungen den Bereich im Gehirn zu orten, der im Volksmund als "sechster Sinn" beschrieben wird", stellt Joshua Brown, der Leiter des Forschungsteams fest.

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In einem Bereich hinter der Hirnrinde, der als Sitz des menschlichen Entscheidungszentrums gilt, konnten die Forscher den Ort festlegen, der für die menschliche Entscheidungsfindung im Bereich zwischen Vernunft und Emotion verantwortlich ist. Der als bisher inexsistent geglaubte, schwer in Worte fassbare und emotionale Sinn bestimmt das menschliche Verhalten und macht unbewusst auf etwas aufmerksam, das im eigentlichen Sinne nicht fassbar oder ausdrückbar ist. Er wirkt auf eine kaum wahrnehmbare Weise, beispielsweise in Situationen, die aus undefinierbaren Gründen als unangenehm und feindlich empfunden werden.

Um die Existenz des sechsten Sinns zu beweisen ließen die Forscher eine Gruppe Jugendlicher einen aufwändigen Test absolvieren. Die Jugendlichen mussten eine entweder weiße oder blaue Kugel am Computerbildschirm betrachten, die innerhalb eines Wimpernschlages zu einem Pfeil wurde. Der Pfeil konnte sich dabei in zwei entgegen gesetzten Richtungen am Bildschirm bewegen. Die Aufgabe der Jugendlichen war es, den Pfeil zu beobachten und gemäß der Ausrichtung des Pfeils einen Knopf zu drücken. Um die Sache zu verkomplizieren, erschien von Zeit zu Zeit ein zweiter Pfeil, welcher von den Jugendlichen jedoch unbeachtet bleiben sollte. Dies war eine Komplikation, welche die Forscher als Konfliktsituation geschaffen hatten, in der die meisten Jugendlichen Fehler machten.

Das Spezielle an der Untersuchungssituation war die Tatsache, dass ein blauer Pfeil mit großer Wahrscheinlichkeit das Auftauchen des zweiten Verwirrungspfeils nach sich zog. Nach mehrmaligem Durchlaufen des rasanten Tests zeigte sich, dass sich die Jugendlichen weniger häufig irrten, so als ob ihr Gehirn den Trick mit der Farbe aufgedeckt hätte, auch wenn sich die Jugendlichen selbst dessen nicht bewusst waren. Mit der zunehmenden Leistungsverbesserung konnten die Forscher, gleichzeitig mit dem Erscheinen des Täuschungspfeils, einen Anstieg der Gehirnaktivitäten feststellen.

"Die Untersuchung beweist, dass diese Zone für das Aufspüren der Täuschung zuständig war und in weiterer Folge die Person dazu angeleitet hat, ihr Verhalten zu ändern. Das Individuum selbst nimmt von dieser Änderung keine Notiz, doch seine Reflexe verbessern sich. Übertragen auf eine Situation im wirklichen Leben bedeutet dies, dass das endogene System rechtzeitig Alarm gegeben hätte um einem Irrtum zu entkommen", resümiert Brown.

Die Entdeckung könnte entscheidende Auswirkungen im Bereich der Psychiatrie haben, denn auf diese Weise könnten die neurologischen Wurzeln für das anormale gemeinschaftliche Verhalten von schizophrenen Patienten und Patienten mit obsessiven Verhaltenszwängen erklärt werden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten nämlich, dass sich die Hirnrinde gesunder Menschen von der psychisch Kranker unterscheidet.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.artsci.wustl.edu

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