Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lithiumsalze sollen Selbstmorde verhindern

06.07.2001


Deutschland zählt europaweit zu den Ländern mit der höchsten Selbstmordrate; jährlich 12.000 Menschen scheiden hierzulande freiwillig aus dem Leben. Besonders gefährdet sind Personen, die an einer psychischen Erkrankung wie einer Depression leiden; etwa 15% aller Patienten mit einer solchen "affektiven Störung" begehen Selbstmord. In jüngster Zeit mehren sich Hinweise, dass durch die Gabe von Lithiumsalzen Selbstmordversuche verhindert werden können. Das Bundesforschungsministerium fördert nun eine deutschlandweite Studie unter Beteiligung der Universität Bonn, in der die Wirksamkeit von Lithiumsalzen bei der Suizid-Prävention untersucht wird.

Die Studie richtet sich insbesondere an Patienten mit affektiven Störungen, die in den vergangenen drei Monaten einen Selbstmordversuch verübt haben. Die Betroffenen werden in zwei Gruppen eingeteilt, von denen eine über den Zeitraum von 14 Monaten auf herkömmliche Weise therapiert wird, die andere aber noch zusätzlich Lithiumsalze verabreicht bekommt.

Das Angebot richtet sich an Ärzte und Psychologen, die Patienten aus den entsprechenden Risikogruppen behandeln, sowie auch direkt an betroffene Personen, die sich unter der angegebenen Telefonnummer mit der Klinik in Verbindung setzen können. Eine bereits eingeleitete antidepressive Behandlung muss dabei nicht abgebrochen werden; zusätzlich werden die Patienten durch erfahrene Klinikärzte und Psychologen über ein Jahr intensiv therapiert, ohne dass für die überweisenden Ärzte zusätzliche Kosten entstehen.

Das Interesse an wirksamen Strategien, mit denen sich Selbstmorde verhindern lassen, ist groß; anerkannte Behandlungsverfahren fehlen bislang weitgehend. Lithiumsalze, die in geringer Konzentration in jedem Menschen vorkommen, scheinen eine antiaggressive und antiimpulsive Wirkung zu haben und dadurch Selbstmorde verhindern zu können; kontrollierte Studien existieren dazu bislang aber nicht.

Weitere Informationen: Dr. Barbara Hawellek, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn, Tel.: 0228/287-5732, Fax: 0228/287-4745; E-Mail: sekretariat.psychiatrie@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw

Weitere Berichte zu: Lithiumsalz Lithiumsalze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Studie mit bispezifischem Antikörper liefert beeindruckende Behandlungserfolge bei Multiplem Myelom
01.04.2020 | Universitätsklinikum Würzburg

nachricht Pool-Testen von SARS-CoV-2 Proben erhöht die Testkapazität weltweit um ein Vielfaches
31.03.2020 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Belle II liefert erste Ergebnisse: Auf der Suche nach dem Z‘-Boson

Vor ziemlich genau einem Jahr ist das Belle II-Experiment angelaufen. Jetzt veröffentlicht das renommierte Journal Physical Review Letters die ersten Resultate des Detektors. Die Arbeit befasst sich mit einem neuen Teilchen im Zusammenhang mit der Dunklen Materie, die nach heutigem Kenntnisstand etwa 25 Prozent des Universums ausmacht.

Seit etwa einem Jahr nimmt das Belle II-Experiment Daten für physikalische Messungen. Sowohl der Elektron-Positron-Beschleuniger SuperKEKB als auch der...

Im Focus: Belle II yields the first results: In search of the Z′ boson

The Belle II experiment has been collecting data from physical measurements for about one year. After several years of rebuilding work, both the SuperKEKB electron–positron accelerator and the Belle II detector have been improved compared with their predecessors in order to achieve a 40-fold higher data rate.

Scientists at 12 institutes in Germany are involved in constructing and operating the detector, developing evaluation algorithms, and analyzing the data.

Im Focus: Wenn Ionen an ihrem Käfig rütteln

In vielen Bereichen spielen „Elektrolyte“ eine wichtige Rolle: Sie sind bei der Speicherung von Energie in unserem Körper wie auch in Batterien von großer Bedeutung. Um Energie freizusetzen, müssen sich Ionen – geladene Atome – in einer Flüssigkeit, wie bspw. Wasser, bewegen. Bisher war jedoch der präzise Mechanismus, wie genau sie sich durch die Atome und Moleküle der Elektrolyt-Flüssigkeit bewegen, weitgehend unverstanden. Wissenschaftler*innen des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung haben nun gezeigt, dass der durch die Bewegung von Ionen bestimmte elektrische Widerstand einer Elektrolyt-Flüssigkeit sich auf mikroskopische Schwingungen dieser gelösten Ionen zurückführen lässt.

Kochsalz wird in der Chemie auch als Natriumchlorid bezeichnet. Löst man Kochsalz in Wasser lösen sich Natrium und Chlorid als positiv bzw. negativ geladene...

Im Focus: When ions rattle their cage

Electrolytes play a key role in many areas: They are crucial for the storage of energy in our body as well as in batteries. In order to release energy, ions - charged atoms - must move in a liquid such as water. Until now the precise mechanism by which they move through the atoms and molecules of the electrolyte has, however, remained largely unknown. Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research have now shown that the electrical resistance of an electrolyte, which is determined by the motion of ions, can be traced back to microscopic vibrations of these dissolved ions.

In chemistry, common table salt is also known as sodium chloride. If this salt is dissolved in water, sodium and chloride atoms dissolve as positively or...

Im Focus: Den Regen für Hydrovoltaik nutzen

Wassertropfen, die auf Oberflächen fallen oder über sie gleiten, können Spuren elektrischer Ladung hinterlassen, so dass sich die Tropfen selbst aufladen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben dieses Phänomen, das uns auch in unserem Alltag begleitet, nun detailliert untersucht. Sie entwickelten eine Methode zur Quantifizierung der Ladungserzeugung und entwickelten zusätzlich ein theoretisches Modell zum besseren Verständnis. Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte der beobachtete Effekt eine Möglichkeit zur Energieerzeugung und ein wichtiger Baustein zum Verständnis der Reibungselektrizität sein.

Wassertropfen, die über nicht leitende Oberflächen gleiten, sind überall in unserem Leben zu finden: Vom Tropfen einer Kaffeemaschine über eine Dusche bis hin...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium AWK’21 findet am 10. und 11. Juni 2021 statt

06.04.2020 | Veranstaltungen

Interdisziplinärer Austausch zum Design elektrochemischer Reaktoren

03.04.2020 | Veranstaltungen

13. »AKL – International Laser Technology Congress«: 4.–6. Mai 2022 in Aachen – Lasertechnik Live bereits früher!

02.04.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Belle II liefert erste Ergebnisse: Auf der Suche nach dem Z‘-Boson

07.04.2020 | Physik Astronomie

Festkörperphysik: Vorhersage der Quantenphysik experimentell nachgewiesen

07.04.2020 | Physik Astronomie

Wie Serotonin die Kommunikation im Gehirn ausbalanciert

07.04.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics