Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn Männer älter werden...

03.07.2001


Prof. Dr. Eberhard Nieschlag


Nicht nur Frauen in den Wechseljahren, sondern auch viele Männer leiden mit fortschreitendem Lebensalter unter den Folgen einer nachlassenden Hormonproduktion. Im Gegensatz zu Frauen, denen mit der Hormonersatztherapie seit vielen Jahren eine etablierte Behandlungsmöglichkleit zur Verfügung steht, hat die Medizin den Problemen des alternden Mannes bislang erst sehr wenig Beachtung geschenkt. Dabei besteht auch bei Männern die Möglichkeit, den Symptomen eines mit fortschreitendem Alter zunehmenden Hormonmangels durch eine vergleichbare Therapie erfolgreich zu begegnen. Darauf verwies der münstersche Reproduktionsmediziner Prof. Dr. Eberhard Nieschlag am Dienstag, 3. Juli bei der 17. Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Reproduktion und Embryologie in Lausanne.

Wenngleich die männlichen Fortpflanzungsorgane ihre Funktion anders als bei der Frau im Alter nicht vollständig einstellen, so kommt es doch bei vielen Männern über 50 Jahren zu einem Mangel des "Männerhormons" Testosteron. Nach Angaben Nieschlags haben sieben Prozent der Männer zwischen 50 und 60 einen Hormonmangel, zwischen 60 und 80 Jahren sei bereits gut jeder Fünfte und jenseits des 80. Lebensjahres mehr als ein Drittel aller Männer betroffen. Als Symptome eines Hormonmangels verweist der Direktor des Instituts für Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums Münster unter anderem auf nachlassende Energie, depressive Verstimmungen, erektile Dysfunktion, Blutarmut, Erschlaffung der Muskulatur, Gewichtszunahme und Osteoporose.

Diese Symptome, die für viele Betroffene eine nachhaltige Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität bedeuten, können laut Nieschlag mit Hilfe einer Testosteron-Therapie erfolgreich bekämpft werden. Voraussetzung für eine solche Hormonersatztherapie ist allerdings, dass der Mann nicht an Prostatakrebs leidet. Während der Reproduktionsmediziner jüngeren Männern länger wirksame Spitzen empfiehlt, favorisiert er im höheren Lebensalter kürzer wirksame Verabreichungen in Form von Tabletten oder Pflastern. Dies habe den Vorteil, dass die Behandlung kurzfristig abgebrochen werden könne, wenn unerwünschte Nebenwirkungen oder Erkrankungen wie beispielsweise Prostatakrebs auftreten.

Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://medweb.uni-muenster.de/institute/repro/

Weitere Berichte zu: Hormonersatztherapie Hormonmangel Prostatakrebs

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Digitaler Zwilling für personalisierte Medizin - Schick den Avatar zum Arzt
12.07.2019 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Umfangreiche genetische Studie klärt Transformation von Vorleukämie zur vollständigen Leukämie auf
12.07.2019 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Großes Potenzial: Aktoren und Sensoren mit 3D-Druck in komplexe Bauteile integrieren

Der additiven Fertigung wird eine große Zukunft vorhergesagt. So lassen sich mit Hilfe des 3D-Drucks beispielsweise die Anzahl der Komponenten komplexer, individualisierter Baugruppen stark reduzieren und viele Funktionen direkt in ein Bauteil integrieren. Das vereinfacht den Herstellungsprozess und verringert den notwendigen Bauraum. Um diese Vorteile auch für mechatronische Systeme zu nutzen, forschen Wissenschaftler im Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in mehreren Projekten an der additiven Fertigung von integrierten Aktoren und Sensoren. Diese können in Leichtbaustrukturen störende oder schädigende Vibrationen mindern sowie Strukturen überwachen.

Aufgrund der Ergebnisse ihrer Forschungsprojekte sehen die Wissenschaftler des Fraunhofer LBF großes Potenzial für die additive Fertigung mechatronischer...

Im Focus: Megakaryozyten als „Türsteher“ und Regulatoren der Zellmigration im Knochenmark

In einer neuen Studie zeigen Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg, dass Megakaryozyten als eine Art „Türsteher“ auftreten und so die Eigenschaften von Knochenmarksnischen und die Dynamik der Zellmigration verändern. Die Studie wurde im Juli im Journal „Haematologica“ veröffentlicht.

Die Hämatopoese ist der Prozess der Bildung von Blutzellen, der überwiegend im Knochenmark auftritt. Das Knochenmark produziert alle Arten von Blutkörperchen:...

Im Focus: Megakaryocytes act as „bouncers“ restraining cell migration in the bone marrow

Scientists at the University Würzburg and University Hospital of Würzburg found that megakaryocytes act as “bouncers” and thus modulate bone marrow niche properties and cell migration dynamics. The study was published in July in the Journal “Haematologica”.

Hematopoiesis is the process of forming blood cells, which occurs predominantly in the bone marrow. The bone marrow produces all types of blood cells: red...

Im Focus: Beschleunigerphysik: Alternatives Material für supraleitende Hochfrequenzkavitäten getestet

Supraleitende Hochfrequenzkavitäten können Elektronenpakete in modernen Synchrotronquellen und Freien Elektronenlasern mit extrem hoher Energie ausstatten. Zurzeit bestehen sie aus reinem Niob. Eine internationale Kooperation hat nun untersucht, welche Vorteile eine Beschichtung mit Niob-Zinn im Vergleich zu reinem Niob bietet.

Zurzeit ist Niob das Material der Wahl, um supraleitende Hochfrequenzkavitäten zu bauen. So werden sie für Projekte wie bERLinPro und BESSY-VSR eingesetzt,...

Im Focus: Künstliche Intelligenz löst Rätsel der Physik der Kondensierten Materie: Was ist die perfekte Quantentheorie?

Für einige Phänomene der Quanten-Vielteilchenphysik gibt es mehrere Theorien. Doch welche Theorie beschreibt ein quantenphysikalisches Phänomen am besten? Ein Team von Forschern der Technischen Universität München (TUM) und der amerikanischen Harvard University nutzt nun erfolgreich künstliche neuronale Netzwerke für die Bildanalyse von Quantensystemen.

Hund oder Katze? Die Unterscheidung ist ein Paradebeispiel für maschinelles Lernen: Künstliche neuronale Netzwerke können darauf trainiert werden Bilder zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kosmos-Konferenz: Navigating the Sustainability Transformation in the 21st Century

17.07.2019 | Veranstaltungen

Auswandern auf Terra-2?

15.07.2019 | Veranstaltungen

Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

12.07.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Technik zur besseren Kontrolle für den Supervulkan von Campi Flegrei

17.07.2019 | Geowissenschaften

Bei Bakterien bestimmen die Nachbarn mit, welche Zelle zuerst stirbt: Physiologie des Überlebens

17.07.2019 | Biowissenschaften Chemie

Hocheffiziente Solarzellen dank solidem Fundament

17.07.2019 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics