Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bei Virusinfektionen: die körpereigene Immunabwehr stärken

27.06.2001


Bevor es sich gegen Viren zur Wehr setzen kann, braucht das Immunsystem eine gewisse Anlaufzeit. An der Universität Würzburg sollen darum neue Therapiemethoden entwickelt werden, die eine schnellere Immunantwort gegen Viren möglich machen.

Jeder Mensch macht mehrere Virusinfektionen pro Jahr durch. Dabei findet immer ein Kampf zwischen den Viren und dem Immunsystem statt: Dieses braucht aber einige Tage, um sich auf den Eindringling einzustellen und eine wirksame Abwehr auszubilden.

In dieser Phase kommt es zu einer starken Vermehrung der Viren und dadurch oft zu ersten Krankheitssymptomen. Diese bessern sich meist, sobald das Immunsystem die Viren unter Kontrolle gebracht hat. Ist die Immunabwehr aber zu langsam, dann behalten die Viren die Oberhand und es kommt zu oft lebensbedrohenden Erkrankungen.

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt will die Arbeitsgruppe von Dr. Ulf Dittmer am Institut für Virologie und Immunbiologie die Immunantwort gegen Viren auf Trab bringen. Dabei machen sich die Forscher Teile des Erbguts von Bakterien zunutze: Die Nukleinsäure weist bestimmte Strukturen (CpGs) auf, die das Immunsystem von Säugetieren aktivieren.

"Wir konnten bereits zeigen, dass CpGs auch die Immunantwort gegen Viren verstärken können", sagt Dr. Dittmer: So entwickelten Mäuse, die mit einem Blutkrebs erregenden Retrovirus (zu dieser Gruppe von Viren gehört auch das AIDS-Virus HIV) infiziert wurden, keine tödlich verlaufende Krankheit mehr, wenn sie kurz nach der Virusinfektion CpGs gespritzt bekamen. Dazu Ulf Dittmer: "Offensichtlich stärken und beschleunigen die CpGs die Immunabwehr gegen das Virus derart, dass die Krankheitsentstehung verhindert wird."

Wie diese Wirkung der CpGs genau funktioniert, soll nun aufgeklärt werden. Außerdem sollen am Mausmodell optimale Therapieverfahren etabliert werden, um in absehbarer Zeit auch klinische Studien mit CpGs am Menschen durchführen zu können. Möglicherweise lassen sich die CpGs in Zukunft zur Behandlung von Virusinfektionen des Menschen einsetzen.

Weitere Informationen: Dr. Ulf Dittmer, T (0931) 201-3928, Fax (0931) 201-3934, E-Mail: 
ulf.dittmer@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: CpGs Immunabwehr Immunsystem Virusinfektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics