Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Funktionierendes Herzgewebe im Labor gezüchtet

15.12.2004


Hoffnung auf neuen Ansatz zur Behandlung von Herzschäden



Wissenschafter des Massachusetts Institute of Technology haben kleine Stücke Herzgewebe geschaffen, die auf die gleiche Art und Weise schlagen wie das gesamte Organ. Das Team hofft, dass diese Forschungen zu neuen Ansätzen bei der Heilung von Herzschäden führen werden. Das neue Gewebe entstand aus einigen Herzzellen von Ratten, die auf einem künstlichen Gerüst platziert und anschließend mit elektrischem Strom stimuliert wurden. Die Ergebnisse der Forschungen wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

... mehr zu:
»Herzgewebe »Herzzelle


Herzmuskelzellen können sich nach einer Verletzung nicht neu bilden. Dadurch wird die Effektivität bestehender Behandlungsansätze eingeschränkt. Zusätzlich sind Herzzellen mit herkömmlichen Verfahren nur schwer herzustellen, da sie dazu neigen, ihre Form zu verlieren und nicht mehr zu funktionieren. Laut der leitenden Wissenschafterin Gordana Vunjak-Novakovic wurde versucht, ein Gewebestück zu schaffen, das über die gleichen Eigenschaften wie das natürlich entstandene Herzgewebe verfügt. Das aus Herzzellen von Ratten geschaffene neue Gewebe wächst auf einem dreidimensionalen Polymergerüst, das sich langsam abbaut, während sich die Zellen zu Gewebe entwickeln. Die Zell-Gerüst-Einheiten, die etwas kleiner als ein Penny Stück sind und ungefähr gleich dick, wurden in einem Medium gebadet, das es mit Nährstoffen und Gasen versorgte. Schließend wurden elektrische Signale genutzt, um ein echtes Herz zu imitieren.

Es war laut BBC jedoch nicht vorauszusehen, ob dieser Ansatz realisierbar sein würde. Es zeigte sich, dass die elektrische Stimulierung für die Entstehung von voll funktionsfähigem Herzgewebe entscheidend war. Nach nur acht Tagen hatten sich einzelne Zellen in ein Gewebe mit einem bemerkenswerten Ausmaß von struktureller und funktioneller Organisation verwandelt. Laut dem ebenfalls beteiligten Wissenschafter Robert Langer besteht der wirkliche Forschritt in der gelungenen Nachahmung des Körpers. Die Forscher gehen davon aus, dass die elektrische Stimulation die Konditionierung der Zellen dahingehend unterstützt, dass sie effektiv miteinander kommunizieren und auf synchronisierte Art und Weise kontrahieren. In einem nächsten Schritt sollen Gewebestücke geschaffen werden, die für den Einsatz als Transplantate geeignet sind. Entscheidend dafür wird sein, dass die Zellen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://web.mit.edu
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: Herzgewebe Herzzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Spezialfarbstoff erlaubt völlig neue Einblicke ins Gehirn
16.08.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Keime fliegen mit
16.08.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics