Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Würmer zur Behandlung der Crohn-Krankheit

14.12.2004


Parasitäre Würmer sind scheinbar eine effektive Behandlungsmethode für die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn.



Ein Forscherteam von der Universität Iowa wies bei einer großen Mehrheit von 29 Crohn-Patienten nach, dass sie eine Besserung erfuhren, wenn sie über einen Zeitraum von 24 Wochen einen bestimmten parasitären Wurm schluckten. Die Wissenschaftler glauben, dass Darmwürmer, wie beispielsweise Spulwürmer und Fadenwürmer, die Crohn-Krankheit in den Entwicklungsländern verhindern. Dort ist es durchaus gewöhnlich, dass Menschen diese Würmer beherbergen und die Raten einer Crohn-Erkrankung sind niedrig. Dagegen sind sie in der entwickelten Welt relativ hoch, wo nur wenige Menschen Darmwürmer in sich tragen.



In den Entwicklungsländern kontaminieren die Eier des Wurms Essen, Wasser, Luft, Fäkalien, Haus- und Wildtiere. Sie treten auf Toilettensitzen und Türklinken auf. Sind die Eier erst einmal im Körper, schlüpfen im Darm bald die ersten Würmer aus den Eiern. Im Gegensatz zu anderen Würmern, wie Bandwürmern, verursachen sie keine Krankheiten und breiten sich nicht zu anderen Körperteilen aus. In der aktuellen Studie wurden 29 erwachsene Crohn-Patienten angehalten, alle drei Wochen 2.500 Peitschenwurm-Eier der Spezies Trichuris suis, die normalerweise beim Schwein auftritt, für einen Zeitraum von 24 Wochen zu schlucken.

Fünf der Patienten stiegen aus, aber schon nach der Hälfte der Behandlungszeit berichteten 22 Patienten eine signifikante Verbesserung ihrer Symptome. 19 Personen hatten gar keine Symptome mehr. Am Ende des Versuchs hatten alle bis auf einen Patienten Verbesserungen gezeigt, 21 waren nach eigenen Angaben symptomfrei. Es gab keinen Hinweis darauf, dass die Würmer irgendwelche Nebenwirkungen verursachten, doch denjenigen Probanden, die zusätzlich Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems nahmen, ging es noch eine Spur besser.

Die Crohn-Krankheit wird durch eine übertriebene Immunantwort auf normale Eingeweidebakterien verursacht. Die Forscher gehen davon aus, dass die Darmwürmer die Immunantwort unterdrücken und infolgedessen die Entzündung dämpfen. Damit wären sie eine einfache Alternative zu herkömmlichen Therapien oder könnten kombiniert genutzt werden. Die Eier der Würmer werden im Stuhl ausgeschieden, können aber keinen anderen Wirt besiedeln, bevor sie nicht einige Wochen lang im Erdboden ausgebrütet worden sind. Somit stellen sie kein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Es sind aber noch Studien in größerem Umfang notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uiowa.edu/

Weitere Berichte zu: Crohn-Krankheit Darmwurm Morbus Crohn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics