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HIV-Infektionen in Südafrika um sechs Prozent gestiegen

27.09.2004


Vizepräsident fordert Jungfräulichkeitstest



Die Zahl der HIV-Infizierten in Südafrika ist von 5,3 Mio. im Jahr 2002 auf 5,6 Mio. im Jahr 2003 gestiegen, berichtet die Financial Times. Das Gesundheitsministerium hat eine Steigerung der Infiziertenrate um sechs Prozent errechnet. Als Reaktion auf die Veröffentlichung des neuen Berichts hat ein führender Politiker Jungfräulichkeitstests für junge Frauen gefordert, die die Verbreitung von HIV/Aids und Teenagerschwangerschaften eindämmen sollen.

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Vizepräsident Jakob Zuma sagte, Jungfräulichkeit sei eine afrikanische Sitte, die sowohl jungen Frauen wie Männern dabei hilft, akzeptable familiäre Werte und Respekt zu erlangen. "Die Mädchen wussten, dass ihre Jungfräulichkeit der Schatz ihrer Familie war und die Burschen respektierten das", wurde Zuma von der Südafrikanischen Presseagentur zitiert. Er fügte hinzu, dass sie nur Sex haben sollten, wenn ihnen das von ihren Familien nach der Heirat erlaubt wird.

Diese Aussagen wurden von Aids- und Frauenaktivistinnen aufs Schärfste kritisiert. Für sie stellen derartige Jungfräulichkeitstest eine Beleidigung der Würde von Frauen dar und sind noch dazu eine indadäquate Reaktion auf eine Krankheit, die hauptsächlich von Männern verbreitet wird. Laut Sharon Ekambaram vom Aids Consortium, einer führenden Aktivistengruppe, werden einmal mehr Frauen stigmatisiert und für die Verbreitung von Aids verantwortlich gemacht. Sie befürchtet, dass die Tests dazu führen, dass Frauen ungeschützten Analsex praktizieren, was das Aidsrisiko noch erhöht. Ekambaram fügte hinzu, die Umfragedaten, die publiziert wurden, zeigten, dass besonders Frauen zwischen 25 und 35, und nicht Teenager, gefährdet sind, sich zu infizieren, oft bei den eigenen Männern.

Im Jahr 2002 waren 26,5 Prozent der schwangeren Frauen HIV-positiv, 2003 waren es bereits 27,9 Prozent. Aidsaktivisten beschuldigen Südafrikas Führung, keine ausreichenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung von HIV und Aids zu unternehmen. Südafrika gilt als das Land mit der höchsten Zahl an HIV-Infizierten, wird aber aller Wahrscheinlichkeit bald von Indien überholt werden.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.doh.gov.za
http://www.aidsconsortium.org.za/

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