Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserte Malariabekämpfung durch grenzüberschreitende Forschung

12.06.2001

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) werden eine deutsche Malaria-Initiative einrichten. Ziel dieser Gemeinschaftsaktivität ist es, die vorhandenen Kompetenzen der deutschen Malariaforschung zu bündeln und internationale Kooperationen, insbesondere mit Wissenschaftlern der afrikanischen Verbreitungsgebiete zu verstärken. Die enge Verknüpfung von Forschungsvorhaben mit Projekten der Entwicklungszusammenarbeit soll wichtige Impulse für eine verbesserte Malariabekämpfung und damit der Gesundheitsversorgung in den betroffenen Gebieten leisten.

Die Malaria ist eine der schwersten Krankheiten weltweit. Nach Schätzungen der WHO erkranken jährlich 300 Millionen Menschen an Malaria, 2 Millionen sterben daran pro Jahr, davon 1 Million Kinder unter 5 Jahren. Heute geht man davon aus, dass etwa 40% der Weltbevölkerung in über 100 Ländern in gefährdeten Gebieten leben. Auch in Deutschland werden durch verstärkte Reiseaktivitäten und Ferntourismus pro Jahr bis zu 900 Malariafälle gemeldet.

Neben der Gefährdung der Gesundheit sind auch die wirtschaftlichen Auswirkungen in den besonders betroffenen Gebieten beträchtlich. Die wirtschaftliche Entwicklung dieser Länder wird langfristig geschädigt, ein Grund mehr, warum Industriestaaten wie Deutschland sich bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den betroffenen Staaten mit den Folgen der Malaria auseinandersetzen müssen.

Die geschilderte Problematik macht die Entwicklung neuer Konzepte zur Kontrolle dieser Parasitenerkrankung dringend erforderlich. Neben der Verfügbarkeit preiswerter prophylaktischer oder therapeutischer Behandlungen ist die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes von größter Bedeutung.

Deutschland hat im Rahmen des G8-Staatengipfels von Okinawa im Herbst 2000 sein Engagement auch zur Bekämpfung der Malaria deutlich gemacht. Langfristige Erfolge können jedoch nur durch ein koordiniertes Vorgehen aller Beteiligten erzielt werden. Aus diesem Grund haben sich das BMBF, das BMZ, die DFG und der DAAD zu einem Jointventure bei der Förderung von Projekten in der Malariaforschung entschlossen.

Durch die Kombination der vorhandenen Fördermechanismen soll eine grenz- und themenübergreifende Forschung, auch in den Malariagebieten, ermöglicht werden. Durch die Bildung interdisziplinärer Verbünde können, neben dem Austausch und der Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftlern, Projekte der Grundlagen- und angewandten Forschung unterstützt werden. Darüber hinaus soll die Möglichkeit gegeben sein, neue Ergebnisse direkt in die Praxis zu übertragen, um langfristig eine Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsdienste sowie des Gesundheitsstandards und -verhaltens in den betroffenen Ländern zu erzielen.

In Deutschland soll durch die Zusammenarbeit von Ministerien und Forschungsförderorganisationen das vorhandene Know-how gebündelt werden. Die Zusammenarbeit der Ministerien und Forschungsförderorganisationen soll die Möglichkeiten der Forschung zur Entwicklung effizienter Präventions- und Behandlungsverfahren erweitern, das vorhandene Know-how in Deutschland bündeln und auf diese Weise ein koordiniertes Handeln im Kampf gegen die Malaria ermöglichen. Für die Anlaufphase werden zunächst einschlägige Einrichtungen zur Einreichung von Anträgen aufgefordert.

| Pressereferat (LS 13)
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de/PT/
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: DAAD Malaria Malariabekämpfung Malariaforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Telomerverlängerung entscheidend für Krankheitsverlauf
07.12.2018 | Uniklinik Köln

nachricht Frischfleisch schnell und mobil kontrollieren
06.12.2018 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

Plastics Economy Investor Forum: Treffpunkt für Innovationen

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Klein und vielseitig: Schlüsselorganismen im marinen Stickstoffkreislauf nutzen Cyanat und Harnstoff

10.12.2018 | Studien Analysen

Ungesundes Sitzen vermeiden: Stuhl erkennt Sitzposition und motiviert zur Änderung der Körperhaltung

10.12.2018 | Energie und Elektrotechnik

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics