Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Babynahrung als Meningitis-Quelle

04.06.2004


Sowohl Ersatzmilch als auch Breie können gefährlich werden



In Babynahrung können zum Teil Besorgnis erregende Mengen an Krankheitserregern enthalten sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam der Nottingham Trent University. In einigen untersuchten Packungen fand sich sogar Enterobakter Sakazakii, der in einigen Kinderspitälern in den USA und Europa zu Ausbrüchen von Meningitis geführt und einigen Kindern das Leben gekostet hat. Wie der NewScientist berichtet, ist diese Studie die erste, die neben Ersatzmilchprodukten auch Babynahrung wie Brei untersucht und das Bakterium dort nachgewiesen hat.

... mehr zu:
»Babynahrung


Meningitis ausgelöst durch Babynahrung tritt zwar selten auf, die Sterberate liegt jedoch bei bis zu einem Drittel. Besonders gefährdet sind Frühchen und Babys mit einem geschwächten Immunsystem. Auch wenn Babys die Infektion überleben, ist mit Langzeitproblemen wie Gehirnschäden zu rechnen. "Nur wenige erholen sich komplett", sagte Carol Iversen, die das Bakterium untersucht.

Iversen und ihre Kollegen haben über 200 Proben von 110 verschiedenen Produkten entnommen und diese auf verschiedene Bakterien hingehend untersucht. Acht von 82 Babymilchprodukten und zwölf von 49 Breiprodukten wiesen Magen-Darm-Bakterien auf. Dreizehn der gefundenen Bakterien gehören zur Gruppe der Enterobacteriaceae. Das sind Bakterien, die man oft mit Krankheiten in Verbindung setzt, die man sich im Krankenhaus holen kann.

Die Hersteller von Babynahrung legen sich nicht darauf fest, dass ihre Produkte steril sind. Es sind viel eher Eltern und Krankenschwestern, die davon ausgehen, dass Babynahrung keine Gefahren in sich birgt. Insgesamt wurden für die Studie Produkte aus sieben europäischen Staaten, den USA, Südkorea und Südafrika untersucht.

Eine weitere Studie hat untersucht, wie schnell das Bakterienwachstum in Babynahrung vor sich geht und wie man am besten die Sicherheit ebendieser gewährleisten kann. Das Forscherteam hat herausgefunden, dass sich die Bakterienanzahl in Babynahrung im Kühlschrank in zehn Stunden verdoppelt. Ohne Kühlung verdoppelte sich die Bakterienanzahl bereits nach 30 Minuten. Das bedeutet, dass ein Produkt, das über Nacht draußen steht, dem Baby am nächsten Tag gefährlich werden kann. Es soll daher auch vermieden werden, Babynahrung im Vorhinein vorzubereiten.

2001 war im US-Bundesstaat Tennessee ein Baby einer Frühchenstation an Meningitis gestorben, acht waren infiziert. Das Center for Disease Control hat damals Ärzte dazu aufgerufen, Eltern vor Babymilchprodukten zu warnen. Der Hersteller hat daraufhin das Produkt zurückgerufen.

Verena Erhart | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ntu.ac.uk
http://www.newscientist.com

Weitere Berichte zu: Babynahrung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Narkolepsie: Wissenschaftler entlarven den Übeltäter der rätselhaften Schlafkrankheit
20.09.2018 | Universitätsspital Bern

nachricht Virotherapie bei Bauchfellkrebs erfolgreich getestet - Neue biologische Krebstherapie
18.09.2018 | Universitätsklinikum Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) vom 12. bis 15. September in Münster stellten Gefäßspezialisten aus ganz Deutschland die neuesten Therapien bei Gefäßerkrankungen vor. Vor allem in den Bereichen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) und venöse Verschlusskrankheiten wie die Tiefe Venenthrombose (TVT) gibt gute Neuigkeiten für die Patienten. Viele der 720 Gefäßspezialisten, die an der Jahrestagung teilnahmen, stellten neueste Studienergebnisse vor.

Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Gefäßerkrankungen, allein rund fünf Millionen unter der „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere...

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit traditionellen Methoden gegen extreme Trockenheit

24.09.2018 | Geowissenschaften

Europäische Spitzenforschung auf der EuMW

24.09.2018 | Messenachrichten

Neue Therapien bei Gefäßerkrankungen

24.09.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics