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Universitätsklinikum Freiburg erprobt neues Medikament bei Problemen beim Speiseröhren-Rückfluss

12.04.2001


Mit einer klinischen Studie möchte ein Freiburger Ärzteteam unter Leitung des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Hubert E. Blum bei Patienten mit Problemen beim Speiseröhren-Rückfluss eine Alternative zu der herkömmlichen
Behandlung prüfen.

Das Therapieverfahren
Hinuntergeschluckte Speisen und Flüssigkeiten werden in den Magen geleitet durch die Speiseröhre, einen Muskelschlauch. An der Verbindungsstelle von Speiseröhre und Magen findet sich normalerweise eine Muskelklappe, die verhindert, dass nach dem Essen Mageninhalt in die Speiseröhre und in den Rachenraum zurückfließen kann (Reflux). Diese Klappe wird als "unterer Ösophagussphinkter" bezeichnet. Zur Verdauung der Nahrung produziert der Magen starke Säuren und Enzyme, daher ist es wichtig, dass der untere Ösophagussphinkter gut schließt. Wird die Klappe undicht, können die im Magen produzierten Enzyme und Säure in die Speiseröhre zurückfließen. Die durch einen solchen Rückfluß (Reflux) verursachte Entzündung der Speiseröhre und der Rachenhöhle führen zu den Beschwerden und Komplikationen der Gastroösophagealen Refluxerkrankung.
Normalerweise wird die Gastroösophageale Refluxerkrankung durch Medikamente (die z.B. die Produktion der Magensäure unterdrücken) behandelt. In schweren Erkrankungsfällen wird durch einen chirurgischen Eingriff versucht, die Schließfunktion der beschriebenen Klappe zu verbessern.

Die klinische Studie
Mit einer klinischen Studie möchte ein Freiburger Ärzteteam unter Leitung des Ärztlichen Direktors Prof. Dr. Hubert E. Blum eine Alternative zu der herkömmlichen Behandlung der Refluxerkrankung durch Medikamente oder chirurgischen Eingriff prüfen. Dabei wird eine Substanz in den Bereich der Klappe gespritzt und soll dadurch den Rückfluss von Säuren und Speisen aus dem Magen in die Speiseröhre blockieren.

Obwohl diese Art von Behandlung, d.h. das Einspritzen von abdichtenden Präparaten in die Speiseröhre schon seit mehr als 15 Jahren medizinisch angewandt wird, ist das Verfahren mit einer neuen schwammartigen Substanz (EnteryxTM) noch in der Erprobung. Diese sogenannte GERD-Studie wird multizentrisch, d. h. an mehreren Kliniken durchgeführt. Insgesamt nehmen 5 Kliniken in den USA und Europa mit ca. 75 Patientinnen und Patienten daran teil, davon sollen etwa 15 Patientinnen und Patienten in der Abteilung Innere Medizin II, Schwerpunkt Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie des Universitätsklinikums Freiburg behandelt werden.

Auswahl der Patienten
Wenn bei einem Patienten eine Gastroösophageale Refluxerkrankung diagnostiziert wurde, kommt sie oder er prinzipiell für eine Teilnahme an der GERD-Studie in Betracht. Möglicherweise bietet die Studie die Alternative, eine Therapie mit dauerhafteren Resultaten zu erhalten und die lebenslange Einnahme von Medikamenten zu vermeiden. Die Teilnahme an der Studie ist vollkommen freiwillig, jede Patientin bzw. jeder Patient kann selbst darüber entscheiden.

Bei Interesse und Nachfragen zur GERD-Studie können Sie sich gerne an folgende Ärzte wenden:

Herrn Dr. Hans - Peter Allgaier, Medizinische Universitätsklinik Freiburg, Abteilung Innere Medizin II (Schwerpunkt Gastroenterogie, Hepatologie und Endokrinologie), Hugstetter Strasse 55, 79106 Freiburg, Tel. 0761-270-3401, email allgaier@med1.ukl.uni-freiburg.de
oder

Herrn Dr. Henning Schwacha, Medizinische Universitätsklinik Freiburg, Abteilung Innere Medizin II (Schwerpunkt Gastroenterogie, Hepatologie und Endokrinologie), Hugstetter Strasse 55, 79106 Freiburg, Tel. 0761-270-3401, email schwacha@med1.ukl.uni-freiburg.de
oder

Frau Dr. Gerhild Becker, Medizinische Universitätsklinik Freiburg, Abteilung Innere Medizin II (Schwerpunkt Gastroenterogie, Hepatologie und Endokrinologie), Hugstetter Strasse 55, 79106 Freiburg Tel. 0761-270-3401, email becker@med1.ukl.uni-freiburg.de

Außerhalb der Sprechzeiten kann man sich auch an das Studien-telefon (0761-270-3213) wenden, das mit einem Anrufbeantworter besetzt ist.

Leiter Kommunikation und Presse Rudolf-Werner Dreier | idw

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