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Heidelberger Forscher: Nicht alle Malaria-Erreger besitzen klebrige Eiweiße auf ihrer Oberfläche

12.04.2001


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Wissenschaftler des Heidelberger Sonderforschungsbereichs "Kontrolle Tropischer Infektionskrankheiten" um Prof. Michael Lanzer beschreiben ihre Forschungsergebnisse in der nächsten Ausgabe von
"Nature" - Vergleichende Betrachtung der Genome verschiedener Erreger kann zur Entwicklung von neuen Wirkstoffen zur Behandlung von Krankheiten beitragen

Wie Wissenschaftler des Heidelberger Sonderforschungsbereichs "Kontrolle Tropischer Infektionskrankheiten" in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität São Paulo nachgewiesen haben, stellen nur solche Malaria-Erreger, die für den Menschen tödlich sind, klebrige Eiweiße auf ihrer Oberfläche her, nicht aber "gutartige" Malaria-Erreger. (H. del Portillo, C. Fernandez-Becerra, et al. A superfamily of variant genes encoded in the subtelomeric region of Plasmodium vivax. Nature, Ausgabe vom 12. April 2001).

Die Malaria kann verschiedene Verlaufsformen annehmen je nach Art des Erregers. Manche Erreger verursachen einen schweren Krankheitsverlauf mit häufig tödlichem Ende, während andere Erreger nur eine leichte Erkrankung herbeiführen. Die Forschergruppen um Prof. Michael Lanzer am Hygiene-Institut der Universität Heidelberg und um Prof. Hernando del Portillo an der Universität São Paulo befassen sich mit der Erforschung dieser unterschiedlichen Krankheitsverläufe bei Malaria.

Die Malaria ist mit zwei bis drei Millionen Todesfällen eine der bedrohlichsten Infektionskrankheiten unserer Zeit. Nach Schätzungen der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) erkranken weltweit jedes Jahr 300 bis 500 Millionen Menschen an dem Wechselfieber, wie die Malaria auch genannt wird. Die Erreger gelangen durch den Stich infizierter Mücken in das Blut. Dort angelangt, befallen sie die roten Blutzellen, in denen sie sich vermehren.

Von den vier Malaria-Erregern, die den Menschen befallen können, ist Plasmodium falciparum die gefährlichste Form, mit häufig tödlichem Ausgang. Die drei anderen Formen verursachen auch Krankheiten, die aber weniger schwer verlaufen als die falciparum-Malaria und nur äußerst selten tödlich enden. Der schwere Krankheitsverlauf einer falciparum-Malaria beruht auf einer Schädigung innerer Organe. Rote Blutzellen, die mit P. falciparum infiziert sind, verändern nämlich ihre Fließeigenschaften. Sie durchströmen nicht mehr die Blutgefäße, sondern haften an den Innenwänden der Adern fest. Dies kann zu Gefäßverschluss, Durchblutungsstörungen und letztendlich zu Organversagen führen.

Nur der tödliche falciparum-Malaria-Erreger bringt klebrige Eiweiße auf der Oberfläche seiner Wirtszelle an

Ursache dieses Anheftens an die Gefäßwände sind klebrige Eiweiße, die der Malaria-Erreger herstellt und auf der Oberfläche seiner Wirtszelle anbringt. Mit Hilfe einer vergleichenden Genomanalyse konnten die Heidelberger Wissenschaftler zeigen, dass nur der tödliche falciparum-Malaria-Erreger klebrige Eiweiße herstellen kann, nicht aber der "gutartige" Erreger der tertianen Malaria, Plasmodium vivax. Ihm fehlen die Gene, um diese klebrigen Eiweiße herzustellen.

Diese Forschungsarbeiten veranschaulichen den Nutzen von Genomprojekten. Eine vergleichende Betrachtung der Genome verschiedener Erreger kann sehr schnell die Ursachen von Krankheiten aufdecken und so zur Entwicklung von neuen Wirkstoffen zur Behandlung dieser Krankheiten beitragen.

Rückfragen bitte an:

Prof. Dr. Michael Lanzer
Universitätsklinikum Heidelberg
Abteilung Parasitologie
Hygiene-Institut
Im Neuenheimer Feld 324
69120 Heidelberg
Tel. 06221 567845, Fax 564643
Michael_Lanzer@med.uni-heidelberg.de


oder
Dr. Michael Schwarz, Irene Thewalt
Pressestelle der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw

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