Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Tochtergeschwülste entstehen

18.04.2001


Eiweißstoff hilft Krebszellen bei der Wanderung

Krebs wird zur tödlichen Gefahr, wenn sich Tochtergeschwülste fernab vom Ursprungsort einer Zellwucherung bilden. Bestimmte Krebszellen lösen sich von ihrem Entstehungsort ab und werden mit dem Blutstrom an entfernte Stellen im Körper transportiert. Dort heften sich die Tumorzellen an die Gefäßwände um anschließend in das darunterliegende Gewebe einwandern zu können. Wie Heidelberger Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. Peter Altevogt zeigen konnten, ist ein bestimmter Eiweißstoff auf der Oberfläche der wandernden Krebszellen für diesen Vorgang unerlässlich. Der Nachweis dieses Proteins könnte den Medizinern helfen, das Metastasen-Potenzial eines Tumors besser einschätzen zu können. Zudem wäre vorstellbar, dass die Blockade des Eiweißes die Metastasenbildung verhindert. Die Deutsche Krebshilfe unterstützt die Heidelberger Forschergruppe über einen Zeitraum von drei Jahren mit 140.000 Mark.

Alle Zellen im menschlichen Körper haben ihren festen Platz. Nur die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) können sich auf der Suche nach mikrobiellen Eindringlingen und schadhaftem Gewebe frei durch den ganzen Körper bewegen. Ein bestimmter Eiweißstoff auf ihrer Oberfläche ermöglicht ihnen die Wechselwirkung mit den Gefäßwandzellen. Diese Interaktion steht am Anfang einer Ereignis-Kette, die mit der Einwanderung der weißen Blutkörperchen in das darunterliegende Gewebe endet.

Auch Krebszellen können wandern. Offensichtlich haben sie sich dabei Einiges von den mobilen Leukozyten abgeschaut. Nachdem sich die Tumorzellen aus ihrem Gewebeverband gelöst haben, können sie die verschiedensten Gefäßwände durchqueren um schließlich mit dem Blutstrom an entfernte Stellen im Körper zu gelangen. Dort interagiert ein für bestimmte Tumorzellen charakteristisches Oberflächen-Protein (CD24) mit Eiweißstoffen auf den Gefäßwänden. Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg haben dies kürzlich unter der Leitung von Professor Dr. Peter Altevogt nachgewiesen. Die Wechselwirkungen zwischen dem Krebszell-Protein CD24 und den so genannten Selektinen auf den Gefäßwänden haben zur Folge, dass sich Tumorzellen an die Wand von Blut- oder Lymphgefäßen anheften. Dieser erste Schritt bereitet das Übertreten der Zellen durch die verschiedenen Gefäßwände aus dem Blutstrom in das Körpergewebe vor. Dort kann dann eine Tochtergeschwulst gebildet werden.

Projektleiter Altevogt fasst die Ziele seiner Arbeit zusammen: "Der Selektin/CD24-Bindungsweg scheint bedeutsam für die Tumormetastasierung zu sein. Eventuell eignet sich der Nachweis von CD24 als Marker für ein erhöhtes Metastasen-Risiko. Außerdem könnten unsere Untersuchungen die Grundlage für neue Behandlungsansätze liefern. So wäre vorstellbar, dass eine Blockade der Interaktion zwischen CD24 und Selektin die Metastasenbildung unmöglich macht."

Dr. med. Eva M. Kalbheim-Gapp | idw
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: Blutstrom Krebszelle Tochtergeschwülst Tumorzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Die Gene sind nicht schuld
20.07.2018 | Technische Universität München

nachricht Staus im Gehirn: FAU-Forscher identifizieren eine Ursache für Parkinson
20.07.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics