Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stents: Stützen fürs Blutgefäß werden immer raffinierter

24.01.2008


Deutsche Mediziner greifen zu immer neuen Techniken, um mit Hilfe von Stents (kleinen Drahtgeflechten) verengte Herzkranzgefäße dauerhaft offen zu halten.

Der Hintergrund: Sind Herzkranzgefäße durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verengt, wird die Durchblutung des Herzens gestört, was in schweren Fällen zu einem Herzinfarkt führt.

Ein Kardiologe kann eine solche Verengung per Bypass umgehen oder beseitigen, muss das geschädigte Gefäß dann aber mit einem Stent offen halten. Dabei gibt es aber nicht selten Probleme, da das Einsetzen einer solchen Gefäßstütze die empfindliche Gefäßwand beschädigen kann. Wird diese verletzt, kann sie mit einer Zellwucherung reagieren – ein erneuter Gefäßverschluss ist die Folge. Experten sprechen in einem solchen Fall von einer Restenose. Bei zirka 20 Prozent der Patienten muss das Gefäß wieder aufgeweitet werden.

Um einen erneuten Verschluss zu verhindern, haben Göttinger Mediziner um Prof. Dr. Markus Hecker ein Medikament entwickelt, das die Aktivierung von Genen, die nach Aufweitung der Gefäßwand für die Restenose verantwortlich sind, hemmt. Diese so genannten Decoy-Oligonukleotide werden bei der Aufweitung in die Gefäßwand injiziert oder vom Stent aus in die Gefäßwand freigesetzt. Im Tierexperiment kann hierdurch eine eindrucksvolle Verhinderung der Restenose erzielt werden. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlicht.

Andere Medikamente, die ebenfalls die Restenose verhindern können, sind bereits erfolgreich klinisch erprobt worden. Im Göttinger Herzzentrum werden seit kurzem Stents eingesetzt, die durch kontinuierliche Abgabe des Medikamentes Rapamycin hoch effektiv die Gefäßwiedereinengung verhindern können.

Auch Manfred Maitz vom Forschungszentrum Rossendorf (FZR) in Dresden beschichtet die Stents mit medikamenthaltigen Kunststoffen, die entzündungshemmend wirken. FZR-Forscher Bernhard Noll greift hingegen zu Radionukliden, um Wucherungen des Gewebes zu verhindern.

Ein weiteres Problem der Gefäßstützen: Es dürfen sich keine Blutgerinnsel auf den Stent-Oberflächen bilden, lebensbedrohliche Thrombosen und Embolien wären die Folge. Außerdem sind die feinen Drahtgeflechte, die tief im Körper verankert sind, auf Röntgenbildern kaum zu sehen – was die Nachkontrolle erheblich erschwert. In beiden Fällen helfen so genannte Ionenstrahlverfahren. Mit in diesem Falle gut verträglichen Schwermetallen wie Tantal erhöhen Maitz und seine Kollegen nicht nur die Blutkompatibilität des Stentmaterials und senken damit das Thromboserisiko, sie erreichen auch einen wesentlich besseren Röntgenkontrast.

| MedC on Health Contents AG

Weitere Berichte zu: Restenose Stent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Medizin Gesundheit:

nachricht Menge der abgegebenen Antibiotika in der Tiermedizin sinkt weiter
23.07.2018 | Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

nachricht Die Gene sind nicht schuld
20.07.2018 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 467 km/h in Los Angeles: TUM-Hyperloop-Team bleibt Weltmeister

Mit grandiosen 467 Stundenkilometern ist die dritte Kapsel des WARR-Hyperloop-Teams in Los Angeles durch die Teströhre auf dem Firmengelände von SpaceX gerast. Die Studierenden der Technischen Universität München (TUM) bleiben damit auch im dritten Hyperloop Pod Wettbewerb in Los Angeles ungeschlagen und halten den Geschwindigkeitsrekord für den Hyperloop Prototyp.

Der SpaceX-Gründer Elon Musk hatte die „Hyperloop Pod Competition“ 2015 ins Leben gerufen. Der Hyperloop ist das Konzept eines Transportsystems, bei dem sich...

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Suchmaschine für «Smart Wood»

23.07.2018 | Informationstechnologie

Das Geheimnis der Höhlenkrebse entschlüsselt

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Natur in der Stadt – was sie leistet und wie wir sie schützen können

23.07.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics