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Herzschrittmacher für ein Neugeborenes

19.09.2003


Dank der exzellenten Zusammenarbeit von Gynäkologie, Kinderkardiologie, Rheumatologie und Herzchirurgie konnte im Universitätsklinikum Düsseldorf in der letzten Woche eine kleine Patientin mit einem angeborenen Herzfehler gerettet werden. Dem neugeborenen Mädchen wurde ein Herzschrittmacher eingesetzt.



Das Mädchen, das am 26. August geboren wurde, litt unter einem so genannten AV-Block, d.h. die Überleitung vom Sinus-Knoten, der der Taktgeber des Herzens ist, zur Hauptkammer des Herzens, war gestört. Die Krankheit tritt bei 1 von 20.000 Kindern auf. Das Herz kann dann nicht in der normalen Taktzahl, die bei Neugeborenen zwischen 120 und 150 Schlägen in der Minute liegt, schlagen, der Herzschlag ist stark herabgesetzt. Das bedeutet auch, dass die Pumpleistung des Herzens vermindert ist und dass Belastungen schlechter verarbeitet werden können. Grund für diesen AV-Block war eine Autoimmunerkrankung der Mutter, die bei dieser jedoch bislang keine Symptome verursacht hat.



Festgestellt wurde die Erkrankung des Kindes in der 24. Schwangerschafts-Woche. Da die Mutter bereits vor zwei Jahren ein Kind aufgrund derselben Erkrankung verloren hatte, wurde sie im UKD eng überwacht. "Wir haben das Kind jede Woche per Ultraschall untersucht", berichtet Prof. Dr. Klaus Schmidt, Direktor der Klinik für Kinderkardiologie, "in der 23. Woche war der Herzschlag des Kindes noch normal, in der 24. Woche trat dann plötzlich dieser AV-Block auf." Dass auch bei diesem Kind die Gefahr einer Erkrankung bestehen würde, wussten die Eltern, jedoch lag das Risiko, wieder ein Kind mit dieser Krankheit zu bekommen, nur bei 15 bis 20 Prozent.

In der Hoffnung, der AV-Knoten sei noch nicht komplett zerstört, wurde die Mutter mit Kortikoiden behandelt, die durch die Plazenta auf das Kind übergingen. Zudem wurde durch Dr. Rebecca Fischer-Betz, Oberärztin in der Klinik für Rheumatologie und Nephrologie versucht, den Antikörperspiegel der Mutter zu senken, um so auch Einfluss auf den Krankheitsverlauf des Kindes zu nehmen.

Allen Bemühungen zum Trotz mussten die Ärzte in der 35. Schwangerschaftswoche jedoch feststellen, dass der AV-Block geblieben war und das Kind eine Herzfrequenz von 55 bis 50 Schlägen in der Minute hatte. Medikamentös konnte man diese auf 65 Schläge erhöhen. In der 38. Woche wurde das Kind dann per Kaiserschnitt entbunden, die Herzfrequenz des Kindes lag nach der Geburt ohne medikamentöse Unterstützung bei 48 bis 52 Schlägen. Am 10. September, genau 14 Tage nach der Geburt, wurde das Mädchen operiert und ihr wurde ein Herzschrittmacher eingesetzt. Die Ärzte wählten ein etwa fünfmarkstückgroßes Modell, das in der Schlüsselbeingrube des Kindes verankert wurde. In der rechten Herzkammer sitzt eine Schraubelektrode, die über eine Sonde mit dem Schrittmacher verbunden ist. Damit der Schrittmacher nicht zu oft ausgetauscht werden muss, wurden Reserveschlingen der Sonde gelegt, so dass sich die Länge der Sonde an die Größe des Kindes anpassen kann. Nur anderthalb Stunden dauerte die Operation, die der Herzchirurg Prof. Dr. Joachim Winter durchführte. Schon am 14. September konnte die kleine Patientin entlassen werden.

"Eine solche Operation bei einem Neugeborenen ist außerordentlich selten", erklärt Professor Schmidt, "aber wichtig war hier, dass das Problem schon frühzeitig bekannt war und die postnatale Behandlung daher optimal geplant und vorbereitet werden konnte." Ohne die gute Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie, Rheumatologie, Kinderkardiologie und Herzchirurgie hätte das Kind - wie das Beispiel seines älteren Bruders zeigte - möglicherweise nicht überlebt.

Für weitere Informationen: Prof. Dr. Schmidt, (0211) 81-17688

Dr. Victoria Meinschäfer | idw

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